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'Jetzt beginnt die Klettertour'

Bayern richten ihren Fokus auf die Bundesliga

Mit Rotwein und Zigarren feierte man am Vorstandstisch, bei Filet Mignon und gefülltem Lachs ließen es sich die Bayern mit ihren Gästen im Crystal Room des Mannschaftshotels bis weit nach Mitternacht gut gehen. „Wir hatten einen sehr schönen Abend“, sagte Karl-Heinz Rummenigge in seiner Bankettrede und erteilte der Mannschaft „ein großes Lob“ für „dieses großartige Spiel“ zuvor.

4:0 (2:0) hatten die Bayern beim rumänischen Doublesieger CFR Cluj gewonnen, damit vorzeitig den Einzug ins Champions-League-Achtelfinale perfekt gemacht und gleichzeitig einen neuen Vereinsrekord - vier Startsiege in der Königsklasse - aufgestellt. Ein Treffer mehr und der FCB hätte sogar seinen höchsten Auswärtssieg in der Champions League eingestellt (5:0 bei Sporting Lissabon, 25.02.2009). Doch satt sind die Bayern nach diesem Fußball-Leckerbissen von Cluj noch lange nicht.

Der deutsche Rekordmeister hat Hunger auf mehr. „Ab sofort beginnt die Klettertour auch in der Bundesliga“, blies Rummenigge in Transsilvanien zur Aufholjagd in der heimischen Liga. „Wir sind jetzt in einer Phase der Saison, wo wir dank dem Sieg heute den Fokus ein bisschen mehr auf die Bundesliga legen können. Ich glaube, es ist jetzt ein guter Moment, um auch dort der Konkurrenz oben zu zeigen: Der FC Bayern ist nicht nur in der Champions League und im Pokal stark.“

Ein Dreierpack von Mario Gomez (12., 24., 71.) und ein Treffer von Thomas Müller (90.) sorgten für ein Ergebnis, dessen Höhe perfekt zum 65. Geburtstag von Bomber Gerd Müller passte. Louis van Gaal war „sehr zufrieden“ mit seiner Mannschaft. „Ich finde, dass wir sehr gut gespielt haben - außer in den ersten zehn Minuten der ersten und zweiten Halbzeit. Wir haben ein gutes Positionsspiel gezeigt und auch nicht vergessen, nach vorne zu spielen. Wir haben sehr schöne Tore gemacht. Es war das erste Spiel, auf das wir ein bisschen stolz sein können.“

Nerlinger hatte viel Spaß

Mühe mit den rumänischen Gastgebern hatte der FCB nur nach der Halbzeit. Daniel van Buyten (49.), der Pfosten (51.) und Jörg Butt (68., 69.) hielten die Münchner aber schadlos. „Da hatten wir richtig Glück“, meinte Gomez, der mit seinem dritten Treffer (71.) die Partie endgültig entschied. „Alles in allem war es aber ein hochverdienter Sieg“, meinte der Torjäger, der mit seinem ersten Champions-League-Dreierpack maßgeblichen Anteil am fünften Sieg in den letzten sechs Pflichtspielen (plus ein Remis) hatte. „Wir spielen von Spiel zu Spiel besser, Stück für Stück arbeiten wir uns wieder zurück.“

„Viel besser“ als noch vor zwei Wochen im Hinspiel in München (3:2) bewertete auch Van Gaal den Auftritt im Stadionul Dr. Constantin Radulescu. „Wir haben uns gesteigert, auch das Selbstvertrauen meiner Spieler ist gestiegen. Und dann kann man sehen, wie Bayern München spielen kann“, sagte der FCB-Chefcoach. Christian Nerlinger meinte: „Es hat heute sehr viel Spaß gemacht, der Mannschaft zuzuschauen. Wir sind auf einem sehr guten Weg.“

In Gladbach nachlegen

Und der soll am Samstag in Mönchengladbach fortgesetzt werden. „Die Mannschaft hat heute Abend gezeigt, welche Qualität sie hat, wozu sie in der Lage ist. Es wäre wunderbar, wenn wir da am Samstag weitermachen können“, sagte Rummenigge. Denn in der Bundesliga gilt es, bis zur Winterpause den Zehn-Punkte-Rückstand auf die Tabellenspitze zu minimieren. Die vorzeitige Achtelfinal-Qualifikation spielt den Bayern dabei in die Karten. „Das gibt der Mannschaft noch mehr Sicherheit und Stabilität für die Bundesliga“, ist Philipp Lahm, der seinen Vertrag langfristig bis 2016 verlängern wird,überzeugt.

Nur wenige Stunden nach dem Schlusspfiff in Cluj richteten die Bayern ihren Fokus auch schon auf Gladbach. Schon nach rund einer halben Stunde verließen die Spieler das Bankett und zogen sich auf ihre Zimmer zurück. Sie wissen, dass ihnen der Erfolg in der Bundesliga nicht einfach in den Schoß fallen wird. „Wir müssen hart arbeiten“, betonte Lahm, „der Sieg heute bringt uns nichts, wenn wir am Samstag nicht gewinnen.“

Für fcbayern.de in Cluj: Nikolaus Heindl

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