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Fit in 18 Tagen

Van Gaals schwierige Aufgabe

Es ist wahrlich keine einfache Aufgabe, die Bayern-Trainer Louis van Gaal in der Endphase der Vorbereitung auf die neue Saison zu bewältigen hat. Elf seiner insgesamt 25 Spieler sind erst am vergangenen Montag nach ihrem WM-Urlaub in den Trainingsbetrieb eingestiegen. Genau 14 Tage hat Van Gaal Zeit, diese Akteure bis zum Pokalspiel beim TSV Germania Windeck am 16. August annähernd in Form zu bringen, nur vier Tage später steht bereits der Bundesliga-Auftakt gegen den VfL Wolfsburg auf dem Programm.

„Ich kann nicht normal arbeiten. Ich muss unterschiedlich trainieren, wir haben drei, vier verschiedene Gruppen“, so der Niederländer über die Problematik, seine Profis nach der aus Münchner Sicht durchaus erfolgreichen Weltmeisterschaft in Südafrika anständig auf die bevorstehende Saison vorzubereiten. Zumal der Großteil der zuletzt eingestiegenen WM-Fahrer das Gerüst der FCB-Stammformation der vergangenen Spielzeit bildete.

Spiele erschweren Vorbereitung

So müssen Van Gaal und sein Trainerstab in kürzester Zeit die Spieler nach dem dreiwöchigen Urlaub in eine wettkampftaugliche Form bringen. Erschwert wird diese Aufgabe noch durch den am Samstag in Augsburg wiederbelebten deutschen Supercup (Van Gaal: „Den möchte ich gerne gewinnen, aber das wird schwer“) sowie diverse Freundschaftsländerspiele in der kommenden Woche, bei denen im Normalfall die meisten FCB-Profis für ihre jeweiligen Nationalteams auflaufen.

Immerhin gibt es in dieser Hinsicht Entwarnung. Nachdem der niederländische Verband auf die Nominierung seiner Vize-Weltmeister für das Spiel in der Ukraine verzichtet, wird wohl auch Bundestrainer Joachim Löw am Freitag das Gros seiner Stammkräfte nicht für das erste Länderspiel der Saison am 11. August in Dänemark berufen. Damit gewinnt Van Gaal zwei bis drei Tage, in denen er seine Akteure unter seinen Fittichen hat und gezielt aufbauen kann.

Höheres Niveau

Dabei kommt ihm zugute, dass er bis auf Rückkehrer Toni Kroos keinen Neuzugang einbauen muss und er im Vergleich zum Vorjahr bereits alle Spieler bestens kennt. „Ich weiß was sie können und welche ihre beste Position ist. Letztes Jahr habe ich 24 oder 25 Spieler kennenlernen müssen.“ Umgekehrt wissen die Spieler, was sie im Training erwartet, auch sie kennen Van Gaals Philosophie aus dem Effeff. Aus diesem Grund, das betonte der 58-Jährige mehrfach, habe die Mannschaft „ein viel höheres Einsteigsniveau“ als vor einem Jahr.

Elf Spieler haben bereits am 21. Juni das Training aufgenommen, Martin Demichelis und Franck Ribéry kehrten am 25. Juli nach München zurück. Und nun auch die letzten WM-Fahrer, für die Van Gaal und sein Team um den Trainingsphysiologen Jos van Dijk ein spezielles und auf jeden Spieler individuell abgestimmtes Programm erstellt haben, damit sie spätestens zum Saisonstart gegen Wolfsburg auf einem guten Wettkampfniveau sind.

Jedes Training wie ein Spiel

„Wir messen alles, wir wissen alles über die Spieler“, so Van Gaal, der seine jüngsten Rückkehrer „Schritt für Schritt“ mit den Spielern, die von Beginn an trainiert haben, einbauen wird. Das Training gestaltet sich - typisch für Van Gaal - sehr fußballspezifisch. Neben Intervallläufen trainieren die Spieler ausschließlich mit dem Ball, müssen dabei aber immer mit hoher Intensität arbeiten. „Beim Trainer ist jedes Training wie ein Spiel, er will immer das Maximum sehen“, beschrieb Ivica Olic die Anforderungen Van Gaals.

Nach den ersten drei Trainingstagen gewährte der Meistercoach seinen WM-Akteuren am Donnerstag einen freien Tag, am Freitag werden sie ihr Programm dann fortsetzen. Möglicherweise kommt der eine oder andere Spieler bereits am Samstag beim Supercup zu einem Kurzeinsatz. „Letztes Jahr haben sie gesehen, dass die Spieler in meiner Vorbereitung mit 45 Minuten anfangen. Sie können nicht so einfach in der ersten Woche 90 Minuten spielen, das ist ein Risiko.“ Doch auch diese Aufgabe wird Van Gaal ganz sicher bis zum 20. August in den Griff bekommen.

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