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FCB II vor Auftakt

Im Van-Gaal-Stil in die neue Saison

Es war knapp 2 Uhr, als Hermann Gerland mit seiner Mannschaft an der Säbener Straße aus dem Bus stieg. Müde und kaputt nach der langen Fahrt vom Gardasee nach München machten sich Torjäger Deniz Yilmaz und Co. auf dem Heimweg. Für Freitag war dann erst mal Ausschlafen und Relaxen angesagt, ehe die Gerland-Truppe am Samstag die nächste Reise antritt. Dann geht’s Richtung Berlin, wo am Sonntag die neue Drittligasaison mit dem Spiel bei Aufsteiger SV Babelsberg eröffnet wird.

Gut sechs Wochen Vorbereitung liegen jetzt hinter der zweiten Mannschaft. Es war eine Vorbereitung, wie sie die U 23 des Rekordmeisters wohl noch nie erlebt hat, denn die meiste Zeit trainierten sie mit den Profis zusammen. „Es war eine super Erfahrung“, sagte Maximilian Haas, der von Gerland zum neuen Mannschaftskapitän bestimmt wurde. „Es war interessant, mal den ganzen Rummel drum herum mitzuerleben.“ Bei den Trainingseinheiten im Stadion von Arco zum Beispiel waren meist über 1.000 Zuschauer dabei - mehr als bei vielen Heimspielen der Amateure im Grünwalder Stadion.

„Und natürlich konnte man sich viel abschauen und sich dadurch weiterentwickeln“, betonte Haas. Dafür sorgte besonders Van Gaal, der die Amateure auf dem Trainingsplatz genauso behandelte wie seine Profis. Bei den Trainingsspielen coachte er sogar fast immer das Team, in dem der vermeintliche Stamm der zweiten Mannschaft auflief. „Meine Spieler haben davon sehr profitiert, dass sie mal hautnah miterleben konnten, wie es bei den Profis zugeht“, ist sich Gerland sicher.

Der „Tiger“ ist nach seinem 14-monatigen „Aushilfsjob“ als Co-Trainer in der ersten Mannschaft mit Beginn dieser Saison wieder Chefcoach bei den „kleinen“ Bayern. Auch er hat von der Zeit unter Van Gaal profitiert, wie er am Donnerstag in Riva gestand. „Ich habe viel dazu gelernt, bin aber auch bestätigt worden.“ Gerland hatte Van Gaal Thomas Müller und Holger Badstuber angepriesen. Die Entwicklung der beiden in den letzten 12 Monaten ist bekannt.

Amateuere spielen wie die Profis

Gerland wird auch in Zukunft einen ganz engen Kontakt zu Van Gaal pflegen und teilweise auch weiterhin als Co-Trainer bei den Profis fungieren, zumindest bei den Trainingseinheiten. Das Training der Amateure wird zukünftig stark an die Übungen der Profis angelegt sein. „Was die Profis üben, üben wir auch.“ Auch die Spielphilosophie und die taktische Aufstellung (4-2-3-1) sollen übernommen werden, um somit den nahtlosen Wechsel eines Kandidaten für die Profis zu ermöglichen. „Wenn Van Gaal will, dass ein Spieler auf einer bestimmen Position spielt, dann wird er auch dort spielen“, sagte Gerland.

„Wir wollen wieder den einen oder anderen Spieler nach oben bringen“, führte Gerland weiter aus. „Bei zwei, drei Spielern sehe ich schon jetzt großes Potenzial. In ein, zwei Jahren können sie auf jeden Fall Bundesliga spielen. Ob sie für Bayern München infrage kommen, werden die nächsten Jahre zeigen.“ Einen neuen Müller oder Badstuber habe er bis jetzt aber noch nicht ausgemacht: „Zaubern können wir auch nicht.“

Saisonziel: Klassenerhalt

Um die eigenen Talente auch in Zukunft bestmöglich zu fördern und auch zu fordern, wäre ein Verbleib in der 3. Liga wichtig. Inwieweit der völlig neu zusammengestellte Kader - acht Zugängen stehen sieben Abgänge gegenüber - mit nur wenig drittliga-erprobten Spielern das gewährleistet, ist sich Gerland noch nicht sicher. „Nichtabstieg“ nennt er daher als Saisonziel. „Drei Punkte“ lautet der Wunsch für den Auftakt in Babelsberg, „aber das sage ich sowieso vor jedem Spiel.“ Verzichten muss er dabei auf die beiden verletzten Routiniers Danny Schwarz und Christian Saba sowie Neuzugang Ivan Cosic.

Für fcbayern.de in Riva: Dirk Hauser

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