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Rückkehr nach Madrid

Robben lebt Reals Traum

Nein, ein Spiel wie jedes andere ist es wirklich nicht für Arjen Robben. Und das liegt nicht nur daran, dass es sich um das Finale in der Champions League handelt. Wenn der Niederländer mit dem FC Bayern am Samstag im Estadio Santiago Bernabeu von Madrid auf den Endspiel-Gegner Inter Mailand trifft, dann ist das für Robben auch eine Reise in die Vergangenheit.

Zu Saisonbeginn stand er noch bei Real Madrid unter Vertrag. Zusammen mit seinem Freund Wesley Sneijder. Jetzt spielt der eine beim FC Bayern eine zentrale Rolle, der andere bei Inter Mailand. Im Bernabeu-Stadion, ihrem ehemaligen Wohnzimmer, treffen sie jetzt aufeinander. Und dann ist da noch José Mourinho. Mit dem aktuellen Inter-Coach hatte Robben beim FC Chelsea eine tolle gemeinsame Zeit. „Dieses Spiel ist etwas ganz Besonderes“, will Robben diese außergewöhnliche Situation gar nicht erst klein reden.

Wiedersehen mit Sneijder

Die Real-Fans werden wohl wehmütig das Finale in der Champions League verfolgen. Schließlich standen Robben und Sneijder noch zu Saisonbeginn bei den Königlichen unter Vertrag. Doch nach den Verpflichtungen der teuren Stars Kaká und Cristiano Ronaldo benötigte Real Geld und legte den beiden einen Vereinswechsel nahe, zumal der aufgeblähte Kader etwas ausgedünnt werden musste.

Während der Traum vom Endspiel im eigenen Stadion für Madrid jäh geplatzt ist, kehren mit den beiden niederländischen Nationalkickern ausgerechnet zwei Ex-Spieler zum Saison-Highlight im europäischen Klub-Fußball zurück an ihre alte Wirkungsstätte. „Wir wollten am Anfang der Saison beide in Madrid bleiben“, blickt Robben auf den vergangenen Sommer zurück. „Doch dann hat sich die Situation geändert und wir beide haben uns entschieden zu gehen. Es ist super, dass wir jetzt zurückkommen.“

Bereit für Inter

2007 wechselte Robben vom FC Chelsea zu Real Madrid. In 50 Ligaspielen erzielte er elf Treffer für die Königlichen. Zum Vergleich: In 24 Ligaspielen für den FC Bayern traf der Dribbelkünstler gleich 16 Mal ins Schwarze. Kein Wunder, dass man in Madrid den Qualitäten des 26-Jährigen hinterher trauert, ebenso wie Inters Aktivposten Sneijder. „Für Real war es ein Traum, im eigenen Stadion das Finale zu spielen. Das hat nicht geklappt. Wir sind gegangen, haben einen neuen Verein gefunden und stehen jetzt im Finale“, beschreibt Robben die kuriose Situation.

Nach dem gewonnenen Pokalfinale gegen Werder Bremen hat er seinem Landsmann gleich eine SMS geschickt. „Jetzt sind wir für euch bereit“, plauderte Robben den Inhalt aus. Doch das will er natürlich nur als einen kleinen Spaß unter Freunden verstanden wissen. „Wir wissen doch beide genau, wie es ist. Jeder will gewinnen. Wir können beide stolz sein auf diese Saison.“ Dass der angeschlagene Sneijder eventuell nicht auflaufen wird, daran glaubt Robben übrigens nicht. „Er spielt hundertprozentig. Und wenn er 100 Spritzen braucht, aber er spielt.“

Alle hören zu

Schließlich ist er ein wichtiger Eckpfeiler in Mourinhos System. Ebenso wie über Sneijder findet Robben auch über den Inter-Trainer nur lobende Worte. Zwischen 2004 und 2007 arbeiteten sie beim FC Chelsea erfolgreich miteinander. „Wir haben zusammen alles gewonnen, was man in England gewinnen kann. Außerdem haben wir zusammen Geschichte geschrieben, weil wir Chelsea zur ersten Meisterschaft seit 50 Jahren geführt haben. Ich habe nur positive Erfahrungen mit ihm gemacht und freue mich, ihn zu sehen“, erzählt Robben.

Er kennt Mourinho ebenso gut wie Louis van Gaal. Daher kann er sich einen Vergleich der beiden Erfolgstrainer erlauben. „Van Gaal arbeitet offensiv und denkt offensiv. Mourinho will nur gewinnen und denkt mehr an die defensive Ordnung. Aber beide sind gleich streng, beide sind eine große Persönlichkeit. Das ist sehr wichtig im Fußball. Wenn sie sprechen, hören alle zu.“

Kein Spiel wie jedes andere

Am Samstag sehen sie sich alle auf dem Platz im Estadio Santiago Bernabeu wieder. Für jeden von ihnen ist es das Spiel des Jahres. Doch trotz aller Vorfreude auf das Wiedersehen mit vielen alten Bekannten, stellt Robben auch unmissverständlich fest, dass die Reise nach Madrid unter einem ganz anderen Motto steht. Robben: „Ich fahre nicht dahin, um Urlaub zu machen. Ich will das Finale spielen und das Finale gewinnen.“ Schließlich ist ein kein Spiel wie jedes andere.

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