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Berlin, Berlin, Bernabeu

Mit Bleifuß in den Triple-Endspurt

Mark van Bommel schimpfte wie ein Rohrspatz Richtung „Schiedsrichter“. Andries Jonker hatte gerade beim Spiel Sechs-gegen-Sechs eine Entscheidung gegen die Mannschaft seines Landsmannes gefällt und damit dessen Unmut auf sich gezogen. Auch Philipp Lahm suchte das Zwiegespräch mit dem als Referee fungierenden Co-Trainer, nachdem er frei auf das gegnerische Tor zulaufend von hinten umgeschubst worden war.

Und Arjen Robben, der auch in der Defensive keinen Zweikampf aus dem Weg ging - was Thomas Müller einmal schmerzlich zu spüren bekam -, erntete reichlich Beifall von den rund 1.000 Trainingskiebitzen für ein Traumtor: Aus 16 Metern nagelte er den Ball mit links genau ins rechte Kreuzeck.

Noch zwei Endspiele

Es war reichlich Pfeffer im Training der Bayern am Mittwochmittag, der ersten Einheit nach zwei freien Tagen. Wer gedacht hätte, dass die Spieler des designierten Deutschen Meisters vor dem sportlich fast bedeutungslosen Bundesligafinale am Samstag bei Hertha BSC Berlin die Zügel etwas schleifen lassen würden, wurde deutlich eines Besseren belehrt.

„Wir müssen den Fuß auf dem Gaspedal halten“, hatte Van Bommel in einer Presserunde am Vormittag gesagt. „Wenn man erst mal runtergeht, ist es schwierig, wieder loszulegen.“ Und die Bayern wollen auch ohne englische Woche weiter die Spannung hochhalten und mit Bleifuß fahren, denn schließlich ist die Saison am Wochenende noch lange nicht vorbei: Im Pokalendspiel am 15. Mai gegen Bremen und eine Woche darauf im Endspiel der Königsklasse gegen Inter Mailand sollen die nächsten Titel eingefahren werden.

Lahm und Co. weiter titelhungrig

„Wenn man in zwei Finals steht, will man die auch gewinnen“, sagte Philipp Lahm. Mit dem Gewinn der Meisterschaft sei die Saison bislang „in Ordnung. Es wäre schlecht gewesen für den FC Bayern, zwei Jahre in Folge nicht Meister zu werden. Jetzt haben wir wieder gezeigt, dass wir die Nummer eins in Deutschland sind.“ Aber so richtig zufrieden sind Lahm und Co. damit noch nicht: „Man hat nicht jedes Jahr die Möglichkeit, das Double oder sogar das Triple zu holen.“

Als vielleicht „einmalige Chance in der Karriere“ bezeichnete Van Bommel die derzeitige Konstellation. „Wer es jetzt nicht kapiert, kapiert es nie: Wir können Geschichte schreiben und eine überragende Saison mit drei Titeln krönen.“ Der 32-Jährige betonte, dass die Motivation ausnahmslos riesig sei: „Die Spieler, die Trainer, der ganze Verein und die Fans - alle sind heiß.“

Van Bommel schreibt Geschichte

Zunächst einmal werden die Bayern am Samstag in Berlin den schon sicheren Lohn für eine „super Saison in der Liga“ (Van Bommel) einfahren: Gegen 17.30 Uhr wird Van Bommel als erster ausländischer Kapitän in der Geschichte des FC Bayern die Meisterschale in Empfang nehmen. „Das ist ein besonderes Erlebnis für mich“, sagte der Routinier. „Ich habe schon drei Meisterschaften als Kapitän in Eindhoven gefeiert und jetzt meine erste beim FC Bayern. Das ist sehr schön und macht mich stolz.“

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