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Große Konkurrenz

Tymoshchuk weiß, 'was mich erwartet'

Die Verständigung mit den Mitspielern klappt mittlerweile ganz hervorragend. „Ich kann mit Ivi Russisch sprechen, mit Danijel in einem Mix aus Kroatisch und mit Miro klappt es ganz gut auf Polnisch. Diese Sprachen sind verwandt mit Ukrainisch. Und ansonsten versuche ich mit allen so oft es geht Deutsch zu sprechen“, berichtete Anatoliy Tymoshchuk fcbayern.de.

Und auch in München hat sich der Ukrainer bestens eingelebt. „Ich wohne mit meiner Familie in Grünwald. Das ist ein schöner und ruhiger Ort, und München ist für mich eine der schönsten Städte der Welt. Die Leute sind alle sehr freundlich“, führte „Tymo“ weiter aus. „Eigentlich fühle ich mich hier sehr wohl.“

Sportlich nicht zufrieden stellend

Eigentlich, denn während das Private vollkommen im grünen Bereich liegt - schon bald können die zu früh geborenen Zwillinge (6. Monat!) der Tymoshchuks die Klinik verlassen („es war erforderlich, dass sie unter medizinischer Betreuung geblieben sind, aber sie sind mittlerweile sehr gut gewachsen. Ich freue mich schon, wenn sie endlich nach hause kommen“) - war das letzte Jahr für ihn sportlich gesehen alles andere als zufrieden stellend.

Als absolute Führungskraft und Topstar von Zenit St. Petersburg zum FCB gewechselt, kam er hier bisher über die Rolle des Ergänzungsspielers nicht hinaus. 21 Saisoneinsätze hatte er in der Bundesliga, davon wurde er zehn Mal eingewechselt. In der Rückrunde stand Tymoshchuk nicht ein einziges Mal in der Startelf.

Nur 13 Mal über 90 Minuten

„Die Situation war für mich nicht einfach“, gestand er in gutem Deutsch. „Es war das erst Mal in meiner Karriere, dass ich nicht immer 90 Minuten gespielt habe.“ In allen drei Wettbewerben zusammengerechnet war das nur 13 Mal der Fall gewesen. „Ich bin zwar froh, hier zu sein, wir hatten letzte Saison tolle Erfolge. Aber ich möchte der Mannschaft mehr auf dem Platz helfen können.“

Ob ihm das in der nächsten Saison gelingen wird, scheint zum jetzigen Zeitpunkt fraglich. Mark van Bommel und Bastian Schweinsteiger werden - wenn alles normal verläuft - wieder die Doppel-Sechs bilden. Dahinter kämpft Tymoshchuk mit Danijel Pranjic und Rückkehrer Andreas Ottl um Einsatzzeiten.

Hoffnung nicht aufgegeben

Der Ukrainer ist sich seiner Situation bewusst, sagt, dass er mehr spielen möchte, „das würde mich so glücklich machen.“ Schränkt aber auch ein: „Ich weiß, das wird nicht einfach.“ Zumal es der Blondschopf bei seinen früheren Stationen gewohnt war, alleine auf der „Sechs“ zu spielen. Bei Van Gaal war diese Position zuletzt aber immer doppelt besetzt.

Noch hat Tymoshchuk die Hoffnung aber nicht aufgegeben. „Ich werde weiter versuchen, mich dem Trainer zu zeigen und werde im Training alles geben. Und wenn ich meine Chance bekomme, dann muss ich die einfach nutzen.“ Während des Trainingslagers am Gardasee waren seine Bemühungen deutlich sichtbar. „Tymo ist im Training immer einer der Besten, er gibt immer alles“, hatte Van Gaal schon letzte Saison über ihn gesagt.

„Im Fußball kann es wie im Leben manchmal ganz schnell gehen. Man weiß nie, was morgen passiert“, sagte Tymoshchuk, der nach der unbefriedigenden letzten Saison dennoch gestärkt in die neue Saison geht. „Vielleicht habe ich am Anfang zu viel nachgedacht. Jetzt bin ich frei davon und weiß, was mich hier erwartet.“

Für fcbayern.de in Riva: Dirk Hauser

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