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Ran an den Pott!

Bayern sind gierig auf das Triple

Die Vorbereitungen im Saal „Barcelona“ des 5-Sterne-Hotels „Eurostars Madrid-Tower“ liefen auch am Freitag auf Hochtouren. Im Untergeschoss des 30-Stockwerke-Gebäudes wollen die Bayern am Samstagabend eine tolle und erfolgreiche Saison feiern. Reichlich Gäste aus Sport und Politik werden erwartet, viele Freunde, Partner und Angestellte des erfolgreichsten deutschen Fußballklubs werden da sein. Den Stargast des Abends aber müssen Louis van Gaal und seine Mannschaft erst noch erkämpfen: Den Champions-League-Pokal.

„Wir hatten einen großen Abend im Pokalfinale in Berlin. Ich denke, dass das noch ein größerer Abend hier wird“, sagte Bastian Schweinsteiger am Freitag, einem Tag vor dem Spiel der Spiele im Finale der Königsklasse gegen Inter Mailand. „Jedem ist klar, dass wir Historisches erreichen können. Jeder ist gierig, das Spiel zu spielen und zu gewinnen“, demonstrierte der Mittelfeldstar in der Abschlusspressekonferenz die ganze Entschlossenheit der Bayern.

Ein Spiel auf Augenhöhe

Bayern gegen Inter, der deutsche gegen den italienischen Double-Gewinner - am Samstagabend treffen zwei Teams aufeinander, die in ihrer Heimat in dieser Saison das Maß aller Dinge waren. Das historische Triple, das zuvor erst fünf Teams in Europa geschafft haben, kann aber nur Einer gewinnen. „Ich bin sicher, dass die Mannschaft alles tun wird, dieses historische Ereignis zu erreichen“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Noch nie zuvor hat eine Bayern-Mannschaft das geschafft, „und der Verein ist doch sehr erfolgreich gewesen in den letzten Jahrzehnten“, sagte Rummenigge.

Die Van-Gaal-Truppe kann also an diesem Samstag, den 22. Mai 2010, Geschichte schreiben. Doch das kann Inter auch, denn für die Italiener wäre es ebenfalls das erste Triple in der Klubhistorie. „Das ist ein Spiel auf Augenhöhe, zwei Mannschaften, die beide großen Willen haben“, meinte Rummenigge, der aber trotzdem einen leichten Vorteil beim FCB sieht: „Unsere Mannschaft hat zusätzlich noch eine unglaubliche Leidenschaft ganz speziell in dieser Saison gezeigt. Ich hoffe, dass das reicht.“

Nicht nur das Maß der Leidenschaft wird dieses Spiel entscheiden. „Kleine Dinge können das sein, ein Foul oder ein Einwurf“, glaubt Kapitän Mark van Bommel. Auch der Schiedsrichter und natürlich die Tagesform sind wichtige Faktoren, letztendlich braucht man auch das nötige Quäntchen Glück, um den „großen Henkeltopf“ in die Hände zu bekommen.

Van Bommel erwartet jedenfalls ein enges Spiel. „Wenn jemand 1:0 führt, dann wird es für die andere Mannschaft schwer sein, zurückzukommen." Van Gaal machte deutlich, dass er seiner Philosophie auch in diesem Finale treu bleiben möchte. „Meine Philosophie ist es auch, für das Publikum zu spielen, deshalb müssen wir auch nach vorne spielen.“ Dabei muss er allerdings auf Weltklasse-Mann Franck Ribéry verzichten, dem gesperrt nur die Zuschauerrolle bleibt. Für ihn dürfte wie schon im Halbfinal-Rückspiel in Lyon Hamit Altintop zum Zug kommen. Ansonsten kann Van Gaal personell aus dem Vollen schöpfen.

FCB will den fünften Stern

Die große Frage lautet: Wie wird sich Inter in diesem Finale präsentieren? „José Mourinho ist dafür bekannt, dass er seine Mannschaft aus einer defensiven Grundhaltung heraus schnell kontern lässt“, sagte Jörg Butt über den exzentrischen Inter-Coach. Zweifelsohne liegt die große Stärke der Italiener in der Defensivarbeit, wo Ex-Bayer Lucio eine große Stütze ist, aber auch in der Offensive haben sie mit Arjen Robbens Kumpel Wesley Snejder, Samuel Eto’o und Torjäger Diego Milito einige Hochkaräter in ihren Reihen.

Bayern gegen Inter - für beide ist es nur noch ein Schritt zum Triple, aber nur einer kann den „Pott“ am Samstagabend in den Händen halten. „Ich bin optimistisch und glaube nicht an eine Niederlage“, sagte FCB-Präsident Uli Hoeneß, „die würde aber auch überhaupt nichts von dieser Saison wegnehmen. Was wir erreicht haben an Freude, Leidenschaft und Spaß bei den Zuschauern, aber auch bei den Umsätzen im Fanartikelbereich, neuen Sponsoren und neuen Rekordumsätzen, ist unfassbar.“ Ein fünfter Stern auf dem Champions-League-Trikot würde dem FCB trotzdem prima zu Gesicht stehen.

Für fcbayern.de in Madrid: Dirk Hauser

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