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Torpremiere im 6. Spiel

Badstubers nächster Schritt im DFB-Team

So richtig schwer hatten sie es ihm nicht gemacht, die aserbaidschanischen Verteidiger. Mutterseelenalleine konnte Holger Badstuber Anlauf nehmen, völlig unbedrängt zum Kopfball hochgehen und die Kugel per Aufsetzer zum 5:1 ins Tor drücken. Fast schien es so, als ob die Herren Sadigov, Agdam und Co. respektvoll Abstand nahmen vom 1,89 Meter großen Innenverteidiger der deutschen Nationalmannschaft, der wohl selten zuvor in seiner Fußballkarriere nach einer Ecke so frei im gegnerischen Strafraum agieren konnte.

Trotzdem war es für Badstuber ein ganz besonderer Treffer, den es war sein erster im DFB-Trikot. Gerade mal sechs Länderspiele hat der letztjährige Shootingstar des FC Bayern dafür benötigt. Zum Vergleich: Arne Friedrich, für den der 21-jährige Münchner schon am letzten Samstag beim knappen 1:0-Erfolg in Belgien aus Verletzungsgründen in die Startelf gerückt war, musste 77 (!) Länderspiele auf seine Torpremiere für Deutschland warten.

1 Tor, 1 Assist = Sonderlob

Ein Tor erzielt, dazu noch eins mit einem Traumpass initiiert - Badstuber erhielt nach dem klaren 6:1-Erfolg von Joachim Löw zurecht ein Sonderlob. „Er hat aus seinen Freiräumen viel gemacht und hatte gute Aktionen in der Offensive", so der Bundestrainer. „So ein Spiel habe ich auch noch nicht erlebt, in dem ich so viele Ballkontakte hatte und Druck nach vorne machen konnte", erklärte Badstuber nach der Partie.

Von den harmlosen Angriffsbemühungen der Aserbaidschaner in der Defensive kaum gefordert, beteiligte sich Badstuber immer wieder mit klugen Pässen am Aufbauspiel. „Wenn ich so viel Platz habe, dann bin ich zuständig für den Spielaufbau", so der gebürtige Memminger, der keinen Hehl daraus machte, dass er sich in der Innenverteidigung viel wohler fühlt als auf der Außenbahn: „Ich habe immer gesagt, dass ich als Innenverteidiger meine Stärken habe. Das ist meine richtige Position.“

Lernphase auf der '6'

Beim FC Bayern hatte er in der letzten Saison oft als Linksverteidiger aushelfen müssen. Auch seine ersten vier Einsätze im DFB-Team absolvierte Badstuber als linker Mann in der Viererabwehrkette, darunter die beiden WM-Spiele gegen Australien und Serbien. Nach dem 0:1 gegen die Balkan-Kicker nahm Löw den Bayern-Profi aus der Mannschaft und setzte ihn im Verlauf des Turniers nicht mehr ein.

Badstuber ließ sich davon aber nicht runterziehen, vielleicht auch weil er wusste, dass sein Klubtrainer ihn für diese Saison fest als linken Innenverteidiger eingeplant hat. Louis van Gaal schätzt das Münchner Eigengewächs sehr, auch aufgrund seiner schnörkellosen Spieleröffnung. Hermann Gerland hatte ihn bei den Amateuren zur Verbesserung der fußballerischen Fähigkeiten lange Zeit auf der Sechser-Position spielen lassen.

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