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'Er spielt wie ein Mann'

Sechser Tymoshchuk überzeugt auf der Vier

Es war eine typische Ruud-van-Nistelrooy-Aktion. Mit all seiner Routine setzte sich der mittlerweile 34 Jahre alte Weltklasse-Stürmer im Bayern-Strafraum gegen zwei Mann durch und hatte plötzlich das Tor frei vor sich. Der Niederländer fackelte nicht lange und zog gleich ab, doch im letzten Moment bekam Anatoliy Tymoshchuk noch ein Bein in die Schussbahn und verhinderte einen möglichen Rückstand für seine Mannschaft.

Diese und viele ähnliche Szenen machten Tymoshchuk an diesem Abend in Hamburg so wertvoll für den FC Bayern. Immer wieder warf sich der Ukrainer mit vollem Einsatz in die Zweikämpfe, grätschte, rackerte und kämpfte mit viel Leidenschaft. „Tymoshchuk hat auch heute wieder klasse gespielt“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und lobte den Blondschopf mit Nachdruck: „Er gefällt mir. Er haut sich da rein, spielt den Part wie ein Mann. Das finde ich klasse.“

Gemeinsam mit seinen Nebenleuten in der Defensive und Schlussmann Jörg Butt sorgte der Ukrainer dafür, dass der Rekordmeister schon im zweiten Bundesligaspiel in Folge ohne Gegentor blieb. Dabei ist Tymo gar kein gelernter Innenverteidiger, sondern ein defensiver Mittelfeldspieler. Auf dieser Position hat er kürzlich das 100. Länderspiel für sein Heimatland bestritten und war bei seinen bisherigen Klubs stets Stammkraft und Leistungsträger zugleich.

Beim FC Bayern stand er in den letzten Monaten nur im zweiten Glied und kam lediglich als Einwechselspieler zum Zug - bis zum Spiel gegen Hannover 96 vor einer Woche. Aufgrund der Verletzung von Daniel van Buyten half Tymoshchuk erstmals von Beginn an in der Viererabwehrkette aus.

'Tymo' will Stammspieler sein

„Er macht das sehr gut“, ist Van Gaal zufrieden mit der Einstellung und auch Leistung seiner Nummer 44. „Diese Position ist ungewöhnlich“, sagte der Ukrainer, der aber immer besser zurechtkommt und in Hamburg, bei seinem dritten 90-Minuten-Einsatz in Folge, nahezu fehlerfrei agierte. Für den kicker war er sogar der Spieler des Spiels.

Da Stammkraft Van Buyten bis Dienstagabend wohl noch nicht 100-prozentig fit wird, dürfte Tymoshchuk auch beim Pokalkracher gegen Werder Bremen wieder an der Seite von Holger Badstuber die Innenverteidigung bilden. Und wenn es nach dem 31-Jährigen geht, gerne auch in den Spielen darauf. „Ich will dem Trainer zeigen, dass ich nicht nur spielen kann, wenn andere fehlen“, sagte Tymoshchuk und betonte: „Ich möchte in die Stammelf.“

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