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'Eine Fifty-Fifty-Partie'

Rummenigges Wiedersehen mit Inter

Auch nach 23 Jahren hat Karl-Heinz Rummenigge nichts verlernt. „Allora“, beginnt er und dann ist er nicht mehr aufzuhalten. „Sentenza“… „squadra“… „ricordo“… dem Vorstandsvorsitzenden des FC Bayern fließen italienische Wörter so selbstverständlich über die Lippen, wie er früher Tore geschossen hat. Für den FC Bayern natürlich (162 in 310 Spielen) und auch für Inter Mailand (24 in 64 Spielen), dem Gegner des deutschen Rekordmeisters am Samstag im Champions-League-Finale. Natürlich ist Rummenigge davor ein gefragter Mann. Auf einer Pressekonferenz, vier Tage vor dem Endspiel, stand der 54-Jährige Rede und Antwort - und übersetzte, 23 Jahre nachdem er Mailand verlassen hatte, auch selbst ins Italienische.

Es ist unverkennbar: Die drei Jahre (1984-87) bei den „Nerazzurri“ haben Rummenigge geprägt. „Ich habe dort nicht nur eine Sprache gelernt, sondern auch eine andere Sichtweise des Lebens kennen gelernt“, erzählte er, „ich bin geduldiger geworden, entspannter, relaxter.“ Er habe „sehr schöne Erinnerungen“ an eine „äußerst glückliche Zeit“ in Mailand. „Obwohl es fußballerisch gar nicht so erfolgreich war. Wir haben leider keinen Titel gewonnen.“

Und geht es nach Europas Fußballer des Jahres von 1980 und 1981 dann soll Inter auch am Samstag wieder leer ausgehen. „Triple-Gewinner FC Bayern“, diese Schlagzeile wünschte sich Rummenigge nach dem Champions-League-Finale. Doch er weiß auch, dass der FCB gegen seinen Ex-Klub eine harte Nuss zu knacken hat. „Inter Mailand stellt höchste Qualität in Europa dar. Das ist ein sehr guter Klub, der sehr gut geführt wird, mit einem sehr guten Trainer. Trotzdem haben wir eine ordentliche Chance.“

'Ein Spiel auf Augenhöhe'

Rummenigge sprach von einer „Fifty-Fifty-Partie“, einem „Spiel auf Augenhöhe“. Es werde auf die Tagesform ankommen. Dass Inter in Italien als Favorit gehandelt wird, kommentierte er gelassen: „Damit habe ich grundsätzlich kein Problem. Ich habe den Eindruck, dass das unsere Mannschaft noch mehr reizt.“ Apropos: Der Mannschaft von Louis van Gaal machte der Vorstandschef des FC Bayern machte einmal mehr „ein Riesenkompliment“ und schwärmt von den Attributen, die sie auszeichnen: „großer Wille, Leidenschaft, Kampfgeist und spielerische Qualität.“

Das Finale der „Königsklasse“ zu erreichen, sei heutzutage „viel schwieriger“ als früher im Landesmeister-Cup. „Mit der Einführung der Champions League ist die Qualität noch mal dramatisch gestiegen“, sagte Rummenigge, „schon in der Gruppenphase muss man extrem konzentriert spielen, um nicht ein blaues Wunder zu erleben - wie es uns diese Saison beinahe passiert ist.“

Kampf um die Kirsche

Doch jetzt steht der FC Bayern im Endspiel gegen Mailand, was auch Rummenigge selbst etwas überrascht: „Wenn man am Anfang der Saison über Favoriten gesprochen hat, ist weder der Name von Inter Mailand noch von Bayern München gefallen. Aber beide Klubs haben sich das verdient, weil sie beide eine phantastische Saison gespielt haben.“ Die Kirsche auf diese Sahnetorten-Saison, wie Rummenigge es umschreibt, will aber der FC Bayern setzen.

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