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Workshop mit Jonker

Profitrainer und junior team rücken zusammen

Die 39 Ledersitze im Auditorium des Leistungszentrums waren fast bis auf den letzten Platz besetzt. Dort, wo sonst Mark van Bommel, Philipp Lahm & Co. Spiel- und Trainingsanalysen lauschen, spitzte am Mittwoch aber jemand anderes die Ohren: die Jugendtrainer des FC Bayern.

Vorne am Pult hatte Andries Jonker das Wort. Der Assistent von Louis van Gaal stellte die Philosophie vor, mit der im Profibereich gearbeitet wird. „Ich habe erklärt, dass jede Kultur, jede Person, jede Mannschaft ihre eigene Philosophie und Identität mitbringt“, erzählte Jonker fcbayern.de, „auch wir aus Holland haben eine eigene Vorstellung vom Fußballspielen, und Louis van Gaal hat noch einmal eine sehr spezielle davon.“

Im Mittelpunkt der Trainingsarbeit, „gerade im Jugendbereich“, müsse der Ball stehen, erläuterte Jonker. Dabei dürfe der Spaß nie zu kurz kommen. „Die Spieler müssen mit Vergnügen zum Training kommen und Fußball spielen wollen“, so der 47 Jahre alte Familienvater. „Und wir denken, dass es Begeisterung geben muss. Man muss gewinnen wollen.“

Altersgemäß arbeiten

In der täglichen Arbeit sei es für Jugendtrainer wichtig, die verschiedenen Entwicklungsstufen der jungen Spieler zu beachten. „Das Wichtigste ist, dass man altersgemäß arbeitet“, sagte Werner Kern, der Leiter des FCB junior teams, „welche körperlichen und geistigen Entwicklungen gibt es? Das muss jeder Jugendtrainer berücksichtigen“. Wie das in der Praxis aussieht, demonstrierte Jonker bei einigen Übungen erst mit U13- dann mit U17-Spielern auf dem Trainingsplatz.

Für die Jugendtrainer waren Jonkers Ideen und Ausführungen natürlich nichts völlig Neues. Trotzdem freuten sie sich über den Workshop, den es in dieser Form beim FC Bayern noch nie gegeben hat. „Das ist eine wunderbare Sache“, meinte Kern, „die Verbindung zwischen Lizenzspielerabteilung und junior team ist so eng wie noch nie.“

Distanz minimieren

Auch Sportdirektor Christian Nerlinger, der das Treffen zusammen mit Michael Tarnat, dem sportlichen Leiter des junior teams, initiiert hatte, freute sich, „dass die Distanz zwischen Profi-Trainerstab und Jugendtrainern minimiert wird. Ich glaube, dass es sehr gut ankommt bei unseren Jugendtrainern.“ Jonker stellte fest: „Die Jugendtrainer sind sehr motiviert und interessiert. Ob sie von unserer Philosophie etwas nutzen wollen oder nicht, müssen sie aber selbst entscheiden.“

Seine eigene Identität werde das junior team jedenfalls nicht aufgeben, betonte Nerlinger. „Die Jugendabteilung des FC Bayern hat sich in den letzten Jahrzehnten durch eine herausragende Jugendarbeit hervorgetan.“ Unzählige Meisterschaften, aber vor allem zahlreiche Bundesliga- und Nationalspieler zeugen vom Erfolg der Arbeit des FCB junior teams.

Offen für Neues

Trotzdem ist die Talentschmiede des Rekordmeisters immer offen für Anregungen. „Stehenbleiben bedeutet Rückschritt“, sagte Kern. Schon in der letzten Saison habe Van Gaals Philosophie die Jugendarbeit beim Rekordmeister beeinflusst. „Hermann Gerland ist einer der engsten Mitarbeiter von Louis van Gaal. Er hat diese ganze Philosophie schon letztes Jahr zu uns gebracht“, erzählte Kern, „wir wären ja schlecht beraten, wenn wir das nicht annehmen würden. Jedes Wochenende kriegen wir vor Augen geführt, wie erfolgreich das ist.“

Angeregt vom Spielstil der Profimannschaft hat das junior team daher schon in der letzten Saison an seiner eigenen Spielphilosophie „intensiv gearbeitet“, wie Kern erzählte. „Wir haben sehr viel übernommen.“ Ziel sei es, einen FCB-Stil zu etablieren. „Wir wollen, dass man auf dem Platz sieht: Das ist der FC Bayern.“ Jonkers Workshop hat das junior team auf diesem Weg bestätigt.

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