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Bayerns Geduld belohnt

'Jetzt können wir angreifen'

Es war die erwartete Geduldsprobe, doch am Ende wurde der FC Bayern für seine Geduld belohnt. Dank eines verdienten 2:0 (0:0)-Erfolgs gegen den AS Rom feierte der deutsche Rekordmeister einen gelungen Auftakt in die Gruppenphase der europäischen Königsklasse. „Es war wichtig, dass wir positiv in die Champions-League-Saison gestartet sind“, sagte Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge, „das gibt der Mannschaft auch ein Stück Ruhe und Selbstvertrauen“ im Hinblick auf die nächsten Aufgaben.

Einmal mehr stand dem FCB mit dem italienischen Vizemeister ein extrem defensiv agierender Gegner gegenüber, der in erster Linie darauf bedacht war, keinen Treffer zuzulassen und mit einem der sporadischen Angriffe selbst zum Erfolg zu kommen. Doch mit viel Geduld und einem wahren Sturmlauf in der zweiten Halbzeit verdiente sich die Mannschaft von Trainer Louis van Gaal den siebten CL-Auftaktsieg in Folge redlich.

„Es war von Anfang an eine sehr schwere Partie, Rom hat erwartet defensiv gespielt“, resümierte Sportdirektor Christian Nerlinger, dem vor allem „die Art und Weise, wie wir hier den AS Rom beherrscht haben, sehr gut gefallen hat.“ Nach einer torlosen ersten Halbzeit mit wenigen Höhepunkten habe die Mannschaft „mit Beginn der zweiten Halbzeit zu dem überzeugenden und dominanten Spiel auch Chancen kreiert“, so Nerlinger weiter.

Ein Doppelschlag der beiden letzten WM-Torschützenkönige Thomas Müller (79. Minute) und Miroslav Klose (83.) machte vor 66.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena den „fantastischen Start in die Champions-League-Saison“ (Nerlinger) perfekt. „Wir haben heute viel Geduld gebraucht und es ist natürlich wichtig, wenn das erlösende Tor fällt. Das war für alle befreiend“, freute sich Müller über seinen Führungstreffer.

„Wir haben sehr gut gespielt, haben den Ball laufen lassen, haben aber sehr wenig Torchancen kreiert“, analysierte Van Gaal hinterher die erste Halbzeit, in der seine Elf den Gegner zunächst müde spielen musste. „Wir haben die Marschroute vom Trainer gut umgesetzt: Ball laufen lassen. Natürlich hatten wir nicht immer gute Möglichkeiten, sind selten durchgekommen, aber haben den Ball gut verlagert und die Römer dann müde gemacht“, sagte Müller.

Belohnt wurde die Geduld des Vorjahresfinalisten dann im zweiten Durchgang, als die Römer den Bayern mit schwindenden Kräften immer mehr Räume überließen. „Wenn eine Mannschaft mit zehn Mann hinter dem Ball herläuft, brauchen wir Zeit, um sie kaputt zu spielen. Das haben wir gemacht“, freute sich Van Gaal hinterher über die gelungene Strategie. „Nach 70 Minuten konnte Rom nicht mehr laufen, weil sie immer hinter dem Ball hergelaufen sind.“

Eine Frage der Zeit

„Wir haben schon öfters gesehen, dass die Gegner in der zweiten Halbezeit nachlassen“, bestätigte auch Kapitän Mark van Bommel die vorgegebene Marschrichtung. „Wir wussten in der Halbzeitpause, dass wir die Chancen zum Schluss bekommen würden“, meinte Holger Badstuber. Und Philipp Lahm ergänzte: „Es war nur eine Frage der Zeit, bis wir unser Tor machen. Wir waren in der zweiten Halbzeit zwingender vor dem Tor.“

Nach dem Auftakterfolg gegen die Roma, die dem FCB die Tabellenführung in der Gruppe E bescherte, wollen die Bayern nun in der Bundesliga nachlegen und auch am Samstag im Heimspiel gegen den 1. FC Köln einen Dreier einfahren. „Ich denke, dass wir ein bisschen Rückenwind mitnehmen können und müssen nun Köln schlagen“, meinte Toni Kroos. Müller fügte an: „Mit dem 2:0 kann man sehr gut leben, jetzt können wir angreifen.“

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