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Angriffslustig auf dem Laufband

Breno liegt voll im Plan

Sein rechtes Bein mit der OP-Narbe am Knie stützt Breno locker gegen das Tischgestell, geduldig und mit sanfter Stimme beantwortet er die Fragen der versammelten Journalisten. Breno spricht wie er spielt. „Ruhig, aber voll konzentriert“, wie er selbst seine Spielweise beschreibt. Bis er wieder auf dem Platz Ausrufezeichen setzen kann, muss Breno Vinicius Rodrigues Borges aber noch warten. „Am liebsten würde ich gleich morgen wieder auf dem Platz stehen, aber man muss vorsichtig vorgehen“, sagt der Brasilianer. Erst in zwei Monaten wird es soweit sein, glaubt er.

Bis dahin arbeitet Breno weiter allein. Knapp fünf Monate nach seinem Kreuzband- und Innenmeniskusriss liegt er gut in seinem Rehaplan, vor kurzem hat er mit dem Lauftraining begonnen. Noch kann er sein Knie aber nicht voll belasten. Auf einem speziellen Laufband wird die Belastung zurzeit von Tag zu Tag gesteigert, bis er schon bald ganz normal laufen kann.

'Eine sehr schöne Zeit in Nürnberg'

„Es geht mir hervorragend. Ich fühle mich sehr wohl“, berichtete Breno am Donnerstag. Den 7. März 2010, als er nach einem Foulspiel des Leverkuseners Stefan Reinartz vom Platz hatte getragen werden müssen, hat er abgehakt, wenngleich auch nicht ganz vergessen. In künftigen Zweikämpfen werde die Szene, in der er sich verletzt hat, mitschwingen, vermutete er.

Doch damit kann Breno umgehen. Trotz der schweren Verletzung hat der das letzte halbe Jahr in bester Erinnerung. Im Januar zum 1. FC Nürnberg ausgeliehen, konnte er beim „Club“ wertvolle Spielpraxis sammeln. „Ich hatte eine sehr schöne Zeit in Nürnberg und möchte mich für die Gelegenheit bedanken, dass ich dort spielen konnte und zeigen konnte, was ich kann“, sagte er, „der Spielrhythmus hat mir sehr gut getan.“

Überzeugendes Gastspiel

Sieben Partien hat Breno nach der Winterpause für den FCN bestritten, viel Lob von Nürnbergs Trainer Dieter Hecking bekommen („Er war unser überragender Innenverteidiger.“) und auch die „kicker“-Durchschnittsnote von 2,7 zeugt von einem beachtlichen Gastspiel des Brasilianers im Frankenland. Bis er am 7. März jäh gestoppt wurde.

Schon wenige Tage nach seiner Verletzung wurde Breno, der zuvor in zwei Jahren beim FC Bayern nicht über die Ersatzrolle hinausgekommen war (15 Pflichtspiele), vom US-Spezialisten Professor Richard Steadman operiert. Danach begann er mit seinem Rehaprogramm beim FC Bayern, das er zuletzt auch ein paar Wochen lang bei seinem Heimat-Klub FC Sao Paulo durchführte. Seit letztem Sonntag ist Breno zurück in München.

'Es liegt an mir'

„Der Verein hat alles in Bewegung gesetzt, damit ich die besten Ärzte und die beste Reha bekomme“, freute sich Breno über die fast schon „mütterliche“ Betreuung durch den FC Bayern. Zurückzahlen möchte er mit Leistung auf dem Platz. „Ich trainiere hart und werde alles dafür tun, um so schnell wie möglich fit zu werden“, sagte er. Und dann will er um einen Stammplatz kämpfen.

Breno weiß, dass die Konkurrenz in der Innenverteidigung „sehr groß und sehr gut“ ist. „Aber der Trainer hat gesagt, dass ich Chancen habe“, erzählte er von einem Gespräch mit Louis van Gaal. Auch dass er mit der neuen Rückennummer 2 (bisher 15) in die Saison geht, dürfte ihm Mut machen. Und mit 20 Jahren liegt seine Karriere ja ohnehin erst vor ihm. Doch Breno weiß auch, „dass es an mir liegt, mich gegen die Konkurrenz durchzusetzen.“ Er verspricht: „Ich werde mir im Training große Mühe geben.“

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