präsentiert von
Menü
'Ein Anfang'

Bayern gewinnen mit Plopp-Faktor

Das erste Mal plopp machte es, da waren 39 Minuten gespielt. Martin Demichelis stieg am kurzen Pfosten hoch und köpfte den Ball - plopp - zum 1:0 ins Freiburger Tor. Es war das erste Saisontor des Argentiniers und der erste geplatzte Knoten an diesem Freitagabend in der ausverkauften Allianz Arena. Einige mehr sollten Folgen. Ob beim FC Bayern mit dem 4:2 (1:0)-Sieg gegen den SC Freiburg auch der große Knoten geplatzt ist, werden erst die nächsten Wochen zeigen. Das Spiel gegen Freiburg lässt auf jeden Fall zuversichtlich nach vorne blicken.

„Es ist ein Anfang“, meinte Louis van Gaal nach dem zweiten klaren Ligasieg in Folge und einer kleinen wettbewerbsübergreifenden Serie von vier Siegen und einem Remis. „Ich denke, dass das Selbstvertrauen steigt“, sagte der Holländer und bezeichnete sich als „frohen Trainer. Ich bin mit diesem Ergebnis sehr zufrieden. Wir haben gewonnen, mit zwei Toren Differenz, das ist noch nicht so oft passiert diese Saison. Und wir haben vier Tore gemacht, das ist auch noch nicht passiert.“

Vier Bayern-Tore in einem Ligaspiel waren aber nicht die einzige Premiere, die beim FCB gegen Freiburg gefeiert werden konnte. Anatoliy Tymoshchuk (72. Minute) erzielte seinen ersten Bundesligatreffer - plopp -, Toni Kroos sein erstes Ligator im FCB-Trikot (80.) - plopp -, Danijel Pranjic gelangen gleich drei Torvorlagen - plopp -, erstmals in dieser Saison trafen die Bayern zudem nach Eckstößen - plopp.

„Ich habe Vertrauen in meinen Kader, und diese Spieler zeigen das jetzt“, sagte Van Gaal zu den vielen Erfolgsgeschichten an diesem Abend und erinnerte daran, dass die Personalsituation nach wie vor angespannt ist. Mit Holger Badstuber, der kurz vor dem Anpfiff wegen einer Schambeinentzündung seinen Einsatz absagen musste, fehlten gegen Freiburg insgesamt acht Spieler. Nur 15 einsatzfähige Profis standen Van Gaal daher zur Verfügung und bekamen nach dem Schlusspfiff ein Extralob des Trainers: „Was diese Spieler leisten, mit drei Spielen jede Woche, ist unglaublich.“

„Es hat heute die deutlich bessere Mannschaft gewonnen“, zog auch Freiburgs Trainer Robin Dutt seinen Hut. Dass die Münchner nicht mehr als vier Tore erzielt haben, sei „sehr viel Glück“ gewesen, meinte er. „Bayern hat uns da verschont.“ Dabei hatte es in der ersten Halbzeit noch nicht nach einem derart klaren FCB-Sieg ausgesehen. „Da haben wir nicht gut gespielt“, sagte Van Gaal, der den Gegner für seine Organisation lobte. „Aber wir können und müssen besser spielen.“

'Endlich mal Tore aus Standardsituationen'

„Wir haben zu langsam, zu viel quer, zu wenig in die Tiefe gespielt“, lautete die Selbstanalyse von Toni Kroos. „Trotzdem haben wir uns reingekämpft in die Partie.“ Und endlich zahlte sich Van Gaals stetiges Standard-Training aus. Die Eckstöße Nummer 69 und 71 in dieser Saison nutzten Demichelis (39.) und Mario Gomez (61.) zur 2:0-Führung. „Heute haben wir endlich mal Tore aus Standardsituationen gemacht. Das war ganz entscheidend“, meinte Thomas Müller. „Danach lief es besser und wir hätten noch höher gewinnen können“, sagte Kroos.

Mit Bastian Schweinsteiger auf der Zehn (Van Gaal: „Er war in der zweiten Halbzeit auch der Unterschied. Er war großartig.“) kamen die Bayern nach der Pause auf Touren. „In der zweiten Halbzeit haben wir nach vorne viel mehr Facetten gezeigt, viel abwechslungsreicher und risikoreicher gespielt, hatten Überraschungsmomente“, sagte Gomez. „In der zweiten Halbzeit waren wir viel besser“, stellte Van Gaal fest.

Schritt für Schritt

Nur die beiden Gegentore durch Stefan Reisinger (64.) und durch Edson Braafheid, der unglücklich ins eigene Tor traf (87.), ärgerten Van Gaal in den zweiten 45 Minuten. „Damit bin ich nicht zufrieden. Schade, denn wir hatten das Spiel im Griff“, sagte der FCB-Chefcoach. „Vielleicht haben wir ein Tor zu viel gefangen“, meinte Müller, „aber das ist jetzt egal. Wir haben drei Punkte im Sack.“

Und darum geht es ja beim FC Bayern in diesen Wochen: punkten, egal wie. „Dass wir besser spielen können, ist klar. Aber im Moment ist es wichtig, dass wir unsere Spiele gewinnen“, betonte Kroos, „und das machen wir. Über Siege kommt dann auch das Selbstvertrauen, so dass wir dann auch wieder schön Fußball spielen.“ Und nicht zu vergessen: Mit Siegen geht es auch in der Tabelle Schritt für Schritt nach oben.

Weitere Inhalte