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Mit dem Bus nach München

Lyons Generalprobe endet 2:2

Am Sonntag konnte Abwehrchef Cris wieder lächeln. Fast 600 Kilometer Busfahrt, eine schlaflose Nacht und ein lockeres Auslaufen in den Knochen war der Kapitän von Olympique Lyon gut gelaunt, als er am Vormittag zur Pressekonferenz erschien. „Sieben Stunden in einem Bus, das war nicht einfach. Wir haben nicht geschlafen“, sagte er nach der Rückkehr vom Auswärtsspiel in Bordeaux und schmunzelte: „Aber wir haben viel geflachst.“

Die nächste lustige Busfahrt werden Cris und seine Mannschaftskameraden in den nächsten Tagen unternehmen. Dann reisen sie ins rund 750 Kilometer entfernte München, wo am Mittwochabend das Halbfinal-Hinspiel in der Champions League gegen den FC Bayern ansteht. Der Vulkanausbruch auf Island zwingt die Franzosen erneut dazu, vom Flugzeug auf den Bus umzusteigen. Von Lyon geht es erst nach Stuttgart, von dort am Dienstag weiter nach München. „Es erwartet uns eine Reise von insgesamt zehn Stunden. Das ist natürlich schwierig“, meinte Cris, „uns bleibt aber keine Wahl. Wir müssen das akzeptieren.“

Zum elften Mal remis

Achselzuckend hinnehmen muss OL auch das Ergebnis von Samstagabend. Im dritten Spiel gegen Girondins Bordeaux innerhalb von drei Wochen - beide Klubs trafen im CL-Viertelfinale aufeinander - holte Lyon ein 2:2-Unentschieden, ein Resultat, mit dem sich wohl beide Vereine aus dem Titelrennen verabschiedet haben. Lyon hat nun neun Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Marseille, Bordeaux hat sogar noch zwei Punkte weniger auf dem Konto.

„Jetzt wird es schwierig mit dem Titel“, stellte Cris unumwunden fest. Lyon, mit inzwischen elf Punkteteilungen der Remis-König der Ligue 1, konzentriert sich in den verbleibenden fünf Saisonspielen daher auf Minimalziel Platz zwei, der die direkte Champions-League-Qualifikation sicherstellen würde. Dazu fehlen der Mannschaft von Claude Puel im Moment vier Punkte.

Zweimal in Rückstand

Den einen Zähler in Bordeaux packte der Lyon-Trainer mit einem lachenden und einem weinenden Auge in das Bus-Gepäck. Einerseits sei das 2:2 „schwer zu schlucken. Weil wir die besseren Chancen hatten, gerade in der zweiten Halbzeit. Am Ende sind wir daher enttäuscht“, sagte Puel, der anderseits auch von einem „guten Punkt“ sprach, „weil wir zweimal zurückgekommen sind.“

Vor 32.284 Zuschauern im Stadion Chaban-Delmas geriet Olympique in einer ausgeglichenen Partie zweimal in Rückstand. Chamakh (25.) und Plasil (62.) trafen für Bordeaux, Ederson (25.) und Cris (71.) glichen jeweils aus. In der Nachspielzeit überschlugen sich dann die Ereignisse. Lyons Réveillère sowie die Girondins-Spieler Trémoulinas und Jussiê wurden nach Tumulten mit Rot vom Platz geschickt.

Torjäger Lopez angeschlagen

„An der Grenze zu gewalttätig“, beschrieb Réveillère nach dem Schlusspfiff die Härte, mit der die Zweikämpfe in diesem mit Spannung erwarteten Duell ausgetragen worden waren. „Es war eine Schlacht“, meinte Cris, der 90 Minuten auf dem Platz stand. Dafür schonte Trainer Puel seinen Toptorjäger Lisandro Lopez, der ebenso wie Angreifer Cesar Delgado erst in der Halbzeit eingewechselt wurde.

Lopez erlitt in Bordeaux einen Schlag auf das Sprunggelenk, setzte am Sonntag mit dem Training aus und ist laut Puel „fraglich“ für das Spiel in München. Dies gilt auch für Innenverteidiger Jean-Alain Boumsong, der seit knapp zwei Wochen wegen einer Wadenzerrung pausieren muss. Auch Jean II Makoun (Adduktoren), Mathieu Bodmer (Rücken) und Dejan Lovren (Knie) fehlten in Bordeaux. Trotz allem reise man zuversichtlich nach München, betonte Cris. „Gestern haben wir nie aufgegeben, das gibt uns Selbstvertrauen.“

So spielte Lyon in Bordeaux:
Lloris - Réveillère, Cris, Toulalan, Cissokho - Ederson (80. Grenier), Källström, Pjanic - Govou (46. Lopez), Gomis (66. Delgado), Bastos

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