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'Umdrehpunkt im Glück'

Erstes Etappenziel dicht vor Augen

Drei Spiele, drei Siege, neun Punkte und Platz eins in der Vorrunden-Gruppe E – der FC Bayern hat das erste große Etappenziel in dieser Saison, das Erreichen des Champions-League-Achtelfinales, dicht vor Augen. Nach dem 3:2 (2:1)-Arbeitssieg im Heimspiel gegen CFR Cluj am Dienstagabend könnte dem Vorjahresfinalisten im Rückspiel in rund zwei Wochen bereits ein Remis reichen, um vorzeitig das Ticket für die K.o.-Runde zu lösen.

„Noch sind wir nicht durch. Aber von der Punktzahl her ist es ein optimaler Start. Ich weiß nicht, wann der FC Bayern zum letzten Mal in der Champions League aus den ersten drei Spielen neun Punkte geholt hat“, zeigte sich Philipp Lahm nach der Partie gegen den rumänischen Double-Gewinner zur Halbzeit der Gruppenphase zufrieden. Zuletzt war der FCB in der Saison 2006/07 mit drei Siegen gestartet, insgesamt war es das vierte Mal, dass die maximale Punktzahl aus den ersten drei Spielen erreicht wurde.

„Das ist eine fantastische Ausgangssituation“, freute sich auch Vereinspräsident Uli Hoeneß. „Um Gruppensieger zu werden, musst du von den drei Spielen eins gewinnen. Das wäre eine prima Ausgangssituation für das Achtelfinale“, bei dem der FC Bayern das Rückspiel gegen einen Gruppenzweiten in der Allianz Arena bestreiten würde. „Wir brauchen noch einen Sieg, dann sind wir sicher durch. Mit 12 Punkten ist man noch nie Dritter gewesen“, weiß auch Thomas Müller um die günstige Ausgangslage.

„Jede Mannschaft, die drei Mal gewonnen hat, ist fast weiter - aber noch nicht ganz“, warnte Trainer Louis van Gaal zwar davor, sich allzu sehr in Sicherheit zu wiegen. Der Niederländer, der wie erneut auf zahlreiche Leistungsträger verzichten musste, war nach dem Spiel „zufrieden, wir haben verdient gewonnen.“ Seine Elf habe in der mit 64.000 Zuschauern nicht ganz ausverkauften Allianz Arena „besser gespielt“ als beim 3:0-Erfolg am Wochenende gegen Hannover, Van Gaal weiß aber auch „es könnte besser sein.“

Gegen die sehr defensiv eingestellten Gäste aus Rumänien hatte seine Mannschaft über weite Strecken der Partie große Mühe, zu klaren Torchancen zu kommen. „Es ist schwierig, wenn der Gegner mit zehn Mann hinter dem Ball steht. Dann müssen wir einen großen Raum verteidigen. Wir haben nicht viele Chancen zugelassen, aber wir haben auch wenige kreiert“, analysierte der 59-Jährige hinterher. So leisteten die Gäste den Bayern bei ihren Treffern dann auch tatkräftige Schützenhilfe.

Vor allem Clujs Kapitän Cadú dürfte den Abend in denkbar schlechter Erinnerung behalten. Nachdem der Abwehrspieler in der 28. Minute die überraschende Führung erzielte, zeichnete er vier Minuten später mit einem Eigentor auch für den Ausgleich verantwortlich. Cristian Panin (37.) machte es ihm kurz darauf nach, ehe Cadú in der 77. Minute bei einem Klärungsversuch vor dem eigenen Tor Mario Gomez anschoss, der Abpraller trudelte von Cadús Fuß durch die Beine von Torwart Stancioiu zum 3:1 ins Netz.

„Es war ein lustiges Tor, aber auch ein wichtiges“, meinte Gomez über die Vorentscheidung zum 3:1. „Ich glaube, wir können uns heute beim Gegner bedanken, auch wenn sie es sicherlich nicht absichtlich gemacht haben. Es kommt definitiv nicht oft vor, dass man in einem Spiel drei so kuriose Tore erzielt. Aber so ist der Fußball. Wochenlang geht nichts und dann fallen die Tore von selbst“, so Gomez weiter. Der Anschlusstreffer von Culio (84.) brachte zwar noch einmal Spannung, am Ende aber reichte es zum verdienten Erfolg.

Hauptsache gewonnen

„In dieser Saison haben wir noch nicht soviel geduselt, aber vielleicht war das auch der Umdrehpunkt im Glück. Heute waren wir sehr glücklich“, philosophierte Van Gaal und bezeichnete den Sieg als „wichtig für den Klub, damit ein bisschen Ruhe einkehrt.“ Hauptsache gewonnen lautete auch das Fazit von Mario Gomez. „Dass wir im Moment nicht glänzen ist offensichtlich. Es steht ein Sieg am Ende, aber kein Glanzsieg, damit müssen wir zufrieden sein.“

Das Ergebnis stehe derzeit vor dem schönen Spiel, erklärte Gomez. „Der Glanz wird kommen, wenn wir eine Serie gestartet haben, wenn wir viele Siege in Folge und schöne Tore erzielt haben. Im Moment muss man die Spiele nur gewinnen. Wir haben mittlerweile wieder das Vertrauen, dass wir Spiele gewinnen können. Das Glück ist wieder auf unserer Seite.“

Mit einem Sechs-Punkte-Polster auf die Gruppenkonkurrenten Cluj, AS Rom und FC Basel können die Bayern bis zur Winterpause ihre Kräfte auf das Kerngeschäft Bundesliga konzentrieren. „Natürlich ist es gut, wenn wir uns in der Champions League nicht mehr zu 110 Prozent verausgaben müssen“, erklärte Müller, zumal bereits am Freitag beim Hamburger SV der nächste Härtetest in der Liga ansteht. „Wir dürfen nicht mehr viele Punkte liegen lassen. Deswegen müssen wir in Hamburg eigentlich schon gewinnen“, meinte Lahm.

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