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Rummenigge fordert

'Gewinnen auf Teufel komm raus'

Nach der 0:2-Niederlage bei Borussia Dortmund und dem Absturz auf Rang 12 in der Tabelle hat Bayerns Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge mit deutlichen Worten auf den misslungenen Start in die noch junge Bundesliga-Saison reagiert. „Es ist eine Situation, die mir Sorge bereitet und die wir auch ernst nehmen“, sagte Rummenigge am Montag in München und scheute sich auch nicht davor, das „Wort Krise“ in den Mund zu nehmen.

„Wir sind alle unzufrieden“, betonte Rummenigge, der Rekordmeister befinde sich in einer „Situation, die keinem gefällt, die allen Sorge bereitet und die keinen bei uns zufrieden stellt.“ Dennoch mahnte Rummenigge, „trotz der ernsten Situation nicht die Nerven zu verlieren. Wir müssen jetzt allesamt daran arbeiten, dass wir im nächsten Spiel die Kurve zum Positiven kriegen.“ Er sei nicht bereit, nach dem 7. Spieltag „die Ziele zu korrigieren. Jetzt muss der FC Bayern zeigen, dass wir in der Lage sind auch außergewöhnliche Dinge zu begradigen und zu korrigieren.“

Wie schon nach der Heimniederlage gegen den Überraschungs-Spitzenreiter FSV Mainz 05 vor einer Woche nahm der Vorstandsvorsitzende die Mannschaft in die Pflicht: „In dieser Situation gilt nur eins in den nächsten Wochen: Gewinnen, gewinnen auf Teufel komm raus. Und daran müssen wir arbeiten.“ Er erwarte „von jedem einzelnen Spieler, dass er alles in die Waagschale legen wird, um dieses Ziel zu erreichen.“

Als erste Konsequenz wurde unmittelbar nach der Niederlage in Dortmund der für Montag geplante Besuch des Oktoberfests abgesagt. Stattdessen setzte Trainer Louis van Gaal kurzfristig eine Trainingseinheit an. „Wenn man verliert ist es nicht unbedingt angebracht, dass man sich auf der Wiesn mit einer Maß zuprostet. Ein Wiesn-Besuch wäre nicht das richtige Zeichen gewesen“, betonte Rummenigge und fügte an: „Man muss hart arbeiten und nicht feiern.“

Schon für das nächste Heimspiel gegen Hannover 96 forderte Rummenigge eine „Reaktion“ der Mannschaft: „Wir müssen gegen Hannover auf den Platz gehen und den Gegner besiegen. Ich erwarte, dass wir gegen Hannover auch unsere Fans entschädigen für das, was in den letzten drei, vier Spielen in der Bundesliga abgeliefert wurde. Das war nicht Bayern-München-like und das gilt es, ganz schnell zu ändern.“

Der FCB könne es sich „nicht erlauben, auf dem Tabellenplatz zu stehen, auf dem wir stehen, und 13 Punkte hinter der Tabellenführung hinterherzuhängen“, so Rummenigge. „Das gilt es, in den nächsten Wochen zu verändern, wir müssen jetzt anfangen zu siegen. Wir kriegen nur Selbstvertrauen und Ruhe durch Siege. Für Siege gibt es keinen Ersatz.“

Rummenigge teilte die Meinung von Vereinspräsident Uli Hoeneß, dass „einige offensichtlich mit der Höhenluft des Erfolges der letzten Saison gewisse Probleme haben.“ Darum werde der Verein „den einen oder anderen schon wieder erden, wenn er der Meinung ist, dass man zu hoch fliegt.“ Rummenigge ist aber fest davon überzeugt, dass die Spieler den Ernst der Lage „verstanden haben.“ Die FCB-Profis müssten nun daran arbeiten, „dass jeder nahe an seine 100 Prozent herankommt. Da ist noch Luft nach oben.“

Ausgenommen von Rummenigges Kritik war Trainer Louis van Gaal, der nach Aussage des früheren Weltklassestürmers „einen Super-Job macht. Leider kann er die Tore nicht selber erzielen oder selber verhindern. Wir sind von der Philosophie und der Qualität des Trainers total überzeugt. Er hat unser vollstes Vertrauen“, sagte Rummenigge und rechtfertigte die vorzeitige Vertragsverlängerung mit dem Niederländer bis 2012.

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