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'Fluch und Segen'

Toni Kroos: Bayerns neuer Mittelfeld-Allrounder

Die Entwarnung gab es gleich zu Beginn. „Mir geht es gut. Ich bin auf jeden Fall fit“, sagte Toni Kroos, als er am Donnerstagmorgen zum Pressetalk an der Säbener Straße vor die Journalisten trat. Angesichts der angespannten personellen Situation beim FC Bayern eine mehr als gute Nachricht, die der 20-Jährige zwei Tage vor dem Bundesligaheimspiel gegen den Tabellen-Dritten Hannover 96 verkündete.

Als „schwierige Situation“ bezeichnete Kroos die aktuelle Lage beim deutschen Rekordmeister, der nach der Länderspielpause in der Bundesliga seine Aufholjagd starten und den 13-Punkte-Rückstand auf die Tabellenspitze verringern möchte. An dieser Zielsetzung ändern auch die vielen Ausfälle im Kader von Trainer Louis van Gaal nichts. „Es fehlen viele wichtige Spieler“, so Kroos, „aber nichtsdestotrotz müssen wir in der Lage sein, am Samstag eine Mannschaft zu stellen, die Hannover besiegt.“

Eine wichtige Rolle wird dabei auch Kroos einnehmen, der sich in den letzten Wochen zum Allrounder im Mittelfeld entwickelt hat. Ob auf der rechten oder linken Seite, als zentraler Spieler hinter der Sturmspitze oder, wie in den vergangenen beiden Länderspielen, als Sechser vor der Abwehr für den verletzten Bastian Schweinsteiger - Kroos hat gezeigt, dass er auf allen Positionen im Mittelfeld einsetzbar ist.

„Ich habe immer gesagt, dass ich mich grundsätzlich als offensiven Mittelfeldspieler sehe, das ist auch nach wie vor so“, sagte Kroos. Doch gerade in der momentanen Situation mit den vielen Verletzten müsse „jeder die Situation so annehmen, wie sie kommt.“ Seine Rolle im zentralen defensiven Mittelfeld bezeichnete er sogar als „eine positive Sache beziehungsweise eine ganz gute Variante. Es hat ganz gut geklappt auf dieser Position.“

Mehr Ballkontakte, weniger Angriffe

Das Spiel in der Zentrale habe den Vorteil, dass er „mehr Ballkontakte“ habe, „man greift mehr ins Spielgeschehen ein.“ Andererseits könne er aber durch die defensiver ausgelegte Rolle „nicht immer in jedem Angriff vorne dabei sein, um Tore zu machen“, meinte Kroos, der sich selbst als „kreativen Spieler, der Chancen vorbereiten soll“ charakterisierte. Derzeit jedoch seien „alle gefordert, um wichtige Spieler zu ersetzen.“

Nach seinem starken Auftritt im EM-Qualifikationsspiel gegen die Türkei bezeichnete die Süddeutsche Zeitung es als „Fluch und Segen“ zugleich, dass Kroos „so flexibel eingesetzt werden kann. Er ist das, was man einen kompletten Mittelfeldspieler nennt. (...) Alles sieht so leicht aus, dass es manchmal fast flapsig wirkt. Ein Mann mit diesen Fähigkeiten kann man nahezu überall aufstellen.“

Das weiß nicht zuletzt auch Louis van Gaal. Man darf gespannt sein, wo der Bayern-Trainer den gebürtigen Greifswalder gegen Hannover einsetzen wird. Auf lange Sicht aber bevorzugt Kroos dann doch eine feste Position. „Natürlich ist es ideal, wenn man auf einer Position von Anfang bis Ende spielen kann und sich dort einspielen kann.“ Solange aber Not am Mann sei und dadurch „noch keine feste Formation“ gefunden wurde, „muss auch jeder die Rolle so annehmen.“

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