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Hoeneß im Dialog

Fans fragen, das Präsidium antwortet

Was Uli Hoeneß einmal angekündigt hat, das hält er auch. Dies galt zuletzt auch der von ihm ins Leben gerufenen Gesprächsrunde der Bayern-Fans mit dem Präsidium. Im März wurde hierzu der Anfang gemacht, am vergangenen Samstag, vor dem letzten Heimspiel der Saison gegen Bochum, wurde die Veranstaltungsreihe fortgesetzt. Das Präsidium nahm sich im fünften Stock der Allianz Arena über zwei Stunden Zeit für Anregungen, Fragen und Kritik.

Erneut deckten die Themen bewusst die gesamte Bandbreite dessen ab, worüber sich Fans Gedanken machen. Die Gäste hatten sich bereits für das erste Gespräch dieser Art beworben, konnten aber angesichts des bewusst kleinen Teilnehmerkreises zunächst nicht berücksichtigt werden. Zur Vertiefung der jeweiligen Themen hatte das Präsidium um Uli Hoeneß, Bernd Rauch und Dr. Fritz Scherer auch diesmal auf Experten zurückgegriffen. Neben Fanbetreuer Raimond Aumann komplettierten Peter Renner (FCB-Presseabteilung), Oliver Meßthaler (Ticketing) und Jürgen Muth (Allianz Arena) die kompetente Runde.

Hoeneß in seinem Element

Angesichts des Einzugs ins Endspiel der Champions League war Hoeneß auf Nachfrage direkt in seinem Element, als es um die wirtschaftliche Chancengleichheit zwischen den europäischen Spitzenvereinen ging. In seiner Strategie der letzten Jahre sah er sich bestätigt. Immerhin gilt das deutsche Lizensierungs-Verfahren mittlerweile innerhalb der UEFA als vorbildlich. Auf europäischer Ebene ist jetzt zum Beispiel an einen Bilanzverlust von maximal 15 Millionen Euro pro Saison gedacht, um eine Lizenz zur Teilnahme an den europäischen Wettbewerben zu erhalten.

Leonard Andy, Fanclub-Vorsitzender aus Luxemburg, war eigens bereits am Vortag angereist und thematisierte mit einem kleinen Konzept die Betreuung der Fans im Ausland und deren Möglichkeit, über die Medien mehr vom FCB zu erfahren. Raimond Aumann verwies in diesem Zusammenhang auf das umfangreiche Angebot der Internet-Homepage mitsamt dem aktuellen Service von FCB.tv. Als Verbesserungsvorschlag und Ergebnis seines Beitrages wird geprüft, inwieweit die Vereinshomepage neben Englisch, Spanisch, Japanisch und Chinesisch auch in französischer Sprache abrufbar sein wird. Ein schönes Beispiel dafür, wie ein konstruktiver Hinweis der Basis direkt in einen Arbeitsauftrag mündet.

Angespannte Hallensituation

Das galt ebenso für den Hinweis eines Viagogo-Kunden, der die Abrechnungszeiten bei der Erstattung des Geldes bemängelt. Hier fackelte das Präsidium nicht lange und bat Oliver Meßthaler um sofortige, grundsätzliche Abhilfe auch in zukünftigen Fällen.

Als Bernhard Haucke auf die Hallensituation der Amateurabteilungen in München zu sprechen kam, musste Bernd Rauch darstellen, dass die Hallensituation in München mehr als angespannt ist. Es ist ausgesprochen schwierig für 55 Mannschaften der Amateurabteilungen des FC Bayern München, die für Training und Spielbetrieb erforderlichen Hallenkapazitäten zu erhalten. Im weiteren konnte er von einem aktuellen Stand der Gespräche mit der Stadt München berichten und zeigte sich zuversichtlich, dass die 1. Herrenmannschaft der Basketballer ihre Heimspiele ab der neuen Saison in der umgebauten Olympia Eissporthalle austragen kann.

Hoeneß aus dem Nähkästchen

Jürgen Muth, Geschäftsführer der Allianz Arena, war thematisch gleich in mehrfacher Hinsicht gefordert. So konnte er schlüssig darlegen, warum die FCB-Mitgliedskarte nicht auch eine Chip-Funktion hat (u.a. einfacheres Handling bei Umtausch und Rückgabe) oder warum man nicht bereits bei der Einfahrt in die Parkhäuser die Parkgebühr entrichten kann („Rückstau auf der Autobahn“).

Auch die Nachspielzeit kam zur Sprache. Dirk Arera wollte wissen, warum die Nachspielzeit nicht auf der Anzeigetafel angezeigt wird. Einfache Erklärung von Jürgen Muth: „Es handelt sich um eine Auflage der DFL, die womöglich demnächst entfällt.“ Große Heiterkeit löste Uli Hoeneß aus, als er hierzu aus dem Nähkästchen plauderte: „Hoffentlich fällt die Regelung bald weg. Ihr glaubt gar nicht, wie oft mich Karl-Heinz Rummenigge fragt, wann endlich abgepfiffen wird.“

Fragen noch am Buffet

Weitere Themen rund um die Allianz-Arena waren:

  • Farbe der Fangnetze: Nach einigen Tests hat sich Schwarz als transparenteste Lösung für das Auge herausgestellt.
  • Plexiglas statt Gitter als Begrenzung zum Spielfeld: Nicht praktikabel, weil Plexiglas milchig wird, Kratzer auf der Oberfläche die Sicht behindern und bei Sonneneinstrahlung blenden.
  • Höhe der Begrenzung zum Spielfeld: Die aktuelle Höhe von 2,20 m ist eine Auflage der DFL.
  • Hinweistafeln für Behinderte: Sollen in naher Zukunft in der gesamten Bundesliga optimiert und vereinheitlicht werden.
  • Blitzeis auf der Esplanade: Demnächst entsprechende Durchsagen bei Spielende.
  • Halbzeit-Highlights auf der Videowand: Eventuell zukünftig mehr Szenen und Kommentierung durch wechselnde, prominente Ex-Spieler.

Es sind oft die kleinen Hinweise, die zu einer raschen, weiteren Optimierung der FCB-Heimspiele führen. Uli Hoeneß, der die Gesprächsrunde moderierte, brachte es auf den Punkt: „Ich werde regelmäßig von anderen europäischen Vereine auf unsere enge Verzahnung zwischen Vereinsführung und Fans angesprochen. Daran wollen wir nicht nur festhalten, sondern weiter ausbauen.“ Auch beim anschließenden Buffet stand das Präsidium noch für Nachfragen zur Verfügung.

Selbstverständlich wird die Veranstaltungsreihe in der neuen Saison in der Bundesliga-Hinrunde fortgesetzt. Bewerbungen mit Themen-Wünsche sind ab Saisonstart möglich und werden rechtzeitig auf fcbayern.de und im Bayern-Magazin bekanntgegeben.

Für fcbayern.de beim Gespräch dabei: Armin Radtke

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