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'Win-Win-Situation'

Einmal Nürnberg und zurück

Duelle zwischen dem FC Bayern und dem 1. FC Nürnberg haben eine lange Tradition. Am Sonntag steigt in der Allianz Arena die 53. Auflage des bayrischen Derbys in der Bundesliga-Geschichte. Ebenso traditionell wie die Spiele zwischen den Münchnern und den Mittelfranken sind auch die Personalrochaden zwischen diesen beiden Vereinen. Zahlreiche Spieler trugen sowohl das FCB-Trikot als auch das Dress des Clubs, allen voran Bayern-Präsident Uli Hoeneß, dazu Spieler wie Hansi Dorfner, Norbert Eder, Bertram Beierlorzer oder Roland Grahammer.

Auch Sammy Kuffour gehört zu den Spielern, die für beide Vereine aktiv waren. Der frühere Abwehrspieler („Rot-weiße Trikots“) wechselte in der Saison 1995/96 auf Leihbasis für ein Jahr von München zum damaligen Zweitligisten nach Nürnberg, um dort Spielpraxis zu sammeln und sich für höhere Aufgaben beim FC Bayern zu empfehlen. Dieses Modell praktizierte der Rekordmeister auch in der jüngeren Vergangenheit durchaus mit Erfolg, wie die Beispiele Andreas Ottl, Breno oder ganz aktuell Mehmet Ekici beweisen.

„Wir erhoffen uns, dass die Spieler sich weiterentwickeln und durch diese wöchentliche Beanspruchung und Belastung in der Bundesliga sich zu interessanten Spielern für den FC Bayern entwickeln“, beschrieb Sportdirektor Christian Nerlinger auf Anfrage von fcbayern.de die Zielsetzung solcher Leihgeschäfte, die „auch für die Zukunft eine interessante Sache“ sind. „Ich glaube, dass wir so weiterverfahren werden, nicht nur mit dem 1. FC Nürnberg“, betonte Nerlinger.

Vor allem für die Nachwuchsspieler, die den Sprung aus der Jugend oder der zweiten Mannschaft in die Bundesliga schaffen möchten, sei dieser „Zwischenschritt“ (Nerlinger) sehr hilfreich. So profitierten in den letzten Jahren neben Nürnberg auch andere Vereine wie Bayer Leverkusen (Toni Kroos), der VfB Stuttgart (Philipp Lahm) oder der Hamburger SV (Markus Babbel) schon von ausgeliehenen Bayern-Spielern, die in der Fremde ihre Bundesliga-Tauglichkeit unter Beweis stellten.

Sportlich ein Erfolg

„Für mich war es damals die richtige Entscheidung“, erinnert sich Ottl an seinen Wechsel zum Club im Januar 2010. Es sei damals eine „große sportliche Herausforderung“ gewesen, mit dem abstiegsgefährdeten Verein den Klassenerhalt zu schaffen, so der 25-Jährige. „Und ich habe die Möglichkeit gehabt, 17 Spiele am Stück zu spielen.“ Rückblickend sei der Schritt an den Valznerweiher für ihn nicht nur „sportlich ein Erfolg“ gewesen, „ich habe mich dort in der Zeit sehr wohl gefühlt.“

Auch Mehmet Ekici hat inzwischen den Sprung aus der 3. Liga beim FC Bayern II in die Bundesliga geschafft. „Sportlich läuft es sehr gut, ich kann mich hier weiterentwickeln“, sagte der 20-Jährige, der in zehn Spielen schon zwei Tore und zwei Vorlagen verbuchen konnte. „Er ist zum Stammspieler und Leistungsträger geworden in Nürnberg, er macht eine sehr interessante Entwicklung“, urteilte Nerlinger, der Ekici „regelmäßig beobachtet“, um sich über dessen Fortschritte auch persönlich ein Bild machen zu können.

Für alle Seiten eine gute Sache

„Ich finde, dass er ein guter Spieler ist. Er spielt jede Woche, er lernt viel, auch in der Bundesliga. Das ist gut für Bayern München“, begrüßte auch Trainer Louis van Gaal Ekicis Weg nach Nürnberg und räumte ihm nach seiner Rückkehr im kommenden Jahr auch „eine Chance“ beim Rekordmeister ein. Nerlinger sprach gar von einer „Win-Win-Situation“ für den Spieler, den FC Bayern und den ausleihenden Verein, in diesem Fall der 1. FC Nürnberg, für den es sonst „nicht möglich wäre, solche Spieler zu verpflichten. Von daher ist das für alle Seiten eine gute Sache.“

Das sehen auch die Franken so. „Die Bayern wissen ihre Spieler bei uns in guten Händen“, meinte FCN-Sportdirektor Martin Bader, „die Jungs sind fußballerisch top ausgebildet und charakterlich durch eine gute Schule gegangen.“ Sein Münchner Pendant Nerlinger wäre zu Beginn seiner Profikarriere selbst fast beim Club gelandet. „Bei mir war auch mal die Anfrage aus Nürnberg da, aber Erich Ribbeck hat mich damals nicht gehen lassen, weil er mich dann in die erste Mannschaft eingebaut hat.“

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