präsentiert von
Menü
Ein 'höllisches' Stadion

Bayerns Rückkehr auf den 'Betze'

Die bloßen Zahlen haben nichts Bedrohliches. Fassungsvermögen: 48.500 Zuschauer; Spielfeldmaße: 105 x 68 Meter. Fünf WM-Spiele wurden hier 2006 ausgetragen, die Pfälzer Fußball-Legende Fritz Walter war der Namensgeber. Doch der Betzenberg, im Volksmund schlicht Betze genannt, ist weit mehr als nur die Heimspielstätte des 1. FC Kaiserslautern. Für die Fans der Roten Teufel ist er ein Wallfahrtsort, für die gegnerischen Mannschaft kann er auch schon mal zur Hölle werden.

„Speziell wenn der FC Bayern kommt, herrscht dort eine sehr aufgeheizte Atmosphäre“, sagt Christian Nerlinger. Der Sportdirektor des Rekordmeisters kennt den Betzenberg als Gästespieler aber auch als FCK-Profi. Vor vier Jahren musste er verletzungsbedingt seine aktive Karriere in der Pfalz beenden. „Ich habe mein Privatleben in Kaiserslautern sehr genossen, es geht dort eher ruhig und gemütlich zur Sache“, so Nerlinger im Gespräch mit fcbayern.de, „das Stadion ist aber genau das Gegenteil.“

Fanatische FCK-Fans

Hermann Gerland kann das nur bestätigen. Der Co-Trainer des FC Bayern und Chefcoach der zweiten Mannschaft hat als Spieler und Trainer schon so manche Schlacht auf dem Betzenberg geschlagen. Am Freitagabend wird er nun erstmals auf der Bayern-Bank ein Spiel im Fritz-Walter-Stadion erleben. „Freitagabends, Flutlichtspiel, über 40.000 Pfälzer, die am Zaun stehen und ihre Mannschaft fanatisch unterstützen - das wird ein sehr schweres Spiel für uns werden.“ Der Tiger erwartet „eine sehr aufgeheizte Stimmung“.

Es gibt für die Münchner sicherlich Stadien, in denen sie freundlicher empfangen werden als in Kaiserslautern. „Die Fans mögen den FC Bayern nicht so sehr, unterstützen ihre Mannschaft aber umso mehr“, erklärt Bastian Schweinsteiger. Der Nationalspieler freut sich aber schon auf das Spiel auf dem Betze „In diesem Spiel steckt viel Brisanz. Und es hat was, auf den Berg zu fahren.“ 286 Meter hoch ist der Betzenberg, auf dem das Fritz-Walter-Stadion gebaut ist. Es thront wie eine Kathedrale über der Stadt Kaiserslautern.

130.000 wollten Bayern sehen

1. FCK gegen Bayern - es waren selten Langeweiler. „Das waren immer packende Spiele, im Stadion ist immer eine Riesenstimmung. Ich kann mich an eine Partie erinnern, als es mal gefühlte 15 Gelbe Karten für Kaiserslautern gab“, sagt Thomas Müller vor seiner Betze-Premiere. Der WM-Torschützenkönig hat sich auf eine kampfbetonte Partie eingestellt: „Man sollte vielleicht die großen Schienbeinschützer anziehen.“

Miroslav Klose hat schon viele Spiele auf dem höchsten Fußballberg Deutschlands bestritten. Von 1999 bis 2004 war er Profi beim 1. FCK, am Freitag kehrt er nun erstmals mit dem FCB zu einem Pflichtspiel in seine Pfälzer Heimat zurück. „Der Betze wird brennen“, ist sich der Nationalstürmer sicher. „Wir hätten weit über 130.000 Karten verkaufen können“, berichtet FCK-Vorstandschef Stefan Kuntz über die große Euphorie: „Für unsere Fans ist es DAS Spiel der Saison.“ Zumal der FCK die letzten vier Jahre zweitklassig war.

Weitere Inhalte