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Sprint-Star Usain Bolt

'Ich bin ein großer Fußballfan'

Fußball-Profis beim FC Bayern sind an sich einiges gewohnt. Beim öffentlichen Training des Rekordmeisters pilgern während der Sommerferien regelmäßig mehrere tausend Fans an die Säbener Straße, um Mark van Bommel & Co. beim Kicken zuzuschauen, ein gemeinsames Foto zu machen oder ein Autogramm zu erhalten. Und auch abseits des Platzes sind die FCB-Profis begehrte Fotomotive und Ziel der Autogrammjäger.

Am Dienstagabend jedoch schlüpften die Akteure von Louis van Gaal selbst in die Fan-Rolle und machten sich auf die Bilderjagd. Der Grund dafür: Sprint-Star Usain Bolt aus Jamaika stattete den Bayern während des Trainings überraschend einen Besuch ab und jeder wollte sich nach der Übungseinheit gerne mit dem zweifachen Weltrekordhalter ablichten lassen.

„Ich bin ein großer Fußballfan“, gestand der 24 Jahre alte Modellathlet im Gespräch mit FCB.tv. Er habe „sehr intensiv“ die zurückliegenden Weltmeisterschaft in Südafrika verfolgt und da besonders die Spieler der deutschen Mannschaft, wenngleich er zugeben musste, dass sein eigentliches Lieblingsteam Argentinien war.

Aus der DFB-Elf habe ihn besonders Miroslav Klose beeindruckt, sein eigentlich favorisierter Spieler sei aber Bastian Schweinsteiger. Dieser ließ es sich nicht nehmen, Bolt ein signiertes und mit Widmung versehenes Original-Trikot der deutschen Mannschaft aus dem WM-Halbfinale gegen Spanien (Schweinsteiger:„Es ist leider das Loser-Trikot“) zu überreichen.

Saison vorzeitig beendet

Bolts Stippvisite in München hatte freilich einen anderen Grund als dessen Faible für Fußball und den FC Bayern. Vielmehr ließ sich der dreifache Olympiasieger und Weltmeister 2008 bei FCB-Arzt Hans-Wilhelm Müller Wohlfahrt wegen anhaltender Rückenbeschwerden untersuchen. Dieser legte Bolt nahe, die Leichtathletik-Saison vorzeitig zu beenden, um keine langwierige Verletzung zu riskieren.

„Ich bin sehr enttäuscht“, sagte Bolt, „aber ich vertraue darauf, dass es besser für mich ist, in diesem Jahr keine Risiken mehr einzugehen.“ Zumal der Weltrekordhalter über 100 (9,58 Sekunden) und 200 Metern (19,19 Sekunden) noch große Ziele vor Augen hat. „9,58 ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. Ich habe vor diese Zeit nächstes Jahr zu unterbieten“, kündigte Bolt an.

Seine Konzentration gilt nun den Weltmeisterschaften 2011 in Daegu und den Olympischen Spielen 2012 in London. „2011 und 2012 sind sehr wichtige Jahre für mich. Ich hoffe, dass ich dann völlig fit und gesund wieder zurück bin“, sagte Bolt, der die laufende Saison von vornherein nur als Übergangsjahr angesehen hatte.

In der Zwischenzeit kann er sich etwas mehr seinem Hobby Fußball widmen. In der High School habe er früher „viel Fußball gespielt“, verriet Bolt, der vor allem von der Explosivität eines Franck Ribéry angetan war. „Es ist beeindruckend, wenn er mit dem Ball zu seinen Slalomläufen ansetzt“, meinte der schnellste Mann auf der Welt über den seiner Ansicht schnellsten Bayern-Spieler.

Vor allem die „gute Ballkontrolle“ sei bei den Tempodribblings das Entscheidende, stellte Bolt fest, „da hapert es noch bei mir. Schnelligkeit allein reicht für den FC Bayern nicht aus.“ Doch bei einem kleinen Plausch mit Louis van Gaal kündigte Bolt an, genau an diesem Schwachpunkt arbeiten zu wollen, „um vielleicht schon nächste Saison hier zu spielen“, so Bolt mit einem Augenzwinkern.

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