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Stimmen zum Dortmund-Spiel

'Das war ein gewaltiger Genickschlag'

Christian Nerlinger sprach nach dem Schlusspfiff von einem „gewaltigen Genickschlag“, Uli Hoeneß gar vom „Super-Gau“, Karl-Heinz Rummenigge betonte: „Es kann nicht sein, dass der FC Bayern 13 Punkte hinter der Tabellenführung hängt.“ Nach dem 0:2 in Dortmund fanden die Verantwortlichen beim FC Bayern deutliche Worte.

Auch Louis van Gaal war bedient. „Es ist unglaublich, was passiert“, sagte der FCB-Cheftrainer, „wir haben verloren, weil wir wieder unsere Chancen nicht verwertet haben. Natürlich haben wir jetzt einen großen Rückstand, aber die Saison ist noch lange.“

Die Stimmen im Überblick:

Karl-Heinz Rummenigge: „Wir haben Sorgen, ohne Frage. Weil wir hängen 13 Punkte hinter der Tabellenführung - das gefällt uns gar nicht. Die Kurve kann man nur durch Gewinnen kriegen. Das nächste Heimspiel nach der Länderspielpause kann nur unter dem Tenor laufen: Für Sieg gibt es keinen Ersatz. Da müssen wir anfangen zu punkten. Es kann nicht sein, dass der FC Bayern 13 Punkte hinter der Tabellenführung hängt. In der ersten Halbzeit haben wir gut gespielt, aber leider aus den zahlreichen Toren wieder kein Tor gemacht. Nach dem 0:1 hat man vermisst, dass wir uns aufbäumen und den Gegner unter Druck setzen. Die Dortmunder haben am Donnerstag gespielt, da hätten wir sicherlich mehr Druck machen müssen. Wir haben keinen Kader, mit dem man 13 Punkte hinter der Tabellenführung hängen müssen. Das müssen wir jetzt analysieren, um schnell die Kurve zu kriegen. Das ist eine Situation, die für den FC Bayern nicht Bestand haben kann."

Christian Nerlinger: „Der Zeitpunkt ist gekommen, an dem wir den Mantel der Nächstenliebe wegnehmen. Wir müssen allen zurufen: Hallo wach! Das war heute ein gewaltiger Genickschlag. Wir machen es dem Gegner momentan sehr leicht. Wir tun uns unglaublich schwer, Tore zu erzielen. Wir investieren wahnsinnig viel, schaffen es aber nicht, den Ball über die Linie zu drücken. Und der erste Schuss auf unser Tor sitzt meistens. Irgendwann ist es dann schwer, zurückzukommen. Das hat man heute gesehen. Speziell nach dem 0:2 hat die Mannschaft nicht mehr daran geglaubt, diesen Rückstand aufzuholen. Wir werden geschlossen durch diese Situation gehen. Diese Situation haben wir auch letztes Jahr erlebt - der Ausgang ist ja bekannt. Im nächsten Heimspiel müssen wir in die Siegesspur kommen.“

Uli Hoeneß: „Mainz hat nun 13 Punkte Vorsprung. Das ist der Super-Gau. Jetzt ist die Zeit gekommen, dass wir uns nicht mehr in die Tasche lügen.“

Louis van Gaal: „Ich kann nichts anderes sagen als wieder das selbe. Wir haben die erste Halbzeit dominiert und auch vier oder fünf Chancen kreiert, aber keine verwertet. Dortmund hatte keine Chance, aber geht mit dem ersten Torschuss in Führung und gewinnt dieses Spiel. Individuelle Fehler kann man als Trainer nicht verhindern, sie kommen oder sie kommen nicht. Es ist unglaublich, was passiert. Wir haben verloren, weil wir wieder unsere Chancen nicht verwertet haben. Natürlich haben wir jetzt einen großen Rückstand, aber die Saison ist noch lange. Es wird sehr schwer, aber wir müssen weiter den Glauben haben.“

Mark van Bommel: „Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht mit der mangelnden Chancenverwertung. In der ersten Halbzeit hatten wir drei richtig gute und zwei kleinere, Dortmund gar nichts. Eigentlich müssen wir dieses Spiel klar gewinnen. Der Gegner hat sich nach der Pause nicht gesteigert, sondern wir bekommen die Gegentore nach eigenen Fehlern. Jeder einzelne Spieler muss sich hinterfragen: Macht er alles 100-prozentig für den Erfolg? Das muss aber jetzt jeder machen und sich platt laufen auf dem Platz. Wir sind jedes Spiel die bessere Mannschaft, aber man muss auch mal kämpfen.“

Jürgen Klopp (BVB-Trainer): „In der ersten Halbzeit hatten wir Schwierigkeiten, ins Spiel zu finden und unser Spiel aufzuziehen. Die Bayern waren stark, Mario Gomez hatte Riesenmöglichkeiten. Wir haben mit Leidenschaft verteidigt. Heute war ich froh, dass wir die Halbzeit hatten. Da haben wir gesagt: ‚Das Gute ist, dass es noch 0:0 steht. Wir haben noch kein gutes Spiel gemacht. In dem Moment, wo wir anfangen, gut zu spielen, haben wir eine richtige Chance, zu gewinnen.‘ Beide Tore waren erzwungen. Bayern München war gut heute, hätte in Führung gehen können - das ist ihnen nicht gelungen. Dann haben wir es eben gemacht.“

Mats Hummel (Ex-Bayer): „Es war schon so, dass wir heute das erste Mal ein bisschen platt waren. Mit ging es unter anderem so, man hat den Donnerstags-Fight gespürt. Wir haben trotzdem irgendwie gewinnen können, obwohl wir meiner Meinung nicht mal das beste Spiel der letzten Wochen abgeliefert haben. Wir haben zur Pause gemerkt, es steht noch 0:0, es muss noch einiges drin sein heute.“

Nuri Sahin (Torschütze zum 2:0): „Für mich war es heute wichtig, dass wir ein gutes Spiel machen und drei Punkte holen. Wir haben gegen die beste Mannschaft Deutschlands gewonnen, darauf können wir stolz sein. Die ersten Minuten war Respekt dabei, da hatten wir auch Glück. Ich hatte ein gutes Gefühl bei dem Freistoß. Wir sind auf einem guten Weg, dürfen jetzt aber nicht anfangen zu träumen. Die Fans dürfen träumen und wir leisten die Arbeit.“

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