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Wie vor sechs Jahren

Müller & Badstuber in prominenten Spuren

Eine dicke Schramme am Kinn, eine an der linken Backe, auch die Schläfe darüber ist ein wenig in Mitleidenschaft gezogen, dazu Prellungen an den Knien, doch Thomas Müller ist einen Tag nach seinem Mountainbike-Sturz schon wieder bester Laune. „Ich fühle mich wohl, bisher passt alles“, sagte der 20-jährige Münchner am Donnerstag im Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft in Südtirol. Er habe nur leichte Schmerzen, könne ganz normal trainieren. „Gott sei Dank ist nicht viel passiert. Ich bin mit dem Schrecken davon gekommen.“

Erschrecken im positiven Sinne könnte Müller auch, wenn er auf sein letztes Jahr zurückblickt. Er spielte seine erste Profisaison beim FC Bayern, verpasste nur eines der 53 Pflichtspiele (aufgrund einer Sperre), wurde FCB-Topscorer (19 Tore, 16 Vorlagen) und hat jetzt gute Chancen, mit zur Weltmeisterschaft nach Südafrika zu fahren. „Wenn man daran denkt, wo man vor einem Jahr noch gespielt hat, und jetzt sitzt man hier“, sinnierte er auf der DFB-Pressekonferenz, „das ist eine Wahnsinnsentwicklung.“

Wie Lahm und Schweinsteiger

Gleiches gilt natürlich für Holger Badstuber, der das gleiche Premierenjahr bei den Profis hingelegt hat wie Müller. Badstuber spielte nur vier Mal nicht, überzeugte sowohl als Innenverteidiger als auch auf der ungewohnten Linksverteidigerposition. Während Müller immerhin schon ein Länderspiel (im März gegen Argentinien) absolviert hat, trainierte er am Donnerstag erstmals mit der A-Nationalmannschaft. „Wir kriegen gar nicht so mit, was mit uns passiert ist“, meinte der 21-Jährige, „wir nehmen das aber alles gerne mit.“

Müllers und Badstubers steiler Aufstieg erinnert an zwei andere Bayern, die inzwischen Leistungsträger in der Nationalmannschaft sind. Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm erlebten vor sechs Jahren eine ähnliche Entwicklung. Nach ihrer ersten kompletten Profisaison - Lahm damals ausgeliehen an den VfB Stuttgart - rutschten beide in den deutschen EM-Kader. Schweinsteiger ohne Länderspielerfahrung, Lahm hatte kurz zuvor (im Februar) erstmals das DFB-Trikot getragen. Der Zufall will es sogar, dass Schweinsteiger damals in der Turniervorbereitung gegen den gleichen Gegner sein Debüt gab, wie es Badstuber am Samstag wohl tun wird: gegen Ungarn.

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