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Liebesbekenntnis auf Deutsch

Ribéry-Verlängerung: Kampfansage des FCB

Schon auf dem Weg zum Marienplatz konnte sich Franck Ribéry vor Sympathiebekundungen kaum retten. Immer wieder wurde er von den Fans entlang der Auto-Korso-Route umarmt, geherzt und gedrückt. Unzählige Male musste er sein Autogramm geben auf T-Shirts, Trikots, Caps und allem möglichen, was die Leute ihm reichten. Doch als dann Karl-Heinz Rummenigge wenig später auf dem Rathausbalkon noch einmal verkünden wollte, was schon am Vormittag auf fcbayern.de offiziell vermeldet worden war, kannte die Begeisterung endgültig keine Grenzen mehr.

„Unser Freund Franck hat am Samstag einen neuen Vertrag unterschrieben bis 2015“, sagte Rummenigge mit dem kleinen Franzosen im Arm. „Ribéry, Ribéry, Ribéry“-Rufe schallten aus zigtausenden Kehlen durch die Münchner Innenstadt und ließen den FCB-Vorstandschef bei seinen Worten immer wieder innehalten. Den Pott hatten die Bayern nicht aus Madrid mitbringen können, aber diese Meldung ließ die Trauer darüber bei den meisten Fans schlagartig abklingen.

Mit dem Mikro in der Hand wendete sich Ribéry dann selbst an die Fans - und das in Deutsch. „Isch 'abe gemacht fünf Jahre mehr”, sagte er mit herrlichem französischem Akzent. „Diese Saison war für mich schwer, ich hatte eine Verletzung am Knie. Aber die Mannschaft und die Fans waren bei mir und das ist wichtig für meinen Kopf. Ich liebe alle Fans von Bayern München. Danke schön!"

Ribéry, vor drei Jahren für die damalige Rekordablöse von 25 Millionen Euro aus Marseille gekommen, hat seinen Vertrag also vorzeitig verlängert. Bis zum 30.Juni 2015 läuft der neue Kontrakt des Weltklassespielers, der wegen einer Sperre das Finale um die Champions League verpasst hatte. „Ich bin vor allem hier geblieben wegen dem familiären Gefühl, das der Klub vermittelt und wegen den Fans, wenn sie meine Namen schreien“, sagte er wenig später im Fernseh-Interview: „Ich bin sehr froh."

Entscheidung für Bayern-Familie

Ribéry folgte nicht den Lockrufen anderer europäischer Topklubs, sondern er entschied sich für die große Bayern-Familie. „Er fühlt sich einfach wohl und es ist eine gute Wahl, dass er hier bleibt“, meinte Arjen Robben. Dass Ribéry sich auch beim FCB über einen bestens dotierten Vertrag freuen kann, ist klar. „Die guten Spieler müssen gut bezahlt werden, weil sie am Ende des Tages dafür sorgen, dass wir Einnahmen haben“, sagte Rummenigge und kündigte an: „Wir werden alles tun, damit diese Mannschaft nicht nur zusammenbleibt, sondern auch noch ein Stück stärker und besser wird.“

Der Bayern-Boss versteht Ribérys Vertragsverlängerung als ein klares Zeichen „für die großen Ziele des FC Bayern in den kommenden Jahren.“ Mit dem Franzosen wollen die Bayern das nachholen, was ihnen am vergangen Wochenende in Madrid leider nicht gelungen ist. DFB-Sportdirektor Matthias Sammer sieht die Bayern für dieses Vorhaben gut gerüstet: „Für mich ist Bayern in seiner Mannschaftsstruktur noch am Anfang seiner Entwicklung. Ganz viele Spieler haben ihre besten Jahre noch vor sich."

Bayern wollen den nächsten Schritt machen

Bis auf Jörg Butt (35), Mark van Bommel (33), Daniel van Buyten (32) und Ivica Olic (30) sind alle Stammspieler der letzten Wochen erst Mitte oder Anfang 20. Ribéry (27) und Robben (26) können noch viele Jahre auf Weltklasseniveau spielen, auch die beiden deutschen Nationalspieler Philipp Lahm (26) Bastian und Schweinsteiger (25) besitzen nach ihrer besten Saison im Bayern-Trikot noch Steigerungspotenzial, Thomas Müller (20), Holger Badstuber (21) und Diego Contento (20) sowieso. Und ab Sommer gehört dann auch Toni Kroos (21) wieder zum Kader.

„Wir haben keine Mannschaft, die sich im Umbruch befindet. Im Gegenteil“, sagte Sportdirektor Christian Nerlinger. „Der Großteil der Mannschaft bleibt zusammen. Und das macht mich für die kommende Saison optimistisch, da werden wir den nächsten Schritt machen.“ Zumal dann auch keine Eingewöhnungsphase an einen neuen Trainer ansteht wie zu Beginn dieser Saison. Schweinsteiger ist sich sicher: „Mit der Truppe hier erreichen wir noch einiges. Und wir werden solange zusammenarbeiten, bis wir die Champions League hierhergeholt haben“

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