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'Die geilste Feier aller Zeiten'

Ganz München jubelt mit den Meister-Bayern

In dem kleinen, überfüllten Raum hinter dem Balkon waren alle einer Meinung. Dort, wo Vorstand und Präsidium bei Wein und Weißbier zusammenstanden, Spieler und Trainer die eine oder andere Bratwurst verspeisten und die Organisatoren der Balkonzeremonie die Fäden zogen, konnte sich keiner erinnern, jemals so eine Meisterfeier erlebt zu haben. Insgesamt 100.000 Fans bejubelten die Bayern bei ihrem Triumphzug durch die Stadt, sangen, tanzten und feierten mit ihnen am Marienplatz. „Ihr seid der absolute Wahnsinn!“, rief Karl-Heinz Rummenigge der rot-weißen Menge vom Balkon zu. Philipp Lahm meinte: „Das ist die geilste Feier aller Zeiten. Ich kann mich nicht an eine derartige Party mit den Fans erinnern.“

In Erinnerung bleiben wird vor allem auch der Auftritt von Louis van Gaal. Das selbst ernannte „Feier-Biest“ hielt voller Stolz ein Bein über die Balustrade, um seine strammen Waden in Lederhosen zu präsentieren. Mit Oberbürgermeister Christian Ude führte er spontan ein Tänzchen auf. Und zum Muttertag drückte er allen „Muttis“ auf dem Marienplatz vom Balkon aus „einen dicken Kuss vom Trainer des Meisters“ auf.

Louis van Gaal war nach einer durchzechten Party-Nacht, bei der er bis in die frühen Morgenstunden mit der Mannschaft gefeiert hatte, in Hochstimmung. „Wer hat die beste Verteidigung?“, fragte er die Fans auf dem Marienplatz, „FC Bayern! Wer hat den besten Angriff? FC Bayern! Und deswegen sind wir: Meister! Nicht nur von München, sondern auch von Gelsenkirchen, auch von Bremen und auch in Hamburg. Wir sind die Besten von Deutschland - und vielleicht Europas!!“

Die Begeisterung der Fans, die mit 10.000 Litern Paulaner-Freibier anstoßen konnten, kannte spätestens jetzt keine Grenzen mehr. „Wir stehen hier wieder in zwei Wochen“, blickte auch Mark van Bommel unter dem Jubel der Anhänger auf das Champions-League-Finale am 22. Mai in Madrid. Und zuvor gibt es im DFB-Pokalfinale noch eine weitere Titelchance. Jörg Butt, der erstmals eine Deutsche Meisterschaft feierte, hatte jedenfalls Blut geleckt. „Ich glaube, es lohnt sich, jetzt die beiden Finalspiele auch noch zu gewinnen“, sagte er mit heiserer Stimme.

Nicht nur auf dem Marienplatz, sondern schon auf dem Weg dorthin hatten die Bayern hautnah die überschwängliche Freude der Menschen erlebt. So dichtgedrängt bejubelten die Fans den Autokorso von der Säbener Straße zum Rathaus, dass die Bayern fast doppelt so lange wie geplant brauchten. Mit knapp einstündiger Verspätung parkte der erste Meister-AUDI mit Rummenigge, Karl Hopfner und Uli Hoeneß um 15.56 Uhr im Innenhof des Rathauses. Es folgten der Trainer mit Sportdirektor Christian Nerlinger, dann die Assistenztrainer und die Spieler.

Im Eiltempo ging es auf den Balkon, unter dem ein riesiges rotes Plakat stolz verkündete: „Mia san mia! Und: Mia san Meister!“ Nachdem alle Spieler und Trainer einzeln aufgerufen und bejubelt worden waren, gratulierte als erstes Oberbürgermeister und Gastgeber Ude dem FC Bayern zum 22. Meistertitel: „Das war eine wunderbare Saison mit großartigem Fußball. Die Stadt München ist stolz auf diesen Verein.“

Dann übernahmen Rummenigge, Van Gaal und die Spieler das Mikrofon. Franck Ribéry intonierte (unterstütz von Einflüsterer Bastian Schweinsteiger) ein „Humba“, Thomas Müller, Holger Badstuber und andere stimmten Lieder mit den Fans an, Van Bommel verpasste Mediendirektor Markus Hörwick, Ivica Olic einem TV-Moderator eine Weißbier-Dusche. Zum Schluss schunkelten sich die Bayern mit ihren Fans bei „Tulpen von Amsterdam“ vom Balkon in den siebten Meisterhimmel.

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