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Hauptsache weiter!

'Ein wichtiger Sieg fürs Selbstvertrauen'

Mitten in der stärksten Werder-Phase mit Großtorchancen für die Hanseaten fast schon im Minutentakt, war sich Louis van Gaal plötzlich ganz sicher. „Als Bremen die dritte Chance vergeben hat, habe ich zu meinem Assistenten Andries Jonker gesagt: ‚Wir werden gewinnen. Wenn sie kein Tor machen, werden wir es machen“, berichtete ein „glücklicher“ Bayern-Coach gut eine halbe Stunde nach dem Abpfiff in der Pressekonferenz.

Zwei Plätze neben ihm auf dem Podium saß sein Bremer Kollege Thomas Schaaf, der alles andere als glücklich war. „Sehr enttäuscht“ sei er, weil sich seine Mannschaft ob der vielen vergeben Chancen „selbst geschlagen hat. Wir müssen uns heute sehr ärgern.“ Kaum einer der Augenzeuge dieses Zweitrundenmatchs im DFB-Pokal wird dem Bremer Coach widersprechen wollen. Van Gaal war jedenfalls „vollkommen einverstanden“ mit Schaafs Analyse dieser 90 Minuten.

Es war eine ordentliche Portion Glück dabei, dass die Bayern in der Neuauflage des letztjährigen Pokalendspiels mit 2:1 (1:1) als Sieger vom Platz gegangen sind. „Schwein(i) gehabt“, lautete das Credo der Münchner Tagespresse am Mittwoch in Anspielung auf den Doppeltorschützen Bastian Schweinsteiger (27./74.). „Wir haben heute Glück gehabt“, gestand Van Gaal: „Die erste Halbzeit waren wir überlegen und haben Chancen kreiert, aber nicht solche Chancen wie Werder in der zweiten Halbzeit.“

Mitte der zweiten Halbzeit hätte Marko Arnautovic im Alleingang die Bremer Revanchegelüste für das 0:4 beim chancenlosen Cup-Finale vor knapp fünf Monaten stillen können. Doch entweder scheiterte er an Butt, der Latte oder an den eigenen Nerven. „In diesen 15 Minuten haben wir sehr geschwankt“, sagte Christian Nerlinger und gab zu: „Wir hätten uns nicht beschweren können, wenn wir da klar in Rückstand geraten wären.“

Es zählt nur der Sieg

Sei’s drum, dachten sich alle Bayern. „Im Pokal zählt das Weiterkommen und das haben wir geschafft“, resümierte Thomas Müller. „Wir haben gewonnen, sind eine Runde weiter, das ist das Entscheidende“, sagte auch Matchwinner Schweinsteiger. Sportdirektor Nerlinger lobte die Moral der Truppe, die nach frühen Rückstand durch den Ex-Münchner Claudio Pizarro (2.) das Spiel noch drehen konnte: „Die Mannschaft hat gut reagiert.“

„Wir kommen stückweise voran“, meinte Müller. Wettbewerbsübergreifend haben die Bayern nun drei der letzten vier Spiele gewonnen und beim Hamburger SV ein 0:0 geholt - und das alles praktisch mit dem letzten Aufgebot. „Die letzten Wochen waren nicht so schlecht“, sagte Aushilfskapitän Philipp Lahm angesichts von bis zu elf Ausfällen. Zauberfußball wie teilweise in der Endphase der letzten Saison sei daher vom FCB derzeit nur schwer zu erfüllen. „Ohne Ribery und Robben haben wir kaum Eins-gegen-eins-Duelle. Wir können derzeit Dominanz nur durch Passspiel und vor allem Passsicherheit ausstrahlen und nicht so sehr durch temporeiche Dribblings", so Lahm.

Step by step nach oben

Stück für Stück wollen die Bayern nun in den nächsten Wochen auch in der Bundesliga vorankommen. „Wir haben jetzt in der Bundesliga drei Pflichtsiege vor uns, Freiburg, Gladbach und Nürnberg. Da ist kein Ausrutscher erlaubt", forderte Sportdirektor Nerlinger. „Dann hoffe ich, dass der Abstand auf die Spitze schon etwas reduziert ist.“

Durch den Erfolg gegen Werder erwarten sich die Bayern den nötigen Rückenwind für diese Aufholjagd. „Das war ein wichtiger Sieg fürs Selbstvertrauen“, betonte Holger Badstuber. Das glaubt auch Jörg Butt: „Sicherlich schweißt uns dieser Sieg weiter zusammen." Hamit Altintop hat ohnehin noch viel Steigerungspotential im Bayern-Team ausgemacht: „Wenn wir das umsetzen, was wir können und was der Trainer von uns verlangt, haben wir noch viel Luft nach oben.“

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