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'Win-Win-Situation'

Ösi-Talente verstärken FCB - und umgekehrt

Am letzten Freitag vermeldete die zweite Mannschaft des FC Bayern den siebten Neuzugang. Deniz Mujic wechselte vom österreichischen Zweitliga-Absteiger FC Dornbirn nach München. Der 19 Jahre alte Offensivspieler, der bereits drei Wochen mittrainiert hatte, unterschrieb einen Zwei-Jahres-Vertrag bis zum 30. Juni 2012.

Auf den ersten Blick ist an diesem Transfer nichts Ungewöhnliches auszumachen, doch schaut man mal genauer hin, dann stellt man fest: Mujic ist bereits der elfte Österreicher beim Rekordmeister: David Alaba (Profikader), Christoph Knasmüllner und Marcel Holzmann (FC Bayern München II), Kevin Friesenbichler, Dominik Traunmüller und Dominik Burusic (U 19), Christian Derflinger und Alessandro Schöpf (U 17) sowie Stefan Faistenauer (U 15) und Marco Friedl (U 13) haben ebenfalls wie Mujic ihre Wurzeln irgendwo in der Alpenrepublik.

FCB-Scouts in Austria unterwegs

Ein Zufall? Ganz und gar nicht, wie junior-team-Leiter Werner Kern berichtete. „In Österreich wird hervorragende Nachwuchsarbeit betrieben. Da wären wir ja dumm, wenn wir uns da nicht umschauen würden“, sagte er im Gespräch mit fcbayern.de. So fuhren die Jugendscouts des FCB in der letzten Zeit vermehrt ins Nachbarland, zumal da die Konkurrenz anderer Klubs aus Deutschland noch nicht so groß ist.

Vorteilhaft aus Sicht des FC Bayern ist dabei natürlich die regionale Nähe zu Österreich. „Diese Spieler können nach München kommen, ohne allzu große Probleme auf sich zu nehmen“, sagte Kern. Und natürlich seien auch keine Integrationsprobleme zu erwarten. „Wir haben die gleiche Sprache, die gleiche Kultur, die selben Werte.“ Bayern und Österreicher sind für viele Menschen nördlich des „Weißwurstäquators“ sowieso kaum auseinanderzuhalten.

Cerny spricht aus Erfahrung

Aber auch der österreichische Fußball kann von dieser engen Beziehung mit dem FC Bayern profitieren. „Ich halte das für eine klassische Win-Win-Situation“, sagte Bayerns U16-Coach Harald Cerny, ein ehemaliger österreichsicher Auswahlspieler. Für einen jungen Spieler aus Österreich sei es ein „optimaler Weg, zu einem Verein wie dem FC Bayern zu gehen.“ Cerny weiß, wovon er spricht.

Der gebürtige Wiener kam selbst in jungen Jahren vom FC Admira Wacker zum FC Bayern, spielte zunächst bei den Amateuren, ehe er in der Saison 1992/93 22 Bundesligaspiele für die „Roten“ bestritt. Später spielte er insgesamt 12 Jahre für die „Blauen“ vom TSV 1860. „Bis zur A-Jugend sind in Österreich die Anforderungen nahezu optimal, danach ist es schwierig“, berichtete Cerny. „Die Qualität der zweiten österreichischen Liga ist nicht so, dass die Talente dort optimale Bedingungen hätten, sich weiter zu entwickeln, weil sie nicht richtig gefordert werden.“ In der 3. Liga, wo Bayerns Zweite spielt, sei das schon ganz anders.

EM 2008 gab den Ausschlag

Dass es mittlerweile überhaupt so viele hoffnungsvolle Talente im österreichischen Fußball gibt, hängt ganz eng mit der Europameisterschaft 2008 zusammen. „Wir haben uns das letzte Mal 1998 für ein großes Turnier qualifiziert. Die EM im eigenen Land war dann der Antrieb, vermehrt in die Talententwicklung zu investieren“, sagte Cerny. „Es blüht jetzt dort auf, was sie vor langer Zeit gesät haben“, ergänzte Kern. 2007 wurde die U 20-Nationalmannschaft Österreichs bei der WM in Kanada Vierter, aktuell spielt die U19 in Frankeich um den EM-Titel - mit Alaba und Knasmüllner vom FCB.

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