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Müllers Krönung

'Bester Junger Spieler' und Torschützenkönig

Die steile Karriere von Thomas Müller in seiner ersten Profi-Saison hat zum Abschluss der Weltmeisterschaft in Südafrika ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Nach dem Finale in Johannesburg ist der 20 Jahre alte Bayern-Profi am Sonntagabend von der Technischen Studien-Gruppe der FIFA (TSG) als „Bester Junger Spieler“ ausgezeichnet worden und hat sich zudem den „Goldenen Schuh“ von adidas als bester Torschütze des Turniers gesichert.

„Es ist natürlich eine Ehre, in einer Reihe genannt zu werden mit Spielern wie Pele, Franz Beckenbauer, Michael Owen oder zuletzt Lukas Podolski. Für mich persönlich ist es eine Super-Bestätigung meiner Arbeit in diesem Jahr“, meinte Müller. „Mich freut es, dass ich so einen extremen Lauf hier hatte, es hat auch einfach Spaß gemacht. Die Auszeichnung wird mir für alle Ewigkeit bleiben und ist auch eine schöne Erinnerung.“

Fünf Tore, drei Assists

Gemeinsam mit dem Mexikaner Giovanni dos Santos und dem Ghanaer André Ayew war Müller am Freitag von der TSG in die Endauswahl um die Trophäe nominiert worden. „Im Eilzugstempo ist Thomas Müller an die internationale Spitze gestürmt. Mit seinem dynamischen Spiel und seinem Torriecher ist er in Südafrika zum Publikumsliebling avanciert“, lautete die offizielle Begründung der TSG.

Am Ende setzte sich der gebürtige Oberbayer nicht zuletzt auch dank seiner fünf erzielten Treffer und drei Torvorlagen durch. Sein letzter Treffer gelang ihm am Samstag im „kleinen Finale“ um Platz drei gegen Uruguay. Dieser machte ihn auch zum besten Torschützen vor Wesley Sneijder und David Villa, die ebenfalls fünf Treffer auf dem Konto hatten, aber dafür weniger Vorlagen. „Das freut mich natürlich besonders, 40 Jahre nach Gerd Müller den 'Goldenen Schuh' gewonnen zu haben“, sagte der neue Müller. Der „Bomber der Nation“ war 1970 bester WM-Torjäger.

Ein wundervoller Spieler

„Es ist natürlich ein Wahnsinn, wenn du neu zu einer WM kommst. Wenn mir jemand acht Scorer-Punkte vorhergesagt hätte, hätte ich auch gesagt, ihr spinnt doch alle“, beschrieb Müller etwas ungläubig seine nach eigenen Worten „Wahnsinns-WM“, bei der er sowohl nach dem Spiel gegen Uruguay als auch nach dem 4:1-Erfolg im Achtelfinale gegen England, zum „Man of the Match“ gewählt. „Es ist eine Ehre, aber der WM-Titel wäre mir im Endeffekt wichtiger gewesen“, meinte Müller mit einem weinenden Auge.

„Er ist ein wundervoller Spieler“, lobte Bayern-Legende Gerd Müller seinen jungen Namensvetter, den er noch vor etwas mehr als einem Jahr in der zweiten Mannschaft des Rekordmeisters trainiert hatte. „Der Junge kann alles. Der ist schnell, schießt links wie rechts, spielt Kopfball und - was er gut kann - er läuft gut in die Gasse rein. Er denkt mit, hat ein gutes Spielverständnis und einen Torriecher“, so der „Bomber der Nation“ auf Nachfrage von fcbayern.de.

Noch ausbaufähig

Die Auszeichnung zum „Besten Jungen Spieler“ sowie ein neues Auto als weiteren Preis konnte Müller indes nicht persönlich entgegen nehmen. Denn die Preisverleihung fand unmittelbar nach dem WM-Finale zwischen den Niederlanden und Spanien am Sonntagabend im Soccer-City-Stadion von Johannesburg statt. Müller jedoch saß zu dieser Zeit mit der DFB-Auswahl bereits im Flieger zurück nach Deutschland, nach der Rückkehr in die Heimat geht es erstmal in den wohlverdienten Urlaub.

„Ich werde die nächsten paar Wochen keinen Ball berühren, sondern mich erstmal auf die faule Haut legen“, kündigte Müller nach seinem rasanten Aufstieg in den letzten zwölf Monaten an. Stammplatz im Starensemble des Rekordmeisters, Meistertitel, DFB-Pokalsieg, Champions-League-Finale - und jetzt Platz drei bei der WM. „Da kann man einigermaßen zufrieden sein. Aber es ist ja noch ausbaufähig“, meinte Müller schmunzelnd.

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