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'Herz und Motor'

DFB-Elf bangt um Schweinsteiger-Einsatz

Es ist ein Kampf um „Herz“ und „Motor“. Mit diesen zwei Worten hat Bundestrainer Joachim Löw die immense Bedeutung von Bayern-Profi Bastian Schweinsteiger für das deutsche WM-Team beschrieben. Darum versucht die medizinische Abteilung der DFB-Auswahl um „Doc“ Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt mit einer Rund-um-die-Uhr-Behandlung alles, um den Münchner für den Achtelfinal-Knüller gegen England fit zu kriegen. „Wir hoffen, dass es klappt“, sagte Teammanager Oliver Bierhoff am Samstag in einer Mischung aus Skepsis und Zuversicht.

Es wird ein Wettlauf mit der Zeit, der bis kurz vor dem Anpfiff am Sonntag (16.00 Uhr) im Free State Stadium von Bloemfontein anhalten wird. Eine Muskelverhärtung im rechten Oberschenkel ist das Problem. Am Freitag war der Münchner unter ärztlicher Beobachtung ein wenig gelaufen. Beim Abschlusstraining am Samstag stand Schweinsteiger zwar auf dem Rasen des Platzes der Technischen Universität von Bloemfontein, absolvierte aber nur ein reduziertes Programm.

Dreh- und Angelpunkt

Man werde «definitiv erst relativ kurz vor dem Spiel» wissen, ob der 25-Jährige auflaufen kann. Die Entscheidung falle nach Rücksprache mit den Ärzten und einem allerletzten Test am Sonntag, berichtete Torwart-Coach Andreas Köpke. „Mit 90 Prozent Gesundheit wird es nicht reichen», hatte Löw selbst angekündigt: „Wir brauchen Spieler, die alles in dieses Spiel investieren können."

Das gilt besonders für Schweinsteigers Position. Er ist im zentralen Mittelfeld Dreh- und Angelpunkt des deutschen Spiels. Er ist das wichtigste Bindeglied zwischen Defensive und Offensive. Keiner in der DFB-Elf hat mehr Ballkontakte. Schweinsteiger spielt die langen, öffnenden Pässe auf die Flügel, er ist verantwortlich für Ordnung in den eigenen Reihen. Und er braucht die absolute Fitness, um in den erwarteten Chef-Duellen mit den englischen Alphatieren Paul Lampard und Steven Gerrard Präsenz zu zeigen.

Kroos als möglicher Ersatz

„Ich muss auch viel defensiv arbeiten“, sagte Schweinsteiger selbst. „Ballgewinn“, lobte Löw, sei eine der ganz großen Stärken des Münchners. Wenn’s nicht reichen sollte, hat Löw ein kapitales Problem. „Der Trainer hat noch keine feste Alternative im Kopf“, sagte Bierhoff. Die Doppel-Sechs mit Toni Kroos (20) und Sami Khedira (23) hatte der Bundestrainer beim WM-Test gegen Ungarn (3:1) 45 Minuten geprobt, extrem riskant wäre sie gegen England trotzdem.

Er würde einem Kroos durchaus sein „Vertrauen schenken“, sagte Löw. Der Bayern-Rückkehrer ersetzte Schweinsteiger bereits beim 1:0 gegen Ghana in der Schlussphase. „Wenn Schweini nicht fit wird, bin ich da“, erklärte Turnierneuling Kroos selbstbewusst. Die Stärken des Youngsters liegen eindeutig im Offensivbereich, als „großen Grätscher“ sieht er sich selbst nicht. „Er hat technisch viele Möglichkeiten“, betonte auch Löw die spielerischen Qualitäten.

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