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'Gänsehautgefühl'

Bayern feiern verdienten Titelgewinn

Ausgelassene Freudentänze auf dem Platz, Champagner-Duschen in der Kabine und großer Appetit auf mehr: Mit dem 3:1 (2:0)-Erfolg im letzten Saisonheimspiel gegen den VfL Bochum hat der FC Bayern die erste Etappe auf dem Weg zum historischen Titel-Triple erreicht. Bei drei Punkten und 17 Toren Vorsprung auf den FC Schalke 04 ist dem FCB vor dem letzten Spieltag am kommenden Wochenende bei Hertha BSC Berlin die 22. Deutsche Meisterschaft praktisch nicht mehr zu nehmen.

„Da brennt nichts mehr an. Wir haben mit der Meisterschaft das Ziel erreicht, das wir unbedingt erreichen wollten“, freute sich Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge nach dem ungefährdeten Sieg gegen die abstiegsgefährdeten Bochumer. In den neuen, längsgestreiften Heimtrikots bot der Rekordmeister den 69.000 begeisterten Zuschauern eine weitere Gala in rot-weiß, allen voran Eigengewächs Thomas Müller, der den FCB mit seinem ersten Dreierpack (18./20./69.) fast im Alleingang zum Titel schoss.

„Es ist sensationell, was heute passiert ist. Die drei Tore… es ist schwer in Worte zu fassen. Ich freue mich riesig“, sagte der Matchwinner, für den „ein Traum in Erfüllung gegangen ist. Viele Fußballer arbeiten jahrelang darauf hin, einmal Meister zu werden. Mich hat es gleich im ersten Jahr erwischt - überragend.“ Doch noch soll nicht Schluss sein, Müller will angesichts zweier noch ausstehender Endspiele mehr: „Jetzt will ich weiterträumen.“

Damit steht der 20-Jährige nicht alleine da. „Wir haben das wichtigste Ziel von unserem Verein erreicht. Wir haben den schönsten Fußball gespielt, ein sehr verdienter Meistertitel. Aber wir können noch mehr gewinnen“, sagte Louis van Gaal, letztes Jahr noch niederländischer Champion mit dem AZ Alkmaar und nun erster holländischer Meistertrainer in der Bundesliga. „Für mich hat der Titel einen sehr großen Wert. Ich denke nicht, dass viele Trainer in Europa das Glück haben, in drei Ländern Meister zu werden. Darauf bin ich sehr stolz.“

Die Geschichte zu Van Gaals 50. Pflichtspiel als Trainer des FC Bayern ist schnell erzählt: „Die ersten 25 Minuten waren hervorragend, unser bester Fußball in der Allianz Arena mit unglaublich schönen Toren“, so Van Gaal über die ersten beiden Müller-Tore. Als der Bayern-Anhang in der 56. Minute lautstark jubelte und kurz darauf der Zwischenstand vom Spiel des FC Schalke 04 gegen Werder Bremen auf der Videowand angezeigt wurde, kannte der Jubel im weiten Arena-Rund keine Grenzen.

„Es war ein Gänsehautgefühl, als der Zwischenstand aus Schalke im Stadion bekannt wurde. Wir haben uns erst gewundert, aber dann konnten wir das Ergebnis auch auf der Anzeigentafel gesehen. Das war unglaublich“, zeigte sich Philipp Lahm auch nach dem Schlusspfiff noch beeindruckt von der Atmosphäre im Stadion, die auch Bochums sehenswerter Ehrentreffer durch Christian Fuchs (85.) nicht trüben konnte.

„Wir haben gefeiert, sind gesprungen, haben getanzt und gesungen. Das war super“, beschrieb Arjen Robben die ersten Feierlichkeiten nach dem Schlusspfiff in der Kabine, in der es auch reichlich Champagner-Duschen gab. „Wir allen haben einen Teil abbekommen, besonders der Trainerstab und der Vorstand, die haben eine ordentliche Dusche bekommen“, meinte Holger Badstuber, der sich wie Müller im ersten Profijahr gleich über seinen ersten Titel freuen konnte.

Am Abend feierte die Mannschaft die „virtuelle Meisterschaft“ (Van Gaal) in einem Münchner Restaurant, ohne allerdings über die Stränge zu schlagen. „Ich glaube schon, dass wir ein bisschen anstoßen können, obwohl wir wissen, dass wir in zwei, drei Wochen Riesenchancen haben, die grandiose Saison, die wir bis jetzt gespielt haben, zu vergolden“, sagte Bastian Schweinsteiger. Am nächsten Samstag in Berlin werden die Bayern die Meisterschale in Empfang nehmen - nur eine Woche später will man an gleicher Stelle den nächsten Titel feiern.

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