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Daniel van Buyten

Bayerns treffender Verteidiger

Die Statistiker waren sich nicht einig. Die einen zählten 118 Ballkontakte für Daniel van Buyten, die anderen 107. Doch wie oft der Innenverteidiger des FC Bayern am Dienstagabend beim Auswärtsspiel in Hoffenheim am Ball gewesen war, war letztlich unwesentlich. Wichtig war vor allem, dass er in der Nachspielzeit mit dem Oberschenkel zur Stelle war und mit seinem letzten Ballkontakt den 2:1-Siegtreffer des Rekordmeisters markierte.

Auf der nächtlichen Busfahrt zurück nach München - kurz vor drei Uhr morgens kamen die Bayern an der Säbener Straße an - konnte der 32-Jährige seinen ersten Saisontreffer noch einmal in aller Ausführlichkeit begutachten. „Die ganzen 300 Kilometer“ liefen auf den Monitoren des Mannschaftsbusses die Zusammenfassungen der Dienstagsspiele, erzählte er. „Bestimmt zehn Mal“ sah er so sein Tor nochmal aus allen Perspektiven.

„Ich bin sehr zufrieden, dass ich der Mannschaft die drei Punkte schenken konnte“, freute sich Van Buyten. Im TV-Interview nach dem Schlusspfiff galten seine Gedanken aber auch seiner Familie. „Das Tor widme ich meinem Vater und meiner Tochter“, sagte er ins Mikrofon.

Vater, Sohn und Tochter

Van Buytens Vater Francis hatte im letzten Jahr einen Schlaganfall erlitten, an dessen Folgen er noch laboriert. „Momentan ist er etwas im Tief. Aber ich weiß, dass er sich freut, wenn er mich im Fernsehen sieht“, erzählte Van Buyten, der seinen Vater, einen ehemaligen Profi-Catcher, auf seiner Homepage als „Grundstein meiner Karriere“ bezeichnet.

Inzwischen ist der Sohn selbst Vater. Vor sechs Wochen kam in München sein Töchterchen Lou-Ann zur Welt. „Ich bin so glücklich mit meiner Tochter“, berichtete der Jung-Papa, „sie gibt mir einen Schub und Kraft für die Spiele.“ Angetrieben von seinem jüngsten Fan ist Van Buyten daher in diesem Jahr vielleicht sogar noch gefährlicher vor dem gegnerischen Tor als er es ohnehin schon ist.

Beste Erinnerungen an Mainz

In der vergangenen Saison stellte der belgische Nationalverteidiger mit sechs Saisontreffern einen persönlichen Bundesligarekord auf. Fünf dieser Tore waren eminent wichtig, da sie entweder der Siegtreffer oder ein Führungstor für den FC Bayern waren. In Hoffenheim knüpfte Van Buyten nahtlos daran an.

Und am kommenden Wochenende kommt ein Gegner, an den der treffsichere Innenverteidiger beste Erinnerungen hat. Am 14. August 2004 erzielte er gegen Mainz sein erstes Bundesligator, damals noch im Trikot des Hamburger SV. Für den FC Bayern trug sich Van Buyten in der letzten Saison gegen den Karnevalsverein ebenfalls schon einmal in die Torschützenliste ein. Mal sehen, ob der Belgier am Samstag wieder singt und lacht.