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Euphorie? Erleichterung!

Der erste Schritt in die richtige Richtung

In der Presserunde vor dem Spiel gegen Hannover 96 berichtete Louis van Gaal von seiner Zeit als Trainer bei AZ Alkmaar. Vor einem Spiel beim PSV Eindhoven im Februar 2007 habe er mit seiner Mannschaft elf Punkte Rückstand auf Platz eins gehabt und dann am letzten Spieltag als Tabellenführer den Titel verspielt. Was sind da schon 13 Punkte Rückstand im Oktober - so oder so ähnlich könnte man Van Gaals Botschaft verstehen.

Knapp 27 Stunden später und nach einem verdienten 3:0 (1:0)-Heimerfolg seiner vom Verletzungspech arg gebeutelten Mannschaft gegen den bisherigen Überraschungs-Tabellendritten aus Niedersachsen sagte ein zufriedener und herzhaft lachender Van Gaal: „Nur zehn Punkte, das ist nicht so viel.“ So viel beträgt der Rückstand der Bayern nach dem achten Spieltag auf den neuen Tabellenführer Borussia Dortmund.

Es ist noch zu früh, um schon wieder Kampfansagen an die Konkurrenz zu schicken. Doch nach dem erst dritten Saisonsieg herrschte im Lager des Rekordmeisters nicht nur Erleichterung, sondern auch wieder verhaltener Optimismus. „Wie wären schlecht beraten, jetzt euphorisch zu werden. Aber es war wichtig, dass wir nach zwei Niederlagen eine Reaktion gezeigt haben. Die Mannschaft musste versuchen, den Befreiungsschlag hinzukriegen. Das war heute ein wichtiges Zeichen, dass sie dazu bereit ist“, sagte Vorstandschef Karl-Heiz Rummenigge.

„Das war heute hoffentlich der erste Schritt für eine Aufholjagd“, sagte Toni Kroos, der wie alle anderen beim FC Bayern das Thema Meisterschaft schon vor diesem Spieltag nicht abgehakt hatte. „Ich hoffe, dass die Mannschaft heute Selbstvertrauen gesammelt hat, denn wir haben wichtige Aufgaben vor der Brust. Wir müssen jetzt da weitermachen, wo wir heute aufgehört haben“, sagte Rummenigge.

Rummenigge will Konkurrenz die Weihnachtsgans vermiesen

Nochmal fünf, sechs Punkte möchte der Vorstandschef bis zur Winterpause auf die Tabellenspitze gutmachen, um dann im Januar hoffentlich wieder in voller Kaderstärke ins Meisterrennen einzusteigen „Wir müssen zusehen, dass wir uns bis Weihnachten Punkt für Punkt nach oben hangeln.“ Die Gegner sollen sich spätestens beim Genuss der Weihnachtsgans Gedanken machen: „Jedes Gramm, das sie zu viel essen, könnte in der Rückrunde problematisch werden.“

Gegen Hannover war es der zweite Anzug des Rekordmeisters, der bei insgesamt zehn Ausfällen wieder für ein Erfolgserlebnis des FCB in der Meisterschaft sorgte. Allen voran Mario Gomez, der zuletzt am 21. Februar für den FCB in der Liga getroffen hatte und gegen die 96er mit einem Dreierpack (21./77./90.) zum Matchwinner wurde, wusste zu überzeugen. Aber auch Danijel Pranjic und Hamit Altitntop oder die in den letzten Wochen weniger berücksichtigen Anderas Ottl, Edson Braafheid und Anatoliy Tymoshchuk zeigten, dass auf sie Verlass ist.

Sonderlob für Tymoshchuk

„Mit den 90 Minuten heute haben viele Spieler, die nicht so oft gespielt haben, Sicherheit gewonnen“, sagte Ottl. Tymoshchuk erhielt sogar ein dickes Sonderlob von höchster Stelle. „Ich finde es toll, dass ein Tymoshchuk eine solche Leistung abgeliefert hat. Er war für mich trotz Mario Gomez der beste Mann auf dem Platz“, schwärmte Rummenigge vom Ukrainer, der auf ungewohnter Innenverteidiger-Position nahezu fehlerfrei agierte.

„Wir haben heute den unbedingten Siegeswille gehabt“, sagte Gomez über den „ersten Schritt in die richtige Richtung“. In der Champions League können die Bayern am Dienstagabend mit einem Heimsieg gegen Cluj schon einen Riesenschritt Richtung erstes Etappenziel machen. Rummenigge sagte: „Wir müssen gerade aufgrund der Situation in der Bundesliga zusehen, uns so frühzeitig wie möglich fürs Achtelfinale zu qualifizieren, um den Fokus mehr auf die Liga legen zu können.“

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