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Schweinsteigers Ziel

'Während der Wiesn jedes Spiel gewinnen'

Mit seinem Last-Minute-Treffer gegen Wolfsburg hat Bastian Schweinsteiger dem FC Bayern den bisher einzigen Bundesligasieg beschert. Gegen den 1. FC Köln soll nun am Samstag unbedingt der zweite Dreier eingefahren werden. Im großen Interview mit dem Bayern-Magazin spricht der 26-Jährige über seine große Verbundenheit mit dem Verein und seiner bayerischen Heimat, über seine Zukunft und Vergangenheit beim deutschen Rekordmeister. Außerdem erklärt Schweinsteiger vor dem Duell mit dem 1. FC Köln, warum er so gern gegen seinen Kumpel Lukas Podolski spielt und verrät seine heimliche Wies‘n-Leidenschaft. Bei fcbayern.de lesen Sie das interview in Auszügen.

Frage: In der Bundesliga geht’s jetzt gegen den 1.FC Köln mit deinem langjährigen Freund und Kollegen Lukas Podolski. Er hat sich beim FC Bayern leider nicht so durchsetzen können. Woran hat’s deiner Meinung nach gelegen?
Bastian Schweinsteiger „Als Lukas 2006 kam, war nach der WM sehr viel Aufmerksamkeit auf ihn gerichtet. Und als es dann nicht von Anfang an lief, hat man sich leider relativ schnell auf ihn eingeschossen. Aber ich bin nach wie vor fest davon überzeugt, dass er es vom Potenzial auf jeden Fall drauf hat. Viele werfen ihm komischerweise vor, dass er sich hier nicht so sehr integriert hat, weil er nicht in München gewohnt hat, sondern außerhalb der Stadt. Aber ich habe das nie verstanden, er wohnt in Köln ja auch nicht auf dem Domplatz, sondern ein bisschen weiter draußen. So ist er einfach.“

Frage: Seit diesem legendären Bild, das Euch beim Confed Cup 2005 als tanzende Jungspunde auf dem Rasen zeigt, sind fünf Jahre vergangenen. Und auch das Sommermärchen ist mittlerweile vier Jahre her. Haben sich Schweini und Poldi in den vergangenen Jahren auseinander entwickelt, auch hinsichtlich der Persönlichkeit?
Schweinsteiger: „Wir waren seit jeher unterschiedliche Typen. Aber wenn wir bei der Nationalmannschaft sind, dann wird sehr viel gelacht. Einerseits ist es schade, dass er nicht mehr in München ist, aber andererseits freuen wir uns so noch viel mehr, wenn wir uns dann sehen. Wir kennen uns schon so lange, dass wir beide genau wissen, wie der andere tickt, was er gerade denkt - oder auch, wie er sich auf dem Platz bewegt. Das weiß ich bei ihm zu 100 Prozent. Deswegen ist es auch einfacher, gegen ihn zu spielen, als gegen andere (lacht).“

Frage: In einem sind sich Münchner und Kölner dennoch gleich – die Liebe zum Feiern. Dort der Karneval, hier die Wies‘n, die am Samstag startet…
Schweinsteiger: „Für die Oktoberfestzeit habe ich mir in diesem Jahr ein großes Ziel gesetzt: Ich will endlich mal ohne Punktverlust durch diese zwei Wochen zu kommen. Wir haben zwar schwierige Aufgaben in den nächsten Wochen, vor allem zwei harte Auswärtsspiele in Hoffenheim und in Dortmund – aber gerade für unsere Fans wäre so eine Siegesserie mal wieder Zeit. Ich will während der Wiesn jedes Spiel gewinnen!“

Frage: Was gefällt Dir als waschechtem Bayern am besten auf der Wiesn?
Schweinsteiger: „Am liebsten mag ich den Spaziergang über die Festwiese an einem ruhigen Nachmittag, mal montags oder dienstags. Einfach ein bisschen rumlaufen, die Mandeln in der Luft riechen, dieses ganz besondere Gefühl spüren. Allerdings ist so ein ruhiger Spaziergang in den vergangenen Jahren ein bisschen schwierig geworden, deshalb bin ich mittlerweile nur im Käfer-Zelt. Und dort freue ich mich immer am meisten auf den Kaiserschmarrn. Das liebe ich noch vom Skifahren: Kaiserschmarrn und Dampfnudeln! Ich hoffe, dass ich mich damit belohnen kann, wenn wir jedes Spiel gewonnen haben (lacht).“

Frage: Wies’n, Kaiserschmarrn, Skifahren: Du bist sehr heimatverbunden, auch was den Verein betrifft. Seit nunmehr 12 Jahren bist Du im Klub - was macht in Deinen Augen das Phänomen aus, was schätzt Du so am FC Bayern?
Schweinsteiger: „Jeder Angestellte, ob Spieler, Trainer oder in der Geschäftsstelle, hat immer das Ziel, das Beste herauszuholen. Auf der einen Seite gibt es diesen unglaublich ausgeprägten Leistungsgedanken, aber andererseits hat der FC Bayern eben auch dieses Familiäre, in dem man sich einfach wohlfühlen muss. Es ist jedes Mal wieder schön, wenn der ganze Verein zusammen zu einem Endspiel reist. Denn jeder hat seinen Anteil daran, nicht nur diejenigen, die auf dem Platz stehen. An der Säbener Straße gibt es über 200 Angestellte - und ich glaube, dass ich nach all den Jahren so ziemlich jeden kenne. Ich bin ja mit Philipp der einzige in der Mannschaft, der noch im Olympiastadion gespielt hat…“

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