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Bayerns Meisterrechnung

'Zweimal gewinnen, dann sind wir Meister'

Für den Fußballfan Louis van Gaal war es ein schöner Fußballnachmittag. Der Gladbacher Borussia-Park sei „ein tolles Stadion, mit einem sehr guten Publikum. Ich habe die Atmosphäre genossen“, erzählte der Holländer, der auch in seiner Funktion als FCB-Chefcoach „zufrieden“ die Heimreise nach München antrat. Das 1:1 (0:0) in Mönchengladbach reichte, um die Tabellenführung zu behaupten. „Es ist kein schlechtes Resultat“, sagte Van Gaal. Durch den Punktgewinn hat der FCB die Meisterschaft nämlich weiter „selbst in der Hand“.

Gelassen konnte der Spitzenreiter das Ergebnis aus Berlin zur Kenntnis nehmen. Dort gewann Verfolger Schalke 1:0 und zog punktemäßig mit dem Rekordmeister gleich. 13 Tore beträgt vor den letzten beiden Saisonspielen der Vorsprung des FCB auf S04. „Das ist ein Punkt“, verdeutlichte Van Gaal. Die Münchner Meisterrechnung ist daher „ganz einfach“, wie Arjen Robben sagte: „Zweimal gewinnen, dann sind wir Meister.“

Uli Hoeneß gratulierte der Mannschaft nach dem Schlusspfiff in der Kabine. „Weil sich die Ausgangsposition für den FC Bayern in keinster Weise verschlechtert hat. Für mich ist immer wichtig, dass man das Heft selbst in der Hand hat. Und das hat sich nicht verändert“, sagte der FCB-Präsident. 1:1 sei „eine tolle Leistung“, wenn man bedenkt, dass der Mannschaft im Borussia-Park das Halbfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Lyon drei Tage zuvor in den Beinen steckte und die Spieler sicherlich ein bisschen das Rückspiel drei Tage später im Hinterkopf hatten.

„Man muss unserer Mannschaft ein Riesenkompliment machen“, sagte Karl-Heinz Rummenigge. Nach dem Rückstand durch Marco Reus (60. Minute) sicherte Miroslav Klose (73.) den Bayern den Punktgewinn. „Die Mannschaft packt eine Energieleistung nach der anderen aus. Sie hat sich das 1:1 mehr als verdient“, war der FCB-Vorstandschef beeindruckt.

62 Prozent Ballbesitz, 23:5 Flanken und 22:10 Torschüsse zeugten in Gladbach einmal mehr von der Dominanz des FC Bayern. Anders als eine Woche zuvor (7:0 gegen Hannover) fehlte den Münchnern diesmal aber die Durchschlagskraft, zudem ließen ihnen die sehr defensiv eingestellten Gastgeber kaum Räume für schnelle Kombinationen. „Wir haben über 90 Minuten nicht wirklich ins Spiel gefunden, haben nicht klug gespielt, hatten viel zu viele Ballverluste“, analysierte Philipp Lahm, „aber man muss auch mal mit einem Punkt zufrieden sein, wenn man so die Tabellenführung verteidigt.“

'Es spricht vieles für uns'

Van Gaal lobte vor allem „die Mentalität” seiner Spieler, die nach dem Rückstand wieder einmal ihren Erfolgswillen unter Beweis stellten und den Punktgewinn erzwangen. Aber nicht nur wegen dieser Charakterstärke blickt der FCB-Trainer „voller Selbstvertrauen“ auf die letzten beiden Saisonspiele. „Wir haben jetzt ein leichteres Programm als Schalke“, stellte Van Gaal fest, „Schalke muss gegen Werder Bremen spielen und auch noch auswärts in Mainz - wir wissen, was das bedeutet.“ Im August hatten die Bayern am Mainzer Bruchweg 1:2 verloren.

Auf einen Ausrutscher der Schalker ist der FCB aber gar nicht mehr angewiesen. „Das Schöne ist: Wenn wir zweimal gewinnen, können die Schalker machen, was sie wollen“, sagte Rummenigge mit Blick auf die letzten beiden Spiele gegen Bochum und in Berlin. Christian Nerlinger stellte fest: „Wir sind Tabellenerster und haben es in der eigenen Hand. Das ist ein gutes Gefühl. Es spricht vieles für uns.“

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