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Final-Historie

Triumphe, Tränen - und vier Titel

Triumphe, Tränen - und vier Titel. Von sieben Endspielen im Europapokal der Meister hat der FC Bayern vier gewonnen. Vor neun Jahren feierten die Münchner mit dem Sieg gegen den FC Valencia im Elfmeterschießen in Mailand den letzten großen Triumph. Am Samstag will das Team in die Fußstapfen von Stefan Effenberg, Oliver Kahn & Co. treten.

fcbayern.de dokumentiert die Endspiele des Rekordmeisters im Cup der Landesmeister und der Champions League. Nicht aufgeführt sind die jeweils gewonnenen Finals im UEFA-Cup und im Pokal der Pokalsieger - insgesamt ist es also das 10. Europacup-Endspiel der Münchner.

Bayerns Final-Historie im Meistercup/Champions League:

15. und 17. Mai 1974 in Brüssel: Eine Minute vor Ablauf der Verlängerung bewahrt Hans-Georg „Katsche“ Schwarzenbeck die Bayern mit einem „Goldenen Tor“ aus 30 Metern vor dem K.o. gegen Atletico Madrid. „So hätte nicht einmal der Pele treffen können“, jubelt der „Putzer des Kaisers“ nach seinem Treffer zum 1:1. Zwei Tage später im Wiederholungsspiel macht der 22-jährige Uli Hoeneß „das Spiel meines Lebens“, erzielt beim 4:0-Erfolg gegen die müden Spanier wie Gerd Müller zwei herrliche Tore.

28. Mai 1975 in Paris: „Bulle“ Roth und „Bomber“ Gerd Müller sorgen für das 2:0 gegen Leeds United. Sepp Maier bietet im Tor eine Weltklasseleistung. Der französische Schiedsrichter versagt Leeds ein klares Tor und einen Elfmeter und wird von der UEFA lebenslang für Europacupspiele gesperrt. Uli Hoeneß erleidet eine Knieverletzung, die sein späteres frühes Karriereende einleitet.

12. Mai 1976 in Glasgow: Beim 1:0 gegen Frankreichs Champion AS St. Etienne avanciert erneut der Allgäuer Franz Roth zu Bayerns „Mr. Europacup“. Sein Siegtor bedeutet zugleich das Ende einer Ära, obwohl Präsident Neudecker beim Festbankett noch der Ansicht ist, „dass der FC Bayern sich noch zu Tode siegen wird“. Der 20-jährige Karl-Heinz Rummenigge ist so nervös, dass er vor dem Anpfiff zwei Cognac trinken muss.

26. Mai 1982 in Rotterdam: Gegen Aston Villa liefern die Bayern vor 45.000 Zuschauern eine mitreißende Partie, aber kein Happy-End. Whites Siegtreffer nach 67 Minuten bezwingt Paul Breitner & Co. und stürzt den Verein in tiefe Depression. „Diese Saison hätte ein bösartiger Regisseur gegen uns nicht schlimmer gestalten können“, stöhnt Trainer Pal Csernai trotz des Sieges im DFB-Pokal.

27. Mai 1987 in Wien: Der kleine Dribbelkönig „Wiggerl“ Kögl erzielt gegen den FC Porto sein erstes Kopfballtor als Profi. Aber der Algerier Madjer mit der Hacke und der brasilianische „Joker“ Juary zerstören innerhalb von nur 180 Sekunden den Traum vom vierten Triumph. „Dies ist die bitterste Niederlage meines Lebens. Ich muss mir gratulieren, dass ich aufhöre“, sagt der scheidende Trainer Udo Lattek. Kapitän Klaus Augenthaler fehlt wegen einer Roten Karte aus dem Halbfinal-Rückspiel gegen Real Madrid.

26. Mai 1999 in Barcelona: „Ein Spiel dauert 90 Minuten.“ Die Fußball-Weisheit von Sepp Herberger wird von Manchester United in 100 Sekunden brutal widerlegt. Nach Mario Baslers Führungstor treffen Sheringham und Solskjaer in der Nachspielzeit zum 2:1-Sieg für die Engländer. Für Hitzfeld gilt, was alle beim FC Bayern fühlen: „Der Stachel von Barcelona sitzt immer noch tief.“

23. Mai 2001 in Mailand: Zwei Jahre nach dem tränenreichen Final-Drama schaffen es Oliver Kahn und seine Mitstreiter doch noch auf den europäischen Fußball-Thron. Die glorreichen Sieger um „Elfmetertöter“ Kahn machen die Nacht zum Tag, Uli Hoeneß platzt fast vor Stolz auf die „beste Mannschaft der Welt“ - und Franz Beckenbauer lässt sich zu vorgerückter Stunde sogar zu „kaiserlicher“ Selbstironie hinreißen.

„Stefan Effenberg hat zu mir gesagt, als ich in die Kabine kam: 'An und für sich nicht so schlecht für eine Altherrenmannschaft.' Ich muss ihm zustimmen“, erzählte der „Kaiser“, der das Team nach dem 0:3-Debakel von Lyon noch mächtig abgewatscht hatte („Uwe-Seeler-Traditionsmannschaft“). Doch mit dem 5:4 im Elfmeterschießen (1:1 n.V.) gegen den FC Valencia findet die Saison doch noch ein perfektes Ende.

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