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1 Tor, 1 Assist

Müller wollte 'Rückennummer rechtfertigen'

Müller ist wieder ein großes Thema in Fußball-Deutschland. „WM-Miro“ Klose jagt nach seiner sportlichen Wiederauferstehung die Rekordmarke des „Bombers der Nation“ - und der neue Müller fängt an zu treffen. Wie Thomas Müller das Tor gemacht hat? „Sensationell, mit sehr viel Ruhe und sehr viel Klasse“, lobte Kapitän Philipp Lahm den ersten spektakulären WM-Auftritt von Thomas Müller, für den der prominente Name mehr Lust als Last ist.

Der Bayern-Youngster avancierte neben Mesut Özil, Routinier Klose und Ballermann Lukas Podolski zu einem der großen Gewinner des 4:0-WM-Auftakts der deutschen Nationalelf gegen Australien.

Klose gewoht sachlich

Während der 32 Jahre alte Klose seine Rückkehr zu einem der gefährlichsten WM-Stürmer gewohnt sachlich analysierte, blieb der erst 20-jährige Müller auch in der Aufarbeitung seines dritten Länderspiels forsch und mutig. „Ich wusste, dass ich mich auf die eine Chance fokussieren musste. Ich habe das gut geschafft“, erklärte Klose ruhig seinen elften Treffer in einem WM-Turnier. Damit hat der Torschützenkönig von 2006 bereits Jürgen Klinsmann eingeholt; nur noch Gerd Müller ist mit 14 WM-Toren besser.

Der neue Müller scherzte dagegen frech: „Ich wollte nur den Absatz der Müller-Trikots nach oben treiben.“ Auch für den Shooting-Star ist das Thema Gerd Müller, mit 68 Toren in 62 Länderspielen noch immer der mit Abstand erfolgreichste deutsche Stürmer, in Südafrika ganz nah. „Ich musste irgendwie meine Rückennummer rechtfertigen“, erklärte der Bayern-Aufsteiger in Anspielung an die 13, die einst auch der absolute Ausnahmestürmer Gerd Müller bei der Heim-WM 1974 getragen hatte.

Thomas wie Gerd 1974

„Ein bisschen hat es so ausgesehen wie das Tor von Gerd Müller gegen Holland da im Finale“, bemerkte der neue Müller schmunzelnd nach dem TV-Studium seines ersten Länderspiel-Tores mit dem rechten Fuß aus der Drehung. Jedenfalls scheint ihm die 13 kein Unglück zu bringen: Sein erstes Nationalelf-Tor schoss er am 13. Juni.

Müller wirkt in der großen Jugend-Fraktion des DFB-Teams, die nach dem furiosen WM-Start auch international plötzlich im Fokus steht, wie der Stubenälteste: Abgeklärt und reif wie andere erst mit Ende 20. Fast ungläubig reagierte er auf die Frage, inwieweit die plötzliche Nominierung in die Startelf des dreimaligen Weltmeisters seinen Puls nach oben getrieben habe.

Müller 'kein Blinder'

„Ich habe jetzt schon so viele Spiele gemacht, habe Champions-League-Finale gespielt und DFB-Pokalfinale, bin deutscher Meister. So leicht kann mich nichts mehr aus der Ruhe bringen“, konterte die Saison-Entdeckung. Nur weil es sein erstes Jahr im Profifußball ist, „bin ich doch kein Blinder“, hatte er zuvor schon cool im TV-Interview geantwortet.

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