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Apell des Maskenmannes

'Wir brauchen jetzt die Fans'

Laut Definition der freien Online-Ezyklopädie „Wikipedia“ ist eine Maske eine Gesichtsbedeckung, die „in Theater und Kunst, aber auch zu religiösen und rituellen Zwecken“ eingesetzt wird. „Des Weiteren gibt es Masken, die dem Schutz des Gesichtes oder eines Teils davon dienen.“ Besonders Letzteres trifft auf Martin Demichelis zu, der seit seinem Unfall im Länderspiel gegen Deutschland, als er sich fünf Brüche im Gesicht zugezogen hat, mit einer schützenden Gesichtsbedeckung spielt.

„Die Maske hat ihre Vorteile, aber auch ihre Nachteile“, berichtete „Micho“ am Mittwoch, kurz bevor er nach zwei freien Tagen gemeinsam mit seinen Kollegen die Vorbereitung auf den Saisonendspurt aufnahm. Etwas „ungewohnt“ sei es natürlich schon, damit zu spielen, räumte Demichelis ein, „eine andere Erfahrung“, auch wenn die Maske vom Material und Tragekomfort „perfekt, super“ sei. Nachteilig dagegen ist, dass das sein Sichtfeld mit der Maske etwas eingeschränkt ist.

Wo er ohne den Gesichtsschutz seine Mitspieler, aber auch die Gegenspieler, oft im Augenwinkel sehen konnte, muss „ich jetzt immer den Kopf drehen“, berichtete der 29-Jährige. Durch dieses eingeschränkte periphere Sehen müsse er sich in seiner Spielweise etwas umstellen. So fiel das erste Gegentor im Champions-League-Halbfinale gegen Manchester United durch Wayne Rooney auch deshalb, weil er zur besseren Orientierung den Kopf drehen musste „um den Spieler zu suchen Dann bin ich auch noch weggerutscht, Pech.“

Generell sei er aber „sehr zufrieden“ darüber, dass er überhaupt wieder auf dem Platz stehen kann. Nur dreieinhalb Wochen nach der Operation („schneller als geplant“) feierte er gegen den VfB Stuttgart ein Kurz-Comeback, danach folgten vier Spiele in 12 Tagen: Beide Partien gegen Manchester United sowie die Bundesliga-Spitzenspiele gegen Schalke und Bayer Leverkusen, alle über jeweils 90 Minuten. „Ich habe keinerlei Schmerzen, auch keine Angst im Zweikampf oder beim Kopfball“, erklärte der Argentinier.

Mit Demichelis ungeschlagen

Einzig der Mund und seine rechte Gesichtshälfte seien noch etwas taub, doch das stelle im Grunde kein größeres Problem dar, so Demichelis weiter. Wie lange er noch mit der Maske spielen muss ist derzeit noch offen. „Natürlich möchte ich so schnell wie möglich wieder ohne spielen“, meinte Demichelis, der sich regelmäßig mit seinem behandelnden Arzt und mit Mannschaftsarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt bespricht. „Aber ich muss auch die Zeit respektieren, die mir vom Arzt vorgegeben wird.“

So wird der argentinische Nationalspieler möglicherweise noch das gesamte Saisonfinale mit Maske absolvieren. So oder so kein schlechtes Omen, ist der FC Bayern in der laufenden Bundesliga-Saison noch ungeschlagen, wenn Demichelis in der Startaufstellung stand. Daran soll sich nach Möglichkeit auch in den verbleibenden Spielen nichts ändern. „Es kommt jetzt die wichtige Phase, darauf freue ich mich. Jetzt wollen wir zeigen, wozu wir in der Lage sind.“

Der große Wurf

Meisterschaft, Pokal, Champions League - in seinem siebten Jahr beim FC Bayern könnte „Micho“ der ganz große Wurf gelingen. „Hier habe ich gelernt, dass die Bundesliga das Wichtigste ist, die wollen wir sowieso gewinnen. Aber es wäre nicht schlecht, einen internationalen Titel zu holen. Es ist lange her, dass das hier passiert ist und es wäre ein Traum, ein großes Ziel für mich, deswegen freue ich mich auf die nächste Phase.“

Und da vor allem auf die beiden Halbfinalspiele in der „Königsklasse“ gegen Olympique Lyon, in denen Demichelis auch große Hoffnungen auf den „12. Mann“ des Rekordmeisters setzt. „Wir brauchen jetzt unbedingt die Fans. Wenn die Franzosen nächste Woche nach München kommen müssen sie sofort spüren: es ist nicht so einfach, hier einen Punkt zu holen. Wir wollen Titel für die Fans, aber wir müssen zusammenarbeiten.“

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