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Philipp Lahm berichtet

So läuft der Tag vor einem (End-)Spiel

Er ist erst 26 Jahre alt, doch in Sachen großer und wichtiger Spiele ist Philipp Lahm schon ein alter Hase. Sowohl mit dem FC Bayern als auch mit der deutschen Nationalmannschaft hat der Außenverteidiger schon viele, viele Schlachten geschlagen. Doch wie verbringt ein Spieler eigentlich die Stunden bis zu so einem Spiel? fcbayern.de war neugierig und hat sich von Lahm diese Frage vor dem Pokalendspiel am Samstag gegen Werder Bremen ausführlich beantworten lassen.

Philipp Lahms Spieltag

„Zunächst einmal muss ich sagen: Ich schlafe vor einem Spiel immer gut, egal ob ein Finale oder eine ganz normalen Bundesligapartie ansteht. Da habe ich überhaupt keine Probleme. Der Tag vor einem Spiel zieht sich aber oft ziemlich lange, gerade bei einem Abendspiel wie jetzt am Samstag. Da ist es bis zum Nachmittag um 15 oder 16 Uhr meistens ziemlich zäh und man versucht, nur irgendwie die Zeit rumzubringen, oder ist mit Nahrungsaufnahme beschäftigt.

Zum Glück lässt uns Louis van Gaal lange schlafen, so bis 10 Uhr. Ich werde auch selten früher wach - unsere Familienväter im Team sind das natürlich anders gewohnt. Danach geht es zum Frühstück, das ist dann meistens um 10.30 Uhr. Anschließend haben wir die erste Teambesprechung. Danach geht jeder auf sein Zimmer zurück und bereitet sich individuell auf das Spiel vor, ehe das Mittagessen ansteht. Ich schlafe dann meistens am Nachmittag noch mal so knapp eine Stunde, schaue vielleicht ein bisschen Fernsehen oder eine DVD. Lesen mag ich da nicht mehr, sondern ich will mich dann nur noch ein wenig berieseln lassen.

Knapp drei Stunden vor dem Spiel gibt es dann noch mal was zum Essen. Ich esse dann meistens einfach ein paar Spaghetti, andere nehmen auch Kaffee und Kuchen zu sich. Dann gibt es nochmal eine Besprechung und kurz danach fahren wir mit dem Bus zum Stadion. Eine spezielle Musik höre ich dann nicht.

Rituale vor einem Spiel habe ich auch keine, außer, dass ich vor dem letzten Essen noch mal Duschen gehe. Das ist dann für mich auch der Startschuss zum Spannung-Aufbauen, sich voll und ganz auf das Spiel zu fokussieren. Damit schon früher zu beginnen, macht meiner Meinung nach keinen Sinn, sonst verpufft das alles. Man kann nicht über Stunden unter Strom stehen. Was man allerdings den ganzen Tag und auch die Tage zuvor macht, ist, sich auf das gegnerische Team oder bestimmte Gegenspieler einzustellen. So manche Situation spielt man dann schon mal in Gedanken durch.

Die Nacht nach einem Spiel, gerade nach den Abendspielen in der Champions League, kann ich meistens nur ganz schlecht einschlafen. Man ist dann einfach noch zu sehr mit dem Spiel und den Ereignissen beschäftigt, alles ist noch zu frisch und man ist aufgewühlt. Ich brauche dann einfach Zeit, um wieder runterzukommen. Das kann dann auch schon bis 2 oder 3 Uhr in der Früh dauern.“

Aufgezeichnet von Dirk Hauser

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