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Das deutsche Wembley

'Die Atmosphäre in Berlin ist einzigartig'

Es war eigentlich keine Überraschung, was der DFB am 20. April auf einer Pressekonferenz feierlich mitteilte. Das Pokalfinale der Herren werde bis 2015 weiterhin alljährlich im Berliner Olympiastadion stattfinden. „Das DFB-Pokalfinale ist wegen seiner riesigen Bedeutung in Deutschland seit vielen Jahren das sportliche Highlight für Berlin und wie das FA-Cup-Finale im Londoner Wembley-Stadion nicht mehr wegzudenken aus der Hauptstadt", sagte Bernd Schultz, der Präsident des Berliner Fußball-Verbandes.

Seit 1985 findet das deutsche Pokalfinale nun schon in der Hauptstadt statt. Und wer als Spieler, Trainer oder auch Fan einmal dabei war, will jedes Jahr wieder dort hin. „Die Atmosphäre in Berlin ist einzigartig, es ist das deutsche Wembley“, sagte FCB-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Als Spieler kam er nie in den Genuss eines Endspiels in Berlin, als Verantwortlicher des Rekordmeisters wird er am Samstag im Duell mit Werder Bremen bereits sein achtes Finale erleben.

„In Berlin beim Finale dabei zu sein, das ist etwas ganz Besonderes", weiß auch Werders Geschäftsführer Klaus Allofs. Die Bremer sind mit sechs Triumphen nach Rekordchampion Bayern (14) der Klub mit den meisten Pokalsiegen. Fünf davon gewannen sie im deutschen Wembley, unter anderem 1999 nach Elfmeterschießen gegen die Münchner. Ein Jahr darauf unterlagen sie an gleicher Stelle dem FCB deutlich mit 0:3.

Doch was macht das Endspiel in Berlin so reizvoll? Es ist die einmalige Konstellation, dass ein Stadion in beide Fan-Lager aufgeteilt ist. „Es ist sensationell, mit den Fans, die eigenen Farben, die anderen Farben, und man weiß: Es ist ein Finale“, sagte Philipp Lahm vor seiner dritten Endspiel-Reise nach Berlin. „Ich hatte zwei Mal das Glück, das wir den Pokal gewonnen haben. Es ist immer etwas Besonderes, immer etwas Schönes und deswegen freue ich mich sehr auf Samstag.“

Lahm vor seinem dritten Streich

Lahm berichtete davon, dass er den Cup-Endspiel-Novizen im Kader wie Thomas oder Holger Badstuber schon oft über Berlin vorgeschwärmt hat. „Ein Spiel, am Abend, ganz Deutschland schaut zu - als ich damals Profi geworden bin, konnte ich mir nicht vorstellen, wie schön es ist, in Berlin zu sein.“ DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach behauptete kürzlich sogar: „Die Atmosphäre ist mittlerweile besser als in Wembley."

Auch Mario Gomez ist schon ganz heiß auf Samstag. „Es ist fantastisch in Berlin, das Stadion weitläufig, halb-halb zwischen den Fans aufgeteilt - das gibt es nicht oft. Es herrscht eine ganz besondere Stimmung im Stadion.“ Für den Nationalstürmer ist das zweite Cupfinale. Vor drei Jahren verlor er mit dem VfB Stuttgart gegen den 1. FC Nürnberg nach Verlängerung, jetzt will er den Pott endlich selbst in den Händen halten.

Bayern verlor die Berlin-Premiere

Sein erstes deutsches Wembley wird Arjen Robben am Samstag erleben. Der Top-Torjäger der Bayern gewann aber schon 2007 mit dem FC Chelsea im Londoner Original, wo seit 1923 traditionell die FA-Cup-Endspiele stattfinden. „Das sind immer tolle Spiele, aber so richtig schön ist es natürlich nur, wenn man auch gewinnt“, gab Robben zu bedenken - und betonte: „Wir haben ja letzte Woche schon mit unseren Fans im Olympiastadion gefeiert, das wollen wir am Samstag wiederholen.“

Übrigens: Die Hälfte seiner 14 Pokaltriumphe feierte der FCB in Berlin. Aber auch seine beiden einzigen Finalniederlagen erlebte der Rekordchampion auf dem Rasen des Olympiastadions: 1985 als Titelverteidiger die Premiere gegen Bayer Uerdingen (1:2) und vor elf Jahren nach Elfmeterschießen gegen Werder Bremen. Lahm sagte: „Es ist ein Spiel, und man hat einen Pokal oder man hat keinen.“

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