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Müller & Schweinsteiger

WM-Helden schon in guter Form

Nicht einmal drei Wochen hatten die meisten WM-Teilnehmer des FC Bayern Zeit, um sich auf die neue Saison vorzubereiten, doch nach nur einem Pokal- und einem Bundesligaspiel scheint beim Rekordmeister alles beim Alten. Zwei Siege und sechs Tore von sechs verschiedenen Torschützen stehen für die Stärke des letztjährigen Double-Gewinners, der bereits in dieser frühen Saisonphase über weite Strecken an die spielerischen Leistungen der vergangenen Spielzeit anknüpft.

Beim Bundesligastart gegen den VfL Wolfsburg machten zwei Akteure des FCB den Unterschied aus, die aufgrund ihres Trainingszustandes eigentlich noch gar nicht so weit sein dürften: Thomas Müller und Bastian Schweinsteiger, bei der zurückliegenden WM die beiden herausragenden Spieler im DFB-Team, sorgten mit ihren beiden Treffern für den knappen 2:1-Erfolg der Münchner, die damit einen Auftakt nach Maß in die neue Spielzeit erwischten.

„Es ist nicht meine Aufgabe, Tore zu machen, aber hin und wieder sollte es schon mal vorkommen“, meinte Schweinsteiger über seinen Last-Minute-Treffer zum 2:1-Sieg. In der vergangenen Saison habe er „viel Pech mit Pfosten und Latte gehabt“, so der 26-Jährige weiter. „Ich hoffe, dass es heuer ein bisschen häufiger bei mir klappt mit dem Toreschießen. Viel wichtiger ist aber, dass wir heute drei Punkte geholt haben.“

„Es war sehr schwierig für Schweinsteiger, es war ein schönes Tor“, lobte Trainer Louis van Gaal seinen Mittelfeldregisseur, dem nach eigener Aussage noch „die Fitness fehlt. Man weiß selber, wenn man in seinen Körper hineinhört, dass man noch nicht bei hundert Prozent ist. Aber das ist normal.“ So wie ihm geht es auch den anderen WM-Fahrern, das habe man vor allem in der zweiten Halbzeit gemerkt, „da haben wir nicht mehr so gut gespielt, wir haben einfach Torchancen hergeschenkt. Wir können, wir müssen auf alle Fälle noch besser spielen.“

Startschuss für eine großartige Saison

Umso bemerkenswerter, dass der noch nicht hundertprozentig fitte Schweinsteiger mit einer Energieleistung in der letzten Minute die Entscheidung herbeigeführt hat. „Zehn Minuten vorher war auch so ein Ball, aber da bin ich nicht durchgelaufen, sonst hätte ich da eventuell das gleiche Tor gemacht“, meinte der Nationalspieler, dem Sportdirektor Christian Nerlinger einiges zutraut: „Ich glaube, dass das heute vielleicht der Startschuss war für eine großartige Saison.“

Diese hat Thomas Müller bereits hinter sich. Nach einer ersten, überragenden Spielzeit als Profi, die er bei der WM mit den Auszeichnungen als Bester Junger Spieler und als Gewinner des adidas Goldener Schuh krönte, knüpfte er schon in den Vorbereitungsspielen an diese Leistungen an. Sein Führungstreffer gegen Wolfsburg war „höchste Fußballkunst“, schwärmte Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge hinterher.

Müller macht den Robben

„Das war ein astreines Tor, auch dank der Vorarbeit von Toni Kroos. Es ist eine Qualität, die Thomas Müller hat, so ein Tor zu erzielen. Das war ein technisches Meisterstück, da kann man ihm nur ein Riesenkompliment machen“, lobte Rummenigge den erst 20 Jahre alten Müller, der für den verletzten Arjen Robben auf der rechten Seite zum Einsatz kam und den Ausfall des Niederländers „wunderbar kompensiert“ hat.

Müller selbst zeigte sich nach dem Spiel wie immer gelassen und unbeeindruckt. „Solange ich meine Leistung bringe, ist es mir egal wo ich spiele“, meinte er, „und so schlecht lief es ja nicht an für mich.“ Kapitän Mark van Bommel bescheinigte beiden Torschützen „einen hervorragenden Job“, erinnerte aber daran, dass „sie auch die Mannschaft brauchen.“ Das weiß auch Schweinsteiger. „Es gehören alle dazu, nicht nur wir zwei.“

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