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Tymoshchuks 'schönster Tag' im FCB-Trikot

Als Anatoliy Tymoshchuk am Samstag die Allianz Arena verließ, hatte er sein ganz persönliches Erinnerungsstück an diesen Nachmittag in einer Plastiktüte versteckt. „Der ist für meinen Vater“, verriet der Ukrainer einem Journalisten, der nach dem Spiel offenbar ganz genau aufgepasst hatte. Tymoshchuk hatte sich nämlich beim Gang in die Kabine den Spielball gesichert und trug ihn dann später stolz Richtung Ausgang.

4:1 hatte der FC Bayern gegen die Frankfurter Eintracht gewonnen, und Tymo war nicht nur für so manchen langjährigen Bayern-Reporter der überragende Mann des Spiels. Gleich zwei Tore machte der Defensivmann gegen die Hessen. Das erste in der 29. Minute mit einem platzierten Linksschuss aus 18 Metern, das zweite kurz vor Schluss nach Pass von Franck Ribéry zum 4:1-Endstand. „Das war auf dem Platz der schönste Tag für mich, seitdem ich hier bin“, sagte er fcbayern.de.

Seit Sommer 2009 trägt Tymoshchuk schon das Bayern-Trikot, doch erst in diesem Herbst gelang dem 101-fachen ukrainischen Nationalspieler der Durchbruch. Das lag in erster Linie daran, dass Trainer Louis van Gaal in der letzten Saison im zentralen defensiven Mittelfeld auf Mark van Bommel und Bastian Schweinsteiger setzte. Durch Verletzungspech der Kollegen rückte Tymoshchuk dann in die Mannschaft, zunächst als Innenverteidiger, zuletzt aber auch auf seiner Lieblingsposition vor der Abwehr.

„Tymo hat lange auf seinen Einsatz warten müssen“, sagte Philipp Lahm über seinen Mitspieler, der in den letzten Wochen „sehr konstant“ gespielt habe: „Er ist ein Spieler, der über seine Aggressivität kommt und heute hat er auch bewiesen, dass er torgefährlich ist.“ Es waren sogar schon Tymoshchuks Saisontore Nummer zwei und drei, und das bei gerade mal acht Einsätzen. Nur Mario Gomez kommt im Team der Bayern auf eine noch bessere Torquote.

Keine Niederlage mit 'Tymo' in der Startelf

„Ich bin sehr zufrieden und froh über meine zwei Tore, aber das wichtigste ist, dass wir gewonnen haben“, betonte Tymoshchuk nach seinem ersten Doppelpack in der Bundesliga. Bei Zenit St. Petersburg und zuvor bei Schachtjor Donezk habe er auch schon mal zwei Tore in einem Spiel erzielt, „aber in St. Petersburg war ich auch Elfmeterschütze.“

Beim aktuell frischgebackenen russischen Meister war Tymoshchuk Kapitän und uneingeschränkter Führungsspieler gewesen, beim FC Bayern ist er jetzt auf bestem Weg zur wichtigen Stammkraft. „Ja, Ich denke schon, denn ich war die letzten Spiele immer dabei. Und wenn ich immer spiele, ist meine Form hoch“, sagte der 30-Jährige. Seit dem 8. Spieltag stand er immer in der Startelf. Für den FC Bayern gab es seitdem keine Bundesliganiederlage mehr (4 Siege, 3 Remis).

Vorne hui, hinten auch

Es sind aber nicht nur die Abschlussqualitäten des Ukrainers weswegen Van Gaal ihn zuletzt „in meiner Stammmannschaft“ hatte. Gegen Frankfurt eroberte Tymoshchuk viele Bälle im Mittelfeld, gewann fast jeden Zweikampf und hatte neben seinen beiden Toren auch viele weitere gute Szenen in der Offensive. Gemeinsam mit Gomez feuerte er die meisten Torschüsse ab (5).

„Ich habe viele Zweikämpfe gewonnen, aber ich liebe auch das Spiel mit dem Ball am Fuß, wenn ich nach vorne spielen kann. Ich kann der Mannschaft auch nach vorne helfen.“ Am liebsten spricht Tymoshchuk sowieso über die Mannschaft. „Heute war ein wichtiges Spiel für die Mannschaft“, sagte er. „Wir haben sehr gut nach vorne gespielt und waren auch aggressiv in den Zweikämpfen. Wir haben gespielt wie eine Mannschaft.“ Und Tymoshchuk war ein wichtiger Bestandteil.

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