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Finalsong 'Go to Bernabeu'

Görlitz: 'In 2,5 Stunden war er fertig'

Viele Spiele hat Andreas Görlitz in dieser Saison nicht bestritten. Bei den Profis kam er gerade mal zu einem 16-Minuten-Einsatz im DFB-Pokal, dazu spielte er noch vier Mal für die Bayern-Amateure in der 3. Liga. „Trotzdem nehme ich viel aus diesem Jahr mit“, sagte der 28-Jährige im Interview mit fcbayern.de. Und er hat dem FC Bayern und seinen Fans sogar etwas Außergewöhnliches zurückgegeben. Mit dem Münchner Pop-Star Tommy Reeve und seiner Band Room 77 nahm er den Song „Go to Bernabeu“ auf. fcbayern.de traf Görlitz und sprach mit ihm über den Final-Song, die Saison und seine Zukunft - als Gitarrist und Fußballprofi.

Das Interview mit Andreas Görlitz

fcbayern.de: Andi, Du hast mit Deiner Band gerade einen Song zum Champions-League-Finale veröffentlicht. Wie kam es dazu?
Andreas Görlitz „Die Idee ist entstanden beim Heimflug von Lyon, aber zunächst habe ich sie nicht weiter verfolgt. Doch dann traf ich zufällig Tommy Reeve ( „Sorry") und habe ihm davon erzählt. Er kannte mich als Fußballer und wusste, dass ich Musik mache. Tommy hat dann gleich gesagt: Super Idee! Da habe ich ihn gefragt, ob er das mit uns zusammen machen will, denn er ist ein Profi im Musikgeschäft und wir machen das ja zum Teil nur nebenher.“

fcbayern.de: Und dann seid Ihr mit ihm ins Studio gegangen?
Görlitz „Genau gesagt haben wir uns in unserem Proberaum getroffen und gleich losgelegt. Das lief auch ziemlich gut. Da wir kein Papier zur Hand hatten, haben wir den Text auf einer Pizzaschachtel aufgeschrieben. Tommy hatte auch schon eine grobe Idee, wie es sich anhören könnte, und nach zweieinhalb Stunden war der Song gemacht. Zwei, drei Tage später sind wir dann ins Studio gegangen und haben das Lied aufgenommen.“

fcbayern.de: Wie war die erste Resonanz auf diesen Song?
Görlitz „Super! Wir hatten riesigen Verkehr auf unserer Homepage (www.room-77.com), das Lied wird eifrig runtergeladen.”

fcbayern.de: Sind Deine Band-Kollegen eigentlich fußballbegeistert oder vielleicht sogar Bayern-Fans?
Görlitz „Ja, auf alle Fälle. Sie waren schon oft im Stadion und verfolgen das Geschehen höchst interessiert, nur begnadete Fußballer sind sie nicht, bis auf meinen Bruder. Der wäre nicht schlecht, aber er hat sich irgendwann für die Musik entschieden.“

fcbayern.de: Werdet Ihr Euren Song auch am Samstag im Bernabeu spielen?
Görlitz „Die Jungs fliegen alle mit, aber einen Live-Auftritt im Stadion wird es nicht geben. Ich weiß zwar, dass vor dem Champions-League-Finale 2001 in Mailand die Spider Murphy Gang vor der Bayern-Kurve gespielt hat, aber ich hoffe und denke, dass ich bei dem Spiel zum Kader gehöre.“

fcbayern.de: Weißt Du eigentlich, dass Room 77 im vergangenen Herbst die Wende für den FC Bayern eingeläutet hat?
Görlitz „Ja, ich weiß. Vor dem Champions-League-Heimspiel gegen Maccabi haben wir in der Allianz Arena unseren Song „Hope“ gespielt, und danach gab es 13 Pflichtspielsiege in Folge. Das ist schon ganz lustig.“

fcbayern.de: Die Musik ist Dein Hobby, aber natürlich bist Du vor allem Profifußballer. Wobei Du in dieser Saison nicht wirklich oft zum Zug gekommen bist.
Görlitz „Stimmt. Ich hatte einen Kurz-Einsatz im DFB-Pokal und dazu noch vier Spiele bei den Amateuren, aber trotzdem nehme ich viel mit aus diesem Jahr mit. Ich hatte einen guten Trainer, von dem ich noch viel lernen konnte für die nächsten Jahre in meiner Karriere, gerade im taktischen Bereich. Auch seine Halbzeitansprachen waren für mich sehr beeindruckend: In ein paar Sätzen konnte er eine Mannschaft wieder einstellen.“

fcbayern.de: Du bist Van Gaal also nicht böse, dass er Dich nicht öfters mal eingesetzt hat?
Görlitz „Natürlich war es manchmal frustrierend, nicht zum Einsatz zu kommen. Aber Van Gaal hat mich genauso behandelt wie alle anderen Spieler, hat auch mit mir sehr akribisch gearbeitet und mich gelobt, wenn ich etwas Gutes gemacht habe und mir auch eins auf den Deckel gegeben, wenn ich etwas falsch gemacht habe.“

fcbayern.de: Inwieweit fühlst Du Dich als Double-Gewinner?
Görlitz „Das ist so ein gespaltenes Gefühl. Auf der einen Seite war ich ja das ganze Jahr dabei, habe mit den Jungs trainiert und sie auch in jedem Trainingsspiel gefordert und auch ansonsten unterstützt. Auf der anderen Seite habe ich zum Erfolg ja nicht so viel betragen können. Aber wie schon gesagt: Ich habe in diesem Jahr trotzdem sehr viel lernen können.“

fcbayern.de: Dein Vertrag läuft im Sommer aus, wie geht es dann weiter?
Görlitz „Ich werde Bayern verlassen und es gab auch schon ein paar Gespräche mit interessierten Vereinen, aber noch ist nichts unterschriftsreif.”

fcbayern.de: Wie geht es dann mit der Band weiter?
Görlitz „Das hängt natürlich auch davon ab, wo ich hin wechseln werde. Aber wir werden auf alle Fälle weitermachen. Viele Auftritte im Jahr haben wir nicht, vielleicht drei oder vier. Und wenn wir dann mal ins Studio müssen, bisher war das in der Nähe von Karlsruhe, sind die Jungs flexibel.“

fcbayern.de: Ich habe gelesen, dass der offizielle Band-Sport von Room 77 Arsch-Bolz ist. Kannst Du das uns das mal beschreiben?
Görlitz „Das machen wir bei unseren Band-Proben immer in der Pausen. Da spielen wir Ballhochhalten und jeder hat drei Leben. Wer als erster alle Leben verloren hat, muss sich in die Mitte stellen, und alle anderen dürfen ihm aus einem Meter Entfernung den Ball auf das Hinterteil schießen.“

fcbayern.de: Hört sich ziemlich schmerzhaft an…
Görlitz „Schon, aber Strafe muss ja sein. Meistens machen Manu und Michi das unter sich aus.“

Das Interview führte: Dirk Hauser

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