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Bayern blicken nach vorn

'Wir werden alles für den Erfolg tun'

Am Donnerstagmittag hatte das FCB.tv-Studio hohen Besuch. Louis van Gaal war da, um über seine Biographie zu sprechen. Bevor er mit dem Mikrofon verkabelt werden und das Interview beginnen konnte, fesselte jedoch etwas anderes die Aufmerksamkeit des FCB-Cheftrainers. Vom Panoramafenster des Studios aus beobachtete er mit festem Blick, was auf dem Rasen passierte. Dort leiteten seine Assistenten Andries Jonker und Hermann Gerland gerade das Training - und mit dem, was beim FC Bayern auf dem Platz abläuft, konnte Van Gaal ja zuletzt nicht immer zufrieden sein.

Platz zwölf in der Tabelle und 13 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Mainz haben beim FC Bayern nach sieben Spieltagen zu klaren Worten geführt. Nach Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge nahm in der Donnerstagsausgabe des kicker auch Sportdirektor Christian Nerlinger kein Blatt vor dem Mund: „Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Ab sofort haben wir nur noch Tod-oder-Gladiolen-Spiele, jeder Ausrutscher minimiert unsere Chancen auf den Titel. Wir müssen jetzt einen Lauf hinlegen bis zum 22. Dezember. Wir sind zum Siegen verdammt.“

Van Gaal hofft, diese Siegesserie „vielleicht gegen Hannover“ schon am nächsten Spieltag starten zu können. Die Meisterschaft hat der holländische Fußball-Lehrer noch lange nicht abgeschrieben. Der Titel sei nach wie vor „realistisch. Wir haben nur drei Punkte weniger als letztes Jahr“, sagte er, „ich kann nicht versprechen, dass wir einen Titel gewinnen werden. Aber ich kann versprechen, dass wir alles dafür tun werden.“

Nicht wie 74/75

Der 59-Jährige erinnerte aber auch an die Spielzeit 1974/75. Damals hatte der FC Bayern ebenfalls mit einer Weltmeisterschaft und der vorangegangenen Saison, wo man Deutscher Meister und Landesmeistercup-Sieger geworden war, zu kämpfen und wurde am Ende nur Zehnter. „Eine Weltmeisterschaft und viele Erfolge haben Einfluss auf die nächste Saison“, stellte Van Gaal fest.

Die Erfahrung von 1974/75 führte der Holländer aber nicht als Entschuldigung an, sondern als Warnung. „Ich, mein technischer und medizinischer Stab und vor allem meine Spieler werden alles machen, um das nicht noch mal passieren zu lassen“, betonte er. Trainieren, trainieren, trainieren - das ist ihm jetzt wichtig. Doch genau das ist zurzeit kaum möglich.

Mehr Theorie statt Praxis

„Nur Ottl, Braafheid, Butt und Kraft sind hier und trainieren mit der zweiten Mannschaft“, sagte Van Gaal angesichts von 13 Spielern, die sich zurzeit auf Länderspielreise befinden, und sieben Verletzten. Die Vorbereitung auf das Hannover-Spiel könne daher ab Mitte kommender Woche kaum auf dem Platz stattfinden, sondern müsse „mehr verbal“ ablaufen, wie der Holländer erklärte. „Aber Trainieren ist immer besser.“

Doch auch mit mehr Theorie statt Praxis muss es klappen. „Ich denke, dass der Trainer und die Mannschaft die nächste Zeit nutzen werden“, ist Uli Hoeneß überzeugt. „Wir werden sicherlich nicht mehr Herbstmeister, wollen aber bis zur Winterpause in Reichweite der Tabellenspitze sein, um in der Rückrunde mit voller Mannschaftsstärke anzugreifen“, sagte der FCB-Präsident.

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