präsentiert von
Menü
Stimmen zum Spiel

'Kleinigkeiten haben entschieden'

Selbstverständlich ist die Enttäuschung groß beim FC Bayern. Doch der Katzenjammer bleibt aus. So sehr die Niederlage die Spieler, den Trainer und die Verantwortlichen schmerzt, ist man sich doch auch bewusst, was die Mannschaft in dieser Saison geleistet hat.

Mit dem Double und dem Erreichen des Champions-League-Finales hat man die Erwartungen schließlich bei Weitem übertroffen. Und so bleibt an einem bitteren Abend der Respekt vor der Effektivität und Abgebrühtheit der Interisti, der Stolz über das Erreichte und die Kampfansage für die nächsten Jahre.

Die Stimmen im Überblick

Louis van Gaal: „Wir waren heute nicht gut genug, um unser Spiel zu durchzuziehen. Das ist schade. Für unser Spiel nach vorne muss man gerade gegen eine Mannschaft wie Inter top drauf sein. Das waren wir heute nicht, aber wir sind auch nur Menschen. Das Spiel ist eigentlich verlaufen, wie ich geglaubt habe. Inter hat nur reagiert, wir haben angegriffen. Verteidigen ist natürlich einfacher als angreifen. Trotzdem hat Inter verdient gewonnen. Entscheidend waren die Zeitpunkte der Tore. Und die Spieler haben heute gelernt, dass es auf Kleinigkeiten ankommt. Müller kann sich nach der Halbzeit beispielsweise die Ecke aussuchen. Normalerweise ist er vor dem Tor eiskalt. Diesmal trifft er nicht. Milito dagegen schon. Das sind diese Kleinigkeiten, die entscheiden. Trotzdem haben wir eine große Saison gespielt.“

Karl-Heinz Rummenigge: „Inter hat ein großes Spiel gemacht und verdient gewonnen. Natürlich ärgert man sich nach solch einer fantastischen Saison, wenn man das Finale verliert. Ich habe die Mannschaft gerade in der Kabine gesehen, die ist natürlich niedergeschlagen. Nichtsdestotrotz können wir uns hier erhobenen Hauptes aus Madrid verabschieden. Jetzt werden wir daran arbeiten, wie auch damals nach der Niederlage 1999, dass wir in den nächsten zwei Jahren diese Champions League eben doch noch gewinnen.“

Christian Nerlinger: „Ich glaube, dass Inter Mailand heute verdient gewonnen hat. Sie waren die reifere und ausgeglichenere Truppe und haben aus ihren Chancen gnadenlos die Tore erzielt. Deswegen gehen sie heute auch verdient als Sieger vom Platz. Wir waren etwas gehemmt, ich finde, dass wir über die gesamten 90 Minuten nicht in der besten Verfassung waren, nicht die hundert Prozent erreicht haben, die man braucht, um so ein Finale zu gewinnen. Es ist für uns ein Riesenerfolg, im Finale gestanden zu haben. Wir werden weitermachen und nächstes Jahr wieder angreifen. Die Mannschaft hat insgesamt eine hervorragende Saison gespielt.“

Uli Hoeneß: „Inter war das entscheidende Quäntchen ausgebuffter als wir. Sie haben ihre Torchancen gnadenlos ausgenutzt. Wir konnten sie nie so zwingend unter Druck setzen, wie wir uns das gewünscht hätten. Aber Inter Mailand ist natürlich auch eine Super-Mannschaft, die Barcelona ausgeschaltet hat. Die kannst du eben nur schlagen, wenn alles passt, und das war heute nicht so. Wenn du gegen die hinten liegst, ist es sehr, sehr schwer. Wenn Thomas Müller den Ball kurz nach der Halbzeit rein macht, wäre wahrscheinlich was gegangen. Aber wenn du den nicht rein machst und dann noch das zweite Tor bekommst, dann wird es extrem schwierig. Aber ich habe schon vor dem Finale gesagt, wir haben eine Super-Saison gespielt und wir sollten uns die Super-Saison jetzt nicht kaputt machen lassen, weil wir das Endspiel verloren haben. Es gibt gar keinen Grund, jetzt die Flügel hängen zu lassen. 2012 findet das Champions-League-Finale in München statt. Es gibt also speziell für die jungen Spieler noch viel zu träumen."

Mark van Bommel: „Ich kann nur eines sagen: Nicht die beste Mannschaft, aber die effektivste hat gewonnen.“

Jörg Butt: „Man muss fairerweise sagen, dass Inter verdient gewonnen hat. Im Moment überwiegt die Enttäuschung. Inter hat sehr gut verteidigt. Wir haben unser Spiel nicht aufziehen können und sind nicht an Inters Abwehr vorbeigekommen. Vorne haben sie große Stürmer. Es war eine großartige Leistung, mit dieser Mannschaft ins Finale zu kommen.“

Philipp Lahm: „Wir haben in der ersten Halbzeit zu ängstlich gespielt. Wir waren nicht mutig genug. Aber es war eben ein Champions-League-Finale, das hat man nicht alle Jahre. Außerdem sind viele Spieler eben auch noch sehr jung. Die zweite Halbzeit war wesentlich besser von uns. Die Hoffnung war immer da, wir hatten ja auch die Riesenchance gleich nach der Halbzeit. Aber wir haben gewusst, dass Inter konterstark ist. Da werden Fehler sofort bestraft.“

Thomas Müller: „Es ist eine Riesen-Enttäuschung. So eine Saison hätte man mit dem krönenden Abschluss noch vergolden können. Und jetzt steht eine Niederlage am Ende. Das macht das Double natürlich ein bisschen bitterer. Mit der Leistung in der ersten Halbzeit können wir nicht zufrieden sein. Die vergebene Chance in der 46. Minute war für mich ein bitterer Moment. Das ist auch ein Grund, warum es mir jetzt nicht so gut geht.“

Weitere Inhalte