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Deutschland gegen Argentinien

Sosa: 'Bessere Offensive wird entscheiden'

Bis kurz vor Turnierbeginn hat er auf seine erste WM-Teilnahme hoffen können, doch am Ende verzichtete Argentiniens Nationaltrainer Diego Armando Maradona auf Bayern-Profi José Sosa. Trotzdem ist das WM-Viertelfinale am Samstag zwischen Deutschland und Argentinien ein ganz besonderer Tag für den 25-Jährigen, der vor zwei Jahren an der Seite von Lionel Messi mit Argentinien Gold bei den Olympischen Spielen gewann.

fcbayern.de traf Sosa, der zuletzt zu Estudiantes de la Plata ausgeliehen war, und sprach mit ihm über das Spiel am Samstag, was seiner Meinung nach in diesem Duell entscheidend sein wird und wie er nach der Rückkehr zum FC Bayern seine Zukunft sieht.

Das Interview mit José Sosa

fcbayern.de: José, was machst Du am Samstagnachmittag?
José Sosa: „Das ist doch klar. Ich schaue mir das WM-Viertelfinale an, zuhause und zusammen mit meiner Familie und Freunden. Ich hoffe, dass es ein besonderer Tag für Argentinien wird. Obwohl ich jetzt in Deutschland wohne, drücke ich natürlich meinen Landsleuten die Daumen."

fcbayern.de: Samstagnachmittag, 16 Uhr: Die Leute in Deutschland werden rund um das Spiel wieder viel feiern, die Public-Viewing-Plätze erwarten einen riesengroßen Ansturm. Wie wird es in Argentinien sein?
Sosa: „Ja, die Leute werden sich auch auf großen Plätzen versammeln und gemeinsam das Spiel schauen. Aber man muss bedenken, dass es dann bei uns noch früh am Morgen ist. Das Spiel gibt’s praktisch zum Frühstück.“

fcbayern.de: Was erwartest Du für ein Spiel?
Sosa: „Es wird auf jeden Fall ein schweres und enges Spiel für unsere Mannschaft, weil Deutschland sich in den letzten Jahren sehr verbessert hat. Sie haben ein junges, hungriges Team und wollen auch den Weltpokal gewinnen. Aber ich denke schon, dass Argentinien gewinnen wird“

fcbayern.de: Beide Teams haben starke Offensivreihen. Wird das Spiel auch in der Offensive gewonnen?
Sosa: „Ich glaube schon. In den wichtigen Spielen sind es oft die besseren Angreifer, die die Entscheidung herbeiführen. Sowohl Argentinien als auch Deutschland haben hohe Qualität im Angriff und wer seine Qualitäten an diesem Tag besser ausnutzt, wird ins Halbfinale einziehen.“

fcbayern.de: Hattest Du in den letzten Tagen Kontakt mit „Micho“?
Sosa: „Ja, ein bisschen. Ich habe ihn gefragt, wie es ihm geht und ihm viel Glück gewünscht. Er hat mir berichtet, dass sich alle in der Mannschaft sehr auf das Spiel gegen Deutschland freuen und dass sie alle sehr optimistisch sind.“

fcbayern.de: Wie wird es für ihn sein, gegen seine Kameraden vom FC Bayern zu spielen, zum Beispiel Miro Klose?
Sosa: „Klar, dass ist ein ganz besonderes Spiel für Micho. Sein Vorteil ist natürlich, dass er viele Spieler der deutschen Mannschaft sehr gut kennt und seinen Mitspielern den einen oder anderen guten Tipp geben kann.“

fcbayern.de: Fast wärst Du selbst in Südafrika dabei gewesen. Bist Du traurig, letztendlich den Sprung auf den WM-Zug verpasst zu haben?
Sosa: „Ich bin stolz darauf, dass ich solange dabei war und zum 30-Mann-Kader gehört habe, noch dazu bei so einer großen Mannschaft mit so vielen guten Spielern wie Argentinien. Natürlich wäre ich auch gerne mit zum Turnier gefahren, aber das war die Entscheidung des Trainers und die muss ich akzeptieren.“

fcbayern.de: Es wird in diesen Tagen viel über Diego Armando Maradona berichtet und geschrieben. Du kennst ihn persönlich. Erzähl uns mal: Was ist er für ein Typ, als Trainer und als Mensch?
Sosa: „Ein großer Spieler muss nicht immer unbedingt ein großer Trainer sein, aber Maradona hat sich dieser Herausforderung gestellt. Er hat eine ganz andere Art als Trainer, er geht ganz offen auf die Spieler zu, umarmt und küsst sie. Damit hat er alle überrascht, aber ich glaube, er fühlt sich selbst immer noch wie ein Spieler. Als Trainer entwickelt er sich von Tag zu Tag weiter. Er will seine Spieler zum WM-Titel führen - so wie er es selbst als Spieler erlebt hat.“

fcbayern.de: Du warst jetzt ein halbes Jahr ausgeliehen nach Argentinien. Wie und wo siehst Du Deine Zukunft?
Sosa: „Ich bin froh darüber, dass ich in Argentinien kontinuierlich Spielpraxis sammeln konnte. Das hat mir gut getan. Jetzt will ich mich hundertprozentig auf die Vorbereitung konzentrieren und dem Trainer zeigen, dass er auf mich bauen kann. Ich warte jetzt mal ab, bis der Kader wieder komplett ist, hoffe aber, dass ich meine Chance bekomme. Ich möchte mich der Herausforderung stellen.“

Das Interview führte: Dirk Hauser

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