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Reise in die Vergangenheit

Olic' Wiedersehen mit Inter Mailand

Das Champions-League-Finale zwischen dem FC Bayern und Inter Mailand liefert Stoff für allerhand Geschichten. Arjen Robbens Rückkehr an seine ehemalige Wirkungsstätte, das Trainer-Duell zwischen Louis van Gaal und seinem ehemaligen Assistenten beim FC Barcelona, José Mourinho, oder das Wiedersehen des Rekordmeisters mit seinem langjährigen Abwehrspieler Lucio. Und auch für Ivica Olic hat die Partie am Samstagabend im Estadio Santiago Bernabeu eine ganz besondere Bedeutung.

„Mit 17 Jahren war ich bei Inter, habe dort einen Monat mittrainiert und hatte schon einen Vierjahresvertrag unterschrieben“, verriet Olic im Vorfeld des Endspiels in der spanischen Hauptstadt. Dass er dann doch nicht für die „Nerazzurri“ gespielt hat, sondern kurz darauf in die Bundesliga zu Hertha BSC Berlin gewechselt ist, lag an den hohen Ablöseforderungen des kroatischen Verbandes.

Besser gleich zur Hertha

„Als sie in Kroatien gehört haben, dass ich zu Inter wechseln kann, wollten sie zwei, drei Millionen für mich“, berichtete der inzwischen 30 Jahre alte Angreifer, der damals noch für seinen Heimatverein NK Marsonia spielte. Doch Inter war damals nicht bereit, auf diese Forderungen einzugehen. „Ich war ein unbekannter Spieler, spielte nur in der U17“, erinnert sich Olic, der zwei Möglichkeiten hatte: Entweder ein halbes Jahr pausieren, um dann ablösefrei zu Inter zu wechseln, oder sich einen neuen Verein suchen.

„Sie haben gesagt, ich soll ein halbes Jahr warten. Aber ich wollte nicht warten, ich war ungeduldig“, meinte Olic. In der Zwischenzeit hatte sich Hertha BSC um das Nachwuchstalent bemüht und für 600.000 Mark den Zuschlag erhalten. „Alles war besser, als keinen Vertrag zu haben. Besser gehe ich sofort zur Hertha“, dachte sich der junge Stürmer. Inters damaliger Sportdirektor Sandro Mazzola legte ihm keine Steine in den Weg, „wir machen kein Problem“, hatte er Olic versichert.

Privates Glück gefunden

So landete der Dauerläufer im Spätsommer 1998 beim Hauptstadtklub, bei dem er allerdings nur zu zwei Kurzeinsätzen kam, ehe er ein Jahr später wieder zu Marsonia zurückkehrte. Aus privater Sicht hat sich der Wechsel nach Berlin auf jeden Fall gelohnt. Auf der Geschäftsstelle der Hertha lernte er seine jetzige Frau Natalie kennen, gemeinsam haben sie die Söhne Luka und Antonio sowie Töchterchen Lara.

Über die Stationen NK Zagreb, Dynamo Zagreb, ZSKA Moskau und Hamburger SV kam er im vergangenen Jahr ablösefrei zum FC Bayern, mit dem er am Samstag nun um höchste europäische Fußball-Weihen kämpft. „Als ich hier unterschrieben habe war ich sehr froh weil ich wusste: jetzt spiele ich in der Champions League. Aber im ersten Jahr gleich das Finale zu erreichen, ist ein Traum“, sagte Olic.

Auf einer Stufe mit Ronaldo und Messi

Doch für Olic geht es in Madrid noch um mehr als „nur“ den Champions-League-Titel. Mit sieben Treffern liegt er in der Torschützenliste auf Platz zwei, gleichauf mit Cristiano Ronaldo und nur eine Treffer hinter Lionel Messi. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich bester Torschütze werden kann“, zeigte sich Olic selbst ein wenig überrascht von seiner Leistungsexplosion in dieser Saison. Allein drei Tore erzielte er im Halbfinal-Rückspiel gegen Olympique Lyon.

„Ich bin zufrieden mit meinen sieben Toren und werde natürlich alles tun, um noch eins zu schießen“, so Olic, dem der Sieg in der „Königsklasse“ jedoch wichtiger ist, als die Torjägerkanone. „Ich bin in einer guten Form und wenn ich meine Chance bekomme, hoffe ich, dass ich wieder treffe. Aber nicht für meine Statistik sondern für die Mannschaft“, hob Olic hervor. „So eine Chance kommt nicht oft, jetzt will ich das auch gewinnen.“

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