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Arbeitssieg in Basel

'Ein Schritt in die richtige Richtung'

Der erhoffte große Befreiungsschlag wie beim 4:1-Erfolg in der Vorsaison bei Juventus Turin war es zwar nicht, dennoch herrschte beim FC Bayern nach dem knappen 2:1 (0:1)-Sieg beim FC Basel tiefe Zufriedenheit. Durch den zweiten Sieg im zweiten Champions-League-Gruppenspiel hat sich der Rekordmeister eine glänzende Ausgangslage für den weiteren Verlauf der Gruppenphase erarbeitet und kann mit etwas mehr Selbstvertrauen den Fokus nun wieder auf das Tagesgeschäft Bundesliga legen.

„Das war heute ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, sagte Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge bei seiner traditionellen Bankettrede kurz vor Mitternacht im „Salon des Nations“ des Mannschaftshotels in der Basler Innenstadt. „Der Sieg heute wird uns ein Stück Selbstvertrauen geben“, meinte Rummenigge schon im Hinblick auf die nächste schwere Partie am Sonntag bei Borussia Dortmund. „Wir müssen zusehen, dass wir punkten, damit wir uns auch dort langsam stabilisieren und nach oben hangeln.“

Im mit 37.500 Zuschauern ausverkauften St.-Jakob-Park zu Basel starteten die Bayern „wie die Feuerwehr“ (Thomas Müller) in die Partie. Ballsicher und druckvoll agierte die Van Gaal-Elf, hielt das Tempo hoch und jagte die Gastgeber von einer Seite des Feldes zur anderen, der Führungstreffer schien nur eine Frage der Zeit. Doch wie schon zuvor in dieser Spielzeit nutzte der Gegner seine erste Torchance, Alexander Frei setzte den FCB mit seinem Treffer in der 18. Minute unter Zugzwang.

„Das erste Mal, dass Basel über die Mittellinie gekommen ist, haben sie gleich das Tor gemacht. Aus dem Nichts“, analysierte Van Gaal, der in der ersten Viertelstunde „sehr begeistert“ von der Vorstellung seiner Mannschaft war. Doch dann habe man gesehen, „was ein Tor für meine Mannschaft bedeuten kann. Man hat gesehen, dass wir kein großes Vertrauen haben.“ Plötzlich war ein Bruch im Spiel der Bayern, „bis zur Halbzeit haben wir schlecht gespielt“, so Van Gaal.

„Wir hatten das Gefühl, dass wir nichts mehr machen konnten in der ersten Halbzeit“, erklärte Kapitän Mark van Bommel, man habe daher versucht, bis zur Pause „den Rückstand zu verwalten.“ In der Halbzeitpause habe man dann „klare Worte“ gefunden, so Van Bommel. „Wir haben genau gesagt, was uns in der letzten halben Stunde der ersten Halbzeit gefehlt hat.“

Mit mehr Entschlossenheit und „ein bisschen mehr Power durch die Einwechslungen“ (Van Gaal) kam der Rekordmeister nach dem Seitenwechsel durch den schnellen Ausgleich von Bastian Schweinsteiger (56./Foulelfmeter) wieder zurück ins Spiel. Kurz vor dem Schlusspfiff sorgte der Nationalspieler mit seinem zweiten Treffer des Abends für den wichtigen Erfolg der Bayern, der sie dem Achtelfinale ein Stück näher bringt.

„In der zweiten Halbzeit haben wir den Schalter mental umgelegt. Wir haben als Mannschaft gut reagiert“, sagte Thomas Müller und sprach von einer „kämpferisch überzeugenden zweiten Halbzeit.“ Allerdings gestand der WM-Torschützenkönig ein: „Es wäre uns lieber, mal in der ersten Minute ein Tor zu machen als in der 90. Wir müssen mal in Führung gehen, dann wird es soviel einfacher für uns und unser Spiel, weil wir dann die Räume haben.“

Müller Sturmkollege Miroslav Klose sprach hinterher von einem „Arbeitssieg“, in der momentanen Situation könne man aber „nur so Siege erreichen.“ Passenderweise titelte eine Schweizer Tageszeitung am Mittwoch: „Durchatmen, Mund abwischen und weitermachen.“ Und so richtete Van Bommel den Blick schon auf den kommenden Sonntag: „Es war sehr wichtig, dass wir heute gewonnen haben. Aber wir sind jetzt noch nicht auf der richtigen Spur. Jetzt müssen wir in Dortmund nachlegen.“

Für fcbayern.de in Basel: Carsten Zimmermann

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