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Klose sieht Gelb-Rot

Serben bremsen DFB-Team aus

Eine Gelb-Rote Karte für Miroslav Klose, ein verschossener Elfmeter von Lukas Podolski und eine 0:1 (0:1)-Niederlage - so hatte sich die deutsche Nationalmannschaft ihren zweiten Auftritt bei der Weltmeisterschaft in Südafrika nicht ausgemalt. Statt die Weichen frühzeitig auf Achtelfinale zu stellen, wird das letzte Gruppenspiel für das DFB-Team jetzt zu einem Endspiel. Gegen Ghana muss es am kommenden Mittwoch (23. Juni) unbedingt gewinnen, um sich sicher für die Runde der letzten 16 zu qualifizieren.

„In der Kabine herrscht Wut und Enttäuschung, weil wir das Spiel einfach nicht verlieren dürfen. Mir fehlen fast die Worte für das, was heute passiert ist“, sagte Bastian Schweinsteiger nach dem Schlusspfiff. Der Mittelfeldregisseur war einer von fünf FCB-Profis in der deutschen Startaufstellung. Insgesamt vertraute Bundestrainer Joachim Löw vor 40.000 Zuschauern im Nelson Mandela Bay Stadion von Port Elizabeth der gleichen Elf, die fünf Tage zuvor beim 4:0 gegen Australien geglänzt hatte.

Khedira an die Latte

Auch gegen die kompakten und kompromisslosen Serben begann das DFB-Team gut, musste in der 37. Minute durch den Platzverweis gegen Klose aber einen ersten Dämpfer hinnehmen. Der spanische Schiedsrichter Alberto Undiano schickte den zuvor bereits gelb-verwarnten FCB-Stürmer nach einem Foul auf Höhe der Mittellinie vom Platz. Franz Beckenbauer nannte die Entscheidung des Schiedsrichters „zu kleinlich“. Löw meinte: „Acht gelbe Karten und eine gelb-rote sind zu viele. Es war kein unfaires Spiel. Sicher hätte aber auch Klose etwas vorsichtiger sein können.“

Nur eine Minute später der nächste Rückschlag für Deutschland. Nach Flanke von Milos Krasic herrschte Unordnung vor Manuel Neuers Tor und Milan Jovanovic schoss den Ball aus kurzer Entfernung in die Maschen - 0:1 (38.). Trotz des Doppelschocks wäre das DFB-Team in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit fast noch zum Ausgleich gekommen: Sami Khediras Schuss landete aber an der Querlatte.

Podolski scheitert

Schwungvoll startete das deutsche Team dann auch in die zweite Spielhälfte. Einen Schuss von Schweinsteiger parierte Serbiens Torhüter Vladimir Stojkovic (54.), Podolski schoss zweimal knapp vorbei (57., 59.). In der 60. Minute hatte der ehemalige Münchner schließlich die größte Chance zum 1:1, als der Schiedsrichter nach einem Handspiel von Nemanja Vidic auf Strafstoß entschied - Podolski scheiterte jedoch an Stojkovic. „Das war nicht so gut. Normalerweise schießt er die Bälle scharf ins Eck“, meinte Löw.

In der Folgezeit blieb die DFB-Elf am Drücker, entging aber zweimal nur knapp der Vorentscheidung, als sowohl Jovanovic (67.) als auch Nikola Zigig (74.) nur Aluminium trafen. Löw versuchte mit der Einwechslung von Marko Marin, Cacau (beide 70.) und Mario Gomez (77.), noch einmal frischen Wind ins deutsche Angriffsspiel zu bringen. Mehr als ein Fernschuss von Podolski (84.), der am Tor vorbeiging, sprang für seine Mannschaft aber nicht mehr heraus.

Löw: 'Gute Moral, kein Glück'

„In der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft alles gegeben. Trotz Unterzahl haben wir es geschafft, Chancen herauszuspielen und eine gute Moral bewiesen“, sagte der Bundestrainer nach dem Schlusspfiff, „aber wir waren nicht von Glück begleitet.“

Die Statistik zum Spiel:

Deutschland - Serbien 0:1 (0:1)


Deutschland: Neuer - Lahm, Mertesacker, Friedrich, Badstuber (77. Gomez) - Khedira, Schweinsteiger - Müller (70. Marin), Özil (70. Cacau), Podolski - Klose

Tore: 0:1 Jovanovic (38.)

Gelbe Karten: Khedira, Lahm, Schweinsteiger / Ivanovic, Kolarov, Subotic, Vidic

Gelb-Rote Karte: Klose (37./wiederholtes Foulspiel)

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