präsentiert von
Menü
'Darum spielt er immer'

Van Gaal schwärmt von Kunstschütze Müller

In der Theorie hat Thomas Müller in dieser Saison bestimmt schon ein halbes Dutzend Tore geschossen. Theoretisch hat der 21-Jährige seine 100 Prozent-Karat-Chance in Kaiserslautern verwandelt, ebenso die große Möglichkeit am vergangenen Wochenende zu Beginn des Spiels gegen Bremen. Und auch am Mittwochabend gegen den AS Rom, als er in der 56. Minute frei vor Julio Sergio Gäste-Keeper zum Schuss kam, hat der WM-Torschützenkönig in der Theorie den Ball so getroffen, dass er im Netz hätte zappeln müssen. Doch in der Praxis sah es bekanntlich anders aus, und in den Münchner Boulevard-Blättern wurden schon fleißig die Müller-torlos-Minuten gezählt.

Das Zählen hat nun ein Ende, dank einer Aktion, die sowohl in der Theorie als auch in der Praxis kein Fußballer dieser Welt hätte perfekter ausführen können. Mit dem rechten Außenrist beförderte Müller einen Ball per Direktabnahme vom rechten Strafraum- ins linke Toreck. Für die Zuschauer auf der Haupttribüne, die Müllers Kunstschuss von hinten sahen, war gleich klar: Dieser Ball wird passen. „In dem Moment, wo der Ball den Fuß verlassen hat, bin ich schon aufgesprungen, weil es war vorherzusehen, dass der reingeht“, sagte Sportdirektor Christian Nerlinger.

„Es muss viel zusammenpassen, so ein Tor zu schießen. Da gehört auch Glück dazu", sagte Müller frisch geduscht und überglücklich wenig später im Bauch der Allianz Arena: „Hop oder top. Theoretisch habe ich das Tor so machen wollen, dass er dann tatsächlich so gelingt, dass passiert nicht immer.“ Auch er habe schon beim Treffen des Balles gespürt, dass die Praxis genauso aussehen wird wie die Theorie. „Dass der Ball dann so genau reinpasst, war natürlich perfekt“

Wahrscheinlich musste es genauso ein Treffer der Marke „Tor des Monats“ sein, der den FC Bayern nach zwei sieg- und torlosen Spielen wieder in die Erfolgsspur gebracht hat. Und es war auch nicht verwunderlich, dass Thomas Müller ihn schießen würde. „Wir können immer ein Tor erwarten von Müller. Er spielt immer mit Leidenschaft, er ist immer da - und das ist es, was ich an ihm liebe, warum er immer spielt“, setzte Trainer Louis van Gaal nach dem 2:0-Auftakterfolg in der Königsklasse zu einer schwärmerischen Lobpreisung auf seinen Lieblingsschüler an.

Van Gaal wechselte Müller sogar noch vor dem 2:0 von Miroslav Klose (83.) aus, als der ausgelaugte Dauerläufer dies ihm so signalisierte. „Das war so abgesprochen, falls er mit zu viel Kraft spielen muss. Er ist der Chef, ich bin nicht mehr der Chef“, kommentierte van Gaal launig. Und Müller sagte augenzwinkernd: „Jeder, der gedacht hat, ich habe eine Krise, soll das weiter denken.“

Weitere Inhalte